Wer diesen Sommer Schweizer Musikfestivals besucht hat, ist der Marke IQOS
kaum entkommen. Mit "Curious X" inszeniert Philip Morris seine Tabakerhitzer nicht als Tabakprodukt, sondern als Teil einer
Erlebniswelt aus Musik, Design, Gemeinschaft und Unterhaltung. Am Paléo-Festival beispielsweise betrieb IQOS die
"Curious Cité". Angeboten wurden unter anderem eine Silent Party, Musik-Remixes, Spiele, Glitzer-Make-up, Cocktails und
Merchandising rund um das DJ-Duo Adriatique. Gleichzeitig wurden Produkte von Philip Morris verkauft. Auch auf sozialen
Medien setzt IQOS auf Musik, Künstlerkooperationen, Wettbewerbe und exklusive Erlebnisse. Damit reicht die Kampagne weit über
abgegrenzte Bereiche für Erwachsene hinaus. Besonders problematisch ist die
Botschaft, die Philip Morris ins Zentrum seiner Kampagne stellt: "Curious" - neugierig. Jugendliche befinden sich in einer
Lebensphase, in der Entdecken, Ausprobieren und neue Erfahrungen eine besondere Rolle spielen. Genau mit diesen Motiven
spielt "Curious X": neue Sounds entdecken, neue Menschen kennenlernen, tanzen, experimentieren und ausprobieren.
Das ist bei einem Tabakprodukt besonders problematisch. Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen bei jungen Menschen einen
Zusammenhang zwischen der durch Tabakwerbung geweckten Neugier und einer erhöhten Bereitschaft, Tabakprodukte
auszuprobieren. Wer Neugier, Festivals, elektronische Musik, Spiele und Social Media ins Zentrum einer Tabakkampagne
stellt, kann sich nicht einfach hinter dem Hinweis Philip Morris
verweist darauf, dass IQOS-Bereiche an Festivals nur für Erwachsene zugänglich seien. Doch eine Alterskontrolle am Eingang
verhindert nicht, dass Minderjährige mit der Kampagne in Kontakt kommen. Festivalpräsenz, Social-Media-Inhalte, bekannte DJs
und die gesamte Bildsprache wirken weit über den abgesperrten Bereich hinaus. Dass gerade das Verbotene auf
Jugendliche reizvoll wirken kann, ist der Tabakindustrie seit Jahrzehnten bekannt. Historische Marketingdokumente von Philip
Morris zeigen, dass Rauchen bewusst als erwachsenes, riskantes und damit attraktives Verhalten inszeniert wurde.
"Curious X" zeigt, wie moderne Tabakwerbung funktioniert: Das Tabakprodukt verschwindet in den Hintergrund - im Vordergrund
stehen Musik, Erlebnis, Zugehörigkeit und Neugier. Genau dadurch wird die Kampagne - und damit auch das Produkt - für junge
Menschen attraktiv. Die Kampagne "Curious X" wird so auch nach dem bevorstehenden Inkrafttreten des revidierten
Tabakproduktegesetzes bei Jugendlichen präsent sein. OxySuisse begrüsst den verstärkten Schutz von Minderjährigen, doch das
reicht nicht aus. Der einzige Weg, Jugendliche vor dem Einfluss der Tabakindustrie zu schützen, ist ein vollständiges Verbot von
Werbung, Verkaufsförderung und Sponsoring für Tabakprodukte gemäss dem Rahmenübereinkommen der WHO zur Eindämmung
des Tabakkonsums (FCTC). Das neue Factsheet " Curious?" ist ab heute bei OxySuisse verfügbar. Pressekontakt: Markus Meury, markus.meury@oxysuisse.ch, 078 722 55 86Ausgerechnet "Neugier"
"Nur für Erwachsene" schützt Jugendliche nicht
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