Von Sepsis Betroffene und Angehörige haben in Bern den Verein "Sepsis Schweiz" gegründet. Er ist aus der Betroffenen- und
Familiengruppe hervorgegangen, die das SSP begleitet und berät. Ziel des Vereins ist es, so viele Menschen wie möglich auf die
Gefahren der Krankheit hinzuweisen und aufzuzeigen, wie sie Sepsis frühzeitig erkennen können. Auch für eine bessere
Behandlung und Unterstützung von Sepsis-Betroffenen setzt sich der Verein ein. Als Erstes will er Betroffenen und ihren
Angehörigen niederschwellige Möglichkeiten für den Austausch sowie die gegenseitige Beratung und Unterstützung bieten. Eine unterschätzte Gefahr Sepsis ist eine Überreaktion des Körpers auf eine Infektion. Es handelt sich um eine
unterschätzte Gefahr für die Gesundheit, auch in der Schweiz. In Schweizer Spitälern werden jedes Jahr 20 000 Sepsis-Fälle
erfasst. 4 000 Betroffene sterben daran. Damit liegt die Zahl der Sepsis-Fälle allein in Spitälern in einer ähnlichen Grössenordnung
wie bei Herzinfarkt oder Schlaganfall; die Zahl der Todesfälle ist vergleichbar mit jener von Brust-, Darm- und Prostatakrebs
zusammen. Sepsis ist immer ein Notfall Zur Vereinsgründung treten Mitglieder in einem Video in den
sozialen Medien auf. Darin appellieren sie mit der eigenen Geschichte an alle, die Gefahr von Sepsis ernst zu nehmen und im
Zweifelsfall rasch zu handeln (zum Video). "Sepsis ist immer ein medizinischer Notfall", sagt Vereinspräsident und Betroffener
Anton Löffel. "Bei Verdacht gilt es, rasch medizinische Hilfe zu holen. Dafür sollte sich niemand schämen, und Hemmungen sind
fehl am Platz." Wenn jemand sich nach einer Infektion so krank und schwach wie noch nie fühle, müsse rasch professionelle Hilfe
geholt werden. "An Sepsis zu denken, heisst, Leben zu retten", betont er. Wer sich im Zuge einer Infektion mit Symptomen unsicher
fühlt, kann neu auf den Sepsis-Check des Swiss Sepsis Program (SSP) im Internet zurückgreifen (Infomaterial). Die
Vizepräsidentin des Vereins, Lilian Robert, weiss als Betroffene, dass das Leben nach einer Sepsis schwer sein kann. "Zur
Erleichterung, überlebt zu haben, kommen sehr viele Schwierigkeiten und Hürden", sagt sie. Sepsis kann zu körperlichen und
psychischen Beeinträchtigungen führen, dauerhafte Organschäden anrichten und Amputationen nötig machen. "Diese Folgen
stehen kaum im Fokus herkömmlicher Therapien; viele Betroffene müssen sich ihre Unterstützung mühsam selbst
zusammensuchen", sagt sie. Reise auf Beinprothesen, live auf Instagram Ein weiteres Vorstandsmitglied
des Vereins ist Roger van Klaveren. Ihm mussten nach einer Sepsis beide Unterschenkel amputiert werden. Auf seinen zwei
Prothesen hat er eine über 1700 Kilometer lange Reise von Basel bis nach Gran Canaria unternommen. Die restliche Strecke hat
er mit Zug, Bus und Fähre zurückgelegt. Am Welt-Sepsis-Tag tritt er in einer öffentlichen Liveschaltung auf Instagram auf, wenn er
am Zielpunkt auf der Atlantik-Insel angekommen ist (Instagram-Kanal des Swiss Sepsis Program, 13. September, 17.30 Uhr). Auch Medizin muss lernen "Wir begrüssen, dass sich Betroffene und ihre Angehörigen so stark dafür
einsetzen, dass Sepsis breiter bekannt, früher erkannt und besser behandelt wird", sagt Luregn Schlapbach, Intensivmediziner und
einer der Leiter des Programms. "Die Erfahrungen von Betroffenen liefern wichtige Erkenntnisse darüber, wo die Versorgung bei
Sepsis weiter verbessert werden kann." Schlapbach und sein Team am Universitäts-Kinderspital Zürich behandeln immer wieder
Kinder mit schwerem Organversagen als Folge der Sepsis. Sepsis kann alle treffen. Neben Neugeborenen und Kindern sind auch
ältere Menschen über 65 Jahren und solche mit geschwächtem Immunsystem besonders von Sepsis bedroht. Das SSP
führt zum Welt-Sepsis-Tag verschiedene Aktionen durch und unterstützt zahlreiche Events (Welt-Sepsis-Tag am 13. September).
Die Swiss Sepsis Declaration, welche zum gemeinsamen Einsatz gegen Sepsis aufruft, ist inzwischen von mehr als 200 Personen
unterschrieben worden (Swiss Sepsis Declaration). Über das Swiss Sepsis Program Das Swiss Sepsis
Program (SSP) ist eine 2023 gestartete, auf fünf Jahre angelegte nationale Initiative zur Verbesserung der Sepsis-Versorgung in
der Schweiz. Das von der Eidgenössischen Qualitätskommission finanzierte Programm wird vom Universitäts-Kinderspital Zürich,
dem Inselspital Bern und dem Centre hospitalier universitaire vaudois (CHUV) geleitet. Es setzt sich dafür ein, die Aufmerksamkeit
für Sepsis zu erhöhen, die Versorgung zu verbessern und mit einem nationalen Register ein einheitliches Monitoring und
Benchmarking der Sepsis-Versorgung in Schweizer Spitälern aufzubauen. In der öffentlichen Kommunikation stehen Prävention,
Früherkennung, rasche Behandlung und die Unterstützung nach einer Sepsis im Zentrum. Weitere Auskünfte und Interview-Anfragen: Anton Löffel, Präsident Sepsis Schweiz,
sepsisschweiz.ch Andrina Sarott, Medienverantwortliche Swiss
Sepsis Program, sepsis.ch
praesidium@sepsisschweiz.ch
+41 79 371 66 71
medien@sepsis.ch
+41 44 249 59 83
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