Hinweis an die Redaktion: Folgen der Mittelkürzungen für Menschen mit Behinderungen Dem Bericht zufolge war 2025 das Jahr mit dem stärksten jährlichen Rückgang
der öffentlichen Entwicklungshilfe, der je verzeichnet wurde. Demnach sank die weltweite Hilfe um 23,1 Prozent. Erstmals haben im selben Jahr die fünf grössten
Geberländer der Welt ihre Hilfsbudgets gekürzt. Der Bericht warnt davor, dass die aktuellen Kürzungen der Hilfe die Inklusion von Menschen mit
Behinderungen noch stärker an den Rand der internationalen Zusammenarbeit drängen könnten. Daniel Suda-Lang, Geschäftsleiter von HI Schweiz,
erklärt: "Jede Budgetkürzung hat auch menschliche Folgen. Sie kann Menschen den Zugang zu Rehabilitation, Bildung, Gesundheitsversorgung oder zu
anderen Unterstützungsleistungen, die für ihre Selbstständigkeit unverzichtbar sind, nehmen. [...] Die internationale Gemeinschaft muss reagieren und diese
Entwicklung umkehren, bevor ihre Folgen irreversibel werden." Behindertenorganisationen befinden sich in einer beispiellosen Finanzierungskrise
Die Umfrage zeigte, dass 79 Prozent der Organisationen, die Menschen mit Behinderungen unterstützen, in den vergangenen 18 Monaten von
schweren oder sehr schweren Finanzierungskürzungen betroffen waren. Dies betraf Organisationen in allen Regionen und auf allen organisatorischen Ebenen.
Die Folgen waren unmittelbar: In der Schweiz verschärfen Kürzungen in der internationalen Zusammenarbeit diese Krise zusätzlich. Der Bundesrat plant, die Mittel für die bilaterale
und multilaterale Entwicklungszusammenarbeit drastisch zu reduzieren, unter anderem zugunsten der humanitären Hilfe und nationaler Interessen. Diese
Neuausrichtung gefährdet die langfristige Finanzierung, die für Organisationen von Menschen mit Behinderungen und für Programme zur Förderung ihrer
Inklusion unerlässlich ist. Besonders betroffen: Frauen, Kinder, Geflüchtete und die ländliche Bevölkerung Der Bericht kommt zum
Schluss, dass die Kürzungen der internationalen Hilfe Menschen mit Behinderungen, die ohnehin schon vielfältigen Formen der Ausgrenzung ausgesetzt sind,
unverhältnismässig stark treffen. Die befragten Organisationen nannten folgende Gruppen als besonders betroffen: Frauen und Mädchen mit Behinderungen haben nur eingeschränkten Zugang zu spezialisierten Unterstützungsleistungen und sind einem erhöhten Risiko
geschlechtsspezifischer Gewalt ausgesetzt. Kinder und Jugendliche sind von Unterbrechungen bei Rehabilitations-, Ernährungs- und Bildungsangeboten
betroffen, was das Risiko von Schulabbruch, Mangelernährung und irreversiblen Entwicklungsverzögerungen mit sich bringt. Angesichts dieser
Erkenntnisse fordert HI Schweiz den Bundesrat zum Handeln auf. In einer Petition fordert die Organisation, dass die Schweiz Menschen mit Behinderungen
umfassender in ihre humanitäre Hilfe einbezieht. Im Winter 2026 wird sie beim Bundesrat eine entsprechende Motion einreichen. Jede Unterschrift erhöht die
Chancen, dass diese Motion angenommen wird. Die Petition kann unter folgendem Link unterzeichnet werden: www.handicap-international.ch/petition
Pressekontakt: Pauline Wilhelm
Handicap International Schweiz
Kommunikationsbeauftragte
Avenue de la Paix 11 - 1202
Genève
p.wilhelm@hi.org
022 710 93 36
https://www.handicap-international.ch/de
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