Neun Jahre nach der grossen Flucht der Rohingya aus Myanmar bleibt eine Rückkehr in ihre Heimat für die meisten Menschen ausser Reichweite. Über 1,2
Millionen Rohingya leben heute in Bangladesch, davon rund 1,17 Millionen in den Lagern von Cox's Bazar. Gleichzeitig sind in den vergangenen Monaten erneut
Menschen vor der Gewalt in Myanmar geflohen und nach Bangladesch gekommen. Die humanitäre Krise dauert damit an und ist weiterhin die grösste
Flüchtlingskrise weltweit. Die Lebensbedingungen in den dicht besiedelten Lagern bleiben schwierig. Viele Familien sind vollständig von humanitärer
Hilfe abhängig. Erwerbsmöglichkeiten sind stark eingeschränkt, insbesondere für Frauen und Jugendliche. Hinzu kommen Ernährungsunsicherheit, mangelnde
Zukunftsperspektiven und zunehmende Sicherheitsrisiken. Die anhaltende Unsicherheit belastet sowohl die Geflüchteten als auch die Gastgemeinschaften in der
Region. Überschwemmungen und Erdrutsche verschärfen die Not Zusätzlich zu den sozialen und wirtschaftlichen Herausforderungen
sind die Rohingya zunehmend den Folgen des Klimawandels ausgesetzt. Im Juli 2026 führten starke Regenfälle zu Überschwemmungen und Erdrutschen in den
Flüchtlingslagern. Dabei kamen mehrere Menschen ums Leben. Die Ereignisse zeigen erneut, wie verletzlich die Menschen in den provisorischen Siedlungen
sind, die oft an steilen Hängen oder in überschwemmungsgefährdeten Gebieten liegen. Helvetas unterstützt deshalb Massnahmen zur
Katastrophenvorsorge und stärkt die Fähigkeiten von Gemeinschaften, auf Krisen zu reagieren. Jugendliche werden zu Frühwarnsystemen, Evakuierungen und
Brandprävention geschult. Gemeinsame Projekte verbessern Wege, Entwässerungssysteme und den Schutz vor Naturgefahren. Kürzungen der Hilfe
treffen die Schwächsten Die internationale Finanzierung der Rohingya-Hilfe steht zunehmend unter Druck. Der Hilfsplan für 2026 ist deutlich geringer
ausgestattet als in früheren Jahren. Bereits heute wirken sich Finanzierungslücken auf Bildung, Schutzangebote, Einkommensmöglichkeiten und andere wichtige
Dienstleistungen aus. Besonders betroffen sind Kinder und Jugendliche. Untersuchungen zeigen, dass zahlreiche Kinder keine Bildungseinrichtungen mehr
besuchen, unter anderem weil Angebote reduziert oder geschlossen wurden. "Neun Jahre nach der Flucht darf die Rohingya-Krise nicht zu einer
vergessenen Krise werden", sagt Christian Gemperli, Leiter Humanitäre Hilfe bei Helvetas. "Die Menschen in Cox's Bazar verfügen kaum über Perspektiven und
sind gleichzeitig den Folgen von Konflikten, Naturkatastrophen und Finanzierungskürzungen ausgesetzt. Internationale Solidarität bleibt dringend notwendig."
Frauen und Jugendliche stärken Helvetas verbindet humanitäre Hilfe mit langfristiger Resilienzförderung. Im Mittelpunkt stehen die
wirtschaftliche Stärkung von Frauen, die Förderung von Jugendlichen, der Schutz vor geschlechtsspezifischer Gewalt sowie die Verbesserung der
Katastrophenvorsorge. Gemeinsam mit lokalen Partnerorganisationen unterstützt Helvetas Rohingya-Geflüchtete und Gastgemeinschaften dabei, ihre
Fähigkeiten auszubauen und ihre Widerstandskraft gegenüber Krisen zu stärken. So begleiten lokale Fachpersonen Frauen beim Aufbau kleiner
Unternehmen, damit sie ein eigenes Einkommen erwirtschaften können. Jugendliche engagieren sich als Multiplikator:innen für Katastrophenvorsorge,
Brandschutz sowie die Prävention von Kinderheirat und Gewalt. Diese Ansätze stärken den sozialen Zusammenhalt in einer Situation, die für viele Menschen von
Unsicherheit geprägt ist. Hilfe für über 30'000 Haushalte Mit ihren Projekten unterstützt Helvetas rund 30'000 Haushalte - 18'000
Rohingya-Haushalte und 12'000 Haushalte von Einheimischen, die um die Geflüchteten-Camps wohnen. Ergänzend dazu leistete Helvetas im vergangenen Jahr
Nothilfe für besonders verletzliche Familien, unter anderem nach Überschwemmungen und anderen Extremereignissen. Eine sichere, freiwillige
Rückkehr nach Myanmar liegt immer noch in weiter Ferne. Deshalb bleibt die Unterstützung der Rohingya und der aufnehmenden Gemeinden eine zentrale
internationale Aufgabe. Pressekontakt: Matthias Herfeldt
Leiter Kommunikation
044
368 65 48, 076 338 59 38
matthias.herfeldt@helvetas.org
www.kmu-press.ch ist ein Angebot von www.help.ch. Nutzen Sie KMU-Press.ch, die spezialisierte Plattform für Pressemitteilungen von Schweizer KMU.
Als Betreiber von KMU-Press.ch steht HELP.ch für hohe Reichweite, professionelle Veröffentlichung und maximale Sichtbarkeit Ihrer Unternehmensnews.
Mit einer Vielzahl an Ressourcen und Lösungen, die gezielt auf die Bedürfnisse von Schweizer KMU zugeschnitten sind, bietet HELP.ch eine leistungsstarke Plattform für Unternehmenskommunikation und Online-Sichtbarkeit.