In seiner Analyse der "Sicherheitspolitischen Strategie der Schweiz 2026" (SEPOS) und des Lageberichts "Sicherheit Schweiz
2026" des Nachrichtendienstes des Bundes (NDB) kommt der Rat zu diesem Fazit: Beide Dokumente weisen grundlegende
methodische, inhaltliche und rechtliche Mängel auf und sollten überarbeitet werden. Ralph Bosshard, Hauptautor des Berichts " Verpasste Chancen und ehemaliger militärischer Sonderberater bei der Schweizer
OSZE-Vertretung, kritisierte unklare Begriffe und eine widersprüchliche Bedrohungsanalyse. Während die Sicherheitsstrategie
Russland als zentrale Gefahr darstelle, halte der NDB einen militärischen Angriff Russlands auf einen europäischen Staat selbst für
sehr unwahrscheinlich. Nutzen und Risiken einer vertieften Zusammenarbeit mit NATO und EU würden zudem nicht ausgewogen
geprüft und nicht einer klaren Neutralitätspolitik gegenübergestellt. Gefordert werden Risiko-Nutzen-Matrizen, Ausstiegs- und
Überprüfungsklauseln sowie eine eigenständige, szenariogestützte Lagebeurteilung. Guy Mettan stellte den am 25. Juni gegründeten Neutralitätsrat vor. Das unabhängige, ehrenamtlich tätige Gremium aus
Völkerrechtlern, Historikern, ex-Diplomaten und Militärs versteht sich als Thinktank für eine glaubwürdige Neutralität und die
gleichberechtigte Anwendung des Völkerrechts. Es will Verstösse unabhängig vom Urheber benennen und Empfehlungen an
Politik, Medien und Öffentlichkeit formulieren. Die Neutralitätsinitiative habe den Impuls zur Gründung gegeben, die Tätigkeit des
Rates gehe jedoch darüber hinaus. Der Völkerrechtler Alfred de Zayas stellte die UNO-Charta ins Zentrum. Völkerrecht sei "ein Ausdruck der menschlichen
Rationalität" und kodifiziere die Regeln friedlichen Zusammenlebens. Für die Schweiz bedeute Neutralität, alle Konfliktparteien
anzuhören, sich nicht an Propagandafeldzügen zu beteiligen und auf einseitige Zwangsmassnahmen zu verzichten. Die guten
Dienste könnten nur glaubwürdig wirken, wenn die Schweiz als unparteiische Vermittlerin wahrgenommen werde. Der Bericht verlangt, die Kooperation mit NATO und EU an der UNO-Charta zu messen, am UNO- oder OSZE-Mandat für
militärische Auslandeinsätze festzuhalten und die amtliche Kommunikation über Bedrohungen strengen Sorgfaltskriterien zu
unterstellen. Eine eigenständige, völkerrechtsbasierte Sicherheitspolitik sei Voraussetzung für Handlungsfreiheit, Glaubwürdigkeit
und wirksame Friedenspolitik. In seinem Bericht vom Juli befasste sich der Neutralitätsrat mit dem vernachlässigten völkerrechtlichen Verbot der Heimtücke,
gemäss Art. 37 des Zusatzprotokolls I zu den Genfer Konventionen. So ist unter anderem das Vorspielen einer
Verhandlungsabsicht mit dem Ziel verboten, den Gegner zu töten oder gefangen zu nehmen. Der Rat empfiehlt der Schweiz als
Vermittlerstaat darauf hinwirken, dass die Unverletzlichkeit von Verhandlungsdelegationen ausdrücklich anerkannt wird. Dokumente: Verpasste Chancen. August 2026 Analyse der Dokumente zur schweizerischen Sicherheitspolitik des Staatssekretariats für Sicherheitspolitik (SEPOS) und des
Nachrichtendienst des Bundes (NDB) Zusammenfassung von Ralph Bosshard Conseil de la Neutralité ... Qui ? Pourquoi ? Comment ? von Guy Mettan Neutralitätsrat - Wer? Warum? Wie? von Guy Mettan Das Völkerrecht als Ausdruck menschlicher Rationalität, von Alfred de Zayas Das Verbot der Heimtücke. Juli 2026 Ein vernachlässigtes Prinzip des Völkerrechts und der Missbrauch von Friedensverhandlungen - Art. 37 des Zusatzprotokolls I
zu den Genfer Konventionen. 1. Bericht des Neutralitätsrates Pressekontakt: Christoph Pfluger, contact@neutralitaetsrat.ch
+41 79 651 05 35
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