Google konkretisiert Suchfunktionen im EWR – was Schweizer Unternehmen wissen sollten


Zürich – Google hat seine Dokumentation zu regional unterschiedlichen Suchfunktionen erweitert. Im Fokus stehen spezielle Bereiche für Aggregatoren und Direktanbieter sowie weitere visuelle Suchformate. Die Schweiz gehört zwar nicht zum Europäischen Wirtschaftsraum. Für Schweizer Unternehmen, die Kundinnen und Kunden im EWR bedienen, können die Entwicklungen dennoch relevant sein.

Google hat am 8. September 2026 eine neue Search-Central-Übersicht zu regional unterschiedlichen Sucherlebnissen veröffentlicht. Die neue Übersicht bündelt Informationen darüber, welche speziellen Suchfunktionen in einzelnen Regionen verfügbar sind, welche Unternehmen dafür infrage kommen und welche Voraussetzungen für eine Teilnahme gelten.

Im Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) führt Google unter anderem sogenannte Aggregator Units und Supplier Units auf. Daneben bestehen spezielle Karussell-Darstellungen für strukturierte Daten sowie weitere, je nach Suchthema und Region unterschiedliche Suchfunktionen.

Aggregatoren erhalten eigene Bereiche in der Google-Suche

Die sogenannten Aggregator Units sind für vertikale Suchdienste, sogenannte Vertical Search Services (VSS), vorgesehen. Google nennt als Beispiele Online-Reisebüros, Preisvergleichsdienste, Metasuchmaschinen und Verzeichnisse. Damit ist die Entwicklung grundsätzlich auch für Schweizer Verzeichnisanbieter wie das Firmenverzeichnis HELP.CH von Interesse. Die Teilnahme an den Aggregator Units ist jedoch an die von Google definierten Voraussetzungen gebunden.

Die Funktion ist derzeit für Nutzerinnen und Nutzer im EWR bei bestimmten Suchanfragen aus den Bereichen Hotels, Flüge, Fernzüge und Fernbusse sowie Produkte verfügbar. Innerhalb eines solchen Bereichs können Ergebnisse eines teilnehmenden Aggregators direkt in der Google-Suche dargestellt werden.

Standardmässig werden die Ergebnisse eines ausgewählten Anbieters angezeigt. Nutzer können – sofern Alternativen verfügbar sind – zu einem anderen Aggregator wechseln. Ein Klick auf ein Ergebnis führt direkt auf die Website des jeweiligen Anbieters.

Die blosse Eigenschaft als Verzeichnis oder Vergleichsplattform reicht allerdings nicht für eine Teilnahme. Ein Anbieter muss unter anderem als geeigneter Vertical Search Service zugelassen sein, relevante Inhalte für die jeweilige Suchkategorie bereitstellen, die notwendigen Daten liefern und die von Google festgelegten Qualitäts- und Inhaltsanforderungen erfüllen.

Je nach Bereich erfolgt die Datenübermittlung über direkte Datenfeeds oder Echtzeit-Schnittstellen.

Damit ist die Google-Dokumentation kein Hinweis darauf, dass jedes Firmen- oder Branchenverzeichnis automatisch in diesen Bereichen erscheinen kann. Die derzeit dokumentierten Aggregator Units sind auf bestimmte Suchkategorien und Teilnahmebedingungen beschränkt.

Auch Direktanbieter können eigene Suchflächen erhalten

Parallel dazu beschreibt Google sogenannte Supplier Units. Diese Bereiche sind für Direktanbieter bestimmt und erscheinen zusammen mit einem Aggregator-Bereich.

Die Funktion ist derzeit im EWR bei entsprechenden Suchanfragen zu Hotels, Flügen, Fernzügen oder Fernbussen sowie Produkten verfügbar.

Für Direktanbieter ist ein Detail besonders interessant: Google verlangt für eine mögliche Darstellung grundsätzlich keine zusätzlichen Daten über diejenigen Informationen hinaus, die beim normalen Crawling einer Website zugänglich sind. Vorhandene Datenfeeds können die Ergebnisse jedoch ergänzen.

Voraussetzung ist unter anderem, dass die Website Nutzer im EWR bedient und das Unternehmen als Direktanbieter zu einer unterstützten Suchkategorie gehört.

Was bedeutet das für Schweizer Unternehmen?

Die Schweiz ist nicht Mitglied des Europäischen Wirtschaftsraums. Zum EWR gehören die 27 EU-Mitgliedstaaten sowie Island, Liechtenstein und Norwegen. Die Schweiz gehört zwar der Europäischen Freihandelsassoziation EFTA an, ist aber nicht Vertragspartei des EWR-Abkommens.

Die von Google beschriebenen EWR-spezifischen Suchfunktionen richten sich damit nicht aufgrund dieser Regelung an Nutzerinnen und Nutzer in der Schweiz.

Der Unternehmensstandort Schweiz schliesst eine Relevanz jedoch nicht grundsätzlich aus. Google stellt bei seinen Teilnahmeinformationen darauf ab, ob ein Unternehmen beziehungsweise dessen Website Nutzer im EWR bedient.

Damit können die Entwicklungen beispielsweise für Schweizer Hotels mit Gästen aus dem EWR, Schweizer Onlinehändler mit Verkäufen in EWR-Länder oder entsprechend ausgerichtete Reise- und Vergleichsplattformen relevant sein.

Eine automatische Teilnahme oder Darstellung in der Google-Suche ergibt sich daraus jedoch nicht. Die jeweiligen Zulassungs- und Teilnahmebedingungen bleiben entscheidend.

Strukturierte Daten sind ein separater Weg

Neben Aggregator und Supplier Units führt Google in seiner Übersicht auch sogenannte Structured Data Carousels auf.

Diese Karussells sind im EWR unter anderem für Hotels, lokale Unternehmen, Aktivitäten und Sehenswürdigkeiten, Produkte, Bodenverkehr, Flüge und Ferienunterkünfte vorgesehen. Google bezeichnet diese Funktion weiterhin als Beta.

Für diese Karussells muss eine Website das von Google vorgesehene strukturierte Daten-Markup implementieren.

Damit sollte zwischen den verschiedenen technischen Wegen unterschieden werden: Aggregator Units können Datenfeeds oder Echtzeit-Schnittstellen voraussetzen, Supplier Units können auf öffentlich crawlbaren Websiteinformationen basieren und die speziellen Structured Data Carousels setzen strukturiertes Daten-Markup voraus.

Datenqualität gewinnt auf mehreren Ebenen an Bedeutung

In seinen Empfehlungen für Aggregatoren nennt Google unter anderem umfassende Angaben zu den dargestellten Unternehmen oder Angeboten, präzise Kategorien, aussagekräftige Beschreibungen, hochwertige Bilder sowie aktuelle Preis- und Verfügbarkeitsinformationen.

Die Entwicklung zeigt, wie unterschiedlich Unternehmens-, Produkt- und Angebotsinformationen inzwischen innerhalb der Google-Suche verarbeitet und dargestellt werden können. Abhängig vom jeweiligen Suchformat spielen klassische Webseiteninhalte, strukturierte Daten, Datenfeeds, Schnittstellen und konsistente Unternehmensinformationen unterschiedliche Rollen.

Für Schweizer Unternehmen ist es deshalb sinnvoll, die eigenen digitalen Unternehmensinformationen aktuell, eindeutig und technisch gut zugänglich zu halten – insbesondere dann, wenn Produkte oder Dienstleistungen auch im europäischen Ausland angeboten werden.

Mit KI-Booster.swiss bietet die HELP Media AG Lösungen zur Aufbereitung von Unternehmensinformationen für digitale und KI-bezogene Sichtbarkeit. Im Mittelpunkt stehen dabei strukturierte, eindeutig zuordenbare und für digitale Systeme zugängliche Unternehmensinformationen.

Die von Google dokumentierten Suchfunktionen bedeuten ausdrücklich keine Garantie für eine Aufnahme oder eine bessere Platzierung. Sie zeigen jedoch, dass sich die Darstellung von Unternehmen und Angeboten zunehmend nach Region, Suchabsicht, Datenquelle und Art des Anbieters unterscheiden kann.

Quellen
Google Search Central: Regional differences in Search experience
Google Search Central: Aggregator unit in Google Search
Google Search Central: Supplier unit in Google Search
Google Search Central: Carousels (Beta) Structured Data




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