Seit mehreren Wochen näherte sich der Preis für Bleifrei 95 unaufhaltsam der Marke von zwei Franken pro Liter. Diese symbolische Schwelle wurde nun
überschritten: Der Durchschnittspreis liegt in der Schweiz bei 2.02 Franken pro Liter, was einem Anstieg von fünf Rappen innerhalb einer Woche entspricht. Ein
solches Preisniveau wurde zuletzt im September 2022, zu Beginn des Kriegs in der Ukraine, erreicht. Diesel folgt derselben Entwicklung und verteuerte sich
ebenfalls um fünf Rappen innerhalb einer Woche auf 2.27 Franken pro Liter. Spannungen im Nahen Osten und begrenzte Raffineriekapazitäten
Die geopolitische Lage im Nahen Osten bleibt äusserst angespannt. Die Unsicherheiten über die weitere Entwicklung in der Region sorgen weiterhin für
eine hohe Volatilität auf den Energiemärkten. Gleichzeitig wurden in den vergangenen Monaten mehrere Raffinerien im Persischen Golf und in Russland
beschädigt, wodurch die weltweiten Raffineriekapazitäten zurückgegangen sind. Selbst wenn genügend Rohöl verfügbar ist, können diese Anlagen nicht mehr
gleich viel Treibstoff produzieren wie zuvor. Die Preise für raffinierte Produkte wie Benzin und Diesel bleiben deshalb auf einem hohen Niveau.
Niedrigwasser auf dem Rhein verteuert den Transport Zu diesen Spannungen kommen Probleme im Gütertransport hinzu. Aufgrund der
anhaltenden Hitze und Trockenheit führt der Rhein aussergewöhnlich wenig Wasser. Tankschiffe können ihre Ladung nicht mehr vollständig auslasten, was zu
deutlich höheren Transportkosten führt. Innerhalb von etwas mehr als einem Monat ist der Tarif für den Binnenschifftransport zwischen Rotterdam und
Basel von 33.50 Franken auf 240 Franken pro Tonne gestiegen. Der Pegel des Rheins bei Kaub in Deutschland ist inzwischen unter die Marke von 35
Zentimetern gefallen, wodurch der Gütertransport auf diesem Abschnitt eingestellt werden musste. Zum Vergleich: Für eine komfortable Schifffahrt gilt ein Pegel
von rund 200 Zentimetern, erste Einschränkungen treten bereits bei Wasserständen unter 120 Zentimetern auf. Die Transporte zwischen der Raffinerie Karlsruhe
und Basel auf dem kanalisierten Rheinabschnitt scheinen hingegen trotz des tiefen Wasserstands vorerst weiterhin möglich zu sein. Preise weiterhin
unter den Rekordwerten von 2022 Trotz dieses erneuten Preisanstiegs liegen die aktuellen Treibstoffpreise weiterhin unter den Rekordwerten des
Jahres 2022. Damals erreichte Bleifrei 95 einen Höchstpreis von 2.31 Franken pro Liter, Diesel stieg auf 2.40 Franken pro Liter. Der Durchschnittspreis für Bleifrei
95 lag anschliessend während nahezu sechs Monaten - von März bis September 2022 - über der Marke von zwei Franken pro Liter. Beim Diesel hielt diese
Phase sogar rund ein Jahr an, nämlich von März 2022 bis März 2023. TCS-Tipps, um höhere Treibstoffkosten zu begrenzen Angesichts
der steigenden Treibstoffpreise empfiehlt der TCS die Nutzung seines Benzinpreisradars, mit dem sich die Preise von rund 3'800 Tankstellen in der Schweiz
vergleichen lassen. So kann rasch die günstigste Tankstelle in der Nähe gefunden werden. Ob sich ein Umweg zum Tanken lohnt, lässt sich anhand der "Dreimal-
5-Regel" beurteilen: Ein Umweg von 5 Kilometern lohnt sich, wenn dadurch 5 Rappen pro Liter gespart werden können und rund 50 Liter getankt werden. Der TCS empfiehlt zudem eine vorausschauende und gleichmässige Fahrweise nach den Grundsätzen von EcoDrive. Wer ruhig und vorausschauend fährt,
kann seinen Treibstoffverbrauch um bis zu 20 Prozent senken. Die massgebenden Einflussfaktoren für den Treibstoffpreis Die Preise an
Schweizer Tankstellen werden von einer Vielzahl nationaler und internationaler Faktoren beeinflusst: Pressekontakt: Vanessa Flack, Mediensprecherin TCS Tel. 058 827 34 41 |
vanessa.flack@tcs.ch
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