Für 4 von 5 Erwachsenen in der Schweiz hat die Klimadebatte einen geringen oder gar keinen Einfluss auf ihre Konsum-
und Finanzentscheidungen. Das zeigt eine repräsentative Comparis-Befragung. Dieser Wert hat sich in den vergangenen 7 Jahren
noch deutlich erhöht. «Zwar behaupten viele Schweizerinnen und Schweizer, sie würden etwa Flugreisen oder ihren Fleischkonsum
reduzieren, doch die Fakten sprechen eine andere Sprache», sagt Comparis-Finanzexperte Michael Kuhn. 75 Prozent
der Personen mit einem tiefen Bruttohaushaltseinkommen bis zu 4’000 Franken geben an, die Klimadebatte habe keinen oder
maximal einen geringen Einfluss auf ihre Konsum- und Finanzentscheidungen. Bei den Gutverdienenden mit einem
Bruttohaushaltseinkommen von über 8’000 Franken sind es sogar noch mehr: 84 Prozent dieser Befragten lassen sich bei ihren
Konsum- oder Finanzentscheidungen kaum oder gar nicht von der Klimadebatte beeinflussen. «Der Verzicht oder eine
Verhaltensänderung scheint Gutverdienenden noch schwerer zu fallen als Menschen mit weniger Geld im Portemonnaie. Das
dürfte auch daran liegen, dass sich Besserverdienende schlicht mehr Reisen und mehr Konsum leisten können», sagt Comparis-
Consumer-Finance-Experte Michael Kuhn. Wer Kinder hat, handelt nachhaltiger Befragte mit Kindern im
Haushalt messen dem Thema eine höhere Bedeutung zu und handeln auch im Alltag bewusster: 74 Prozent von ihnen geben an,
dass die Klimadebatte einen geringen bis sehr grossen Einfluss auf ihre Entscheidungen hat, während es bei Haushalten ohne
Kinder nur 62 Prozent sind. «Wer über die eigene Lebensspanne hinausdenkt und auch kommende Generationen im Blick
hat, agiert umsichtiger. Das zeigt sich auch bei der Haushaltsgrösse: Die Klimadiskussion prägt bei Drei- und
Mehrpersonenhaushalten das eigene Verhalten deutlich stärker als bei Ein- und Zweipersonenhaushalten», sagt Kuhn.
Klimamüdigkeit macht sich seit Jahren breit Interessant ist die Entwicklung der Umfrageergebnisse seit der ersten
Studie im Jahr 2019: Comparis hat die Frage nach dem Einfluss der Klimadebatte auf Konsum- und Finanzentscheidungen bereits
14-mal gestellt. Zwischen Dezember 2020 und August 2023 haben jeweils 66 bis 70 Prozent mit "geringem" oder "gar keinem
Einfluss" geantwortet. Danach nahm dieser Wert kontinuierlich zu, bis zu den neusten 80 Prozent. Der prozentuale Anteil der
Personen, die gar keinen Einfluss sehen, stieg von einst 18 bis 20 Prozent auf aktuell 34 Prozent. «Diese Klimamüdigkeit
ist das Resultat eines fatalen Mixes aus greifbareren, dringenderen Problemen wie zum Beispiel steigenden
Krankenkassenprämien, höheren Mieten, Kriegen und Teuerung, einer Ermüdung durch eine omnipräsente Debatte sowie einem
Gefühl der Machtlosigkeit, teils sogar Fatalismus», ordnet Kuhn ein. Wollen ist nicht gleich Handeln Wie
hat die Klimadebatte das Nutzungsverhalten konkret im Vergleich zu vor einem Jahr beeinflusst? 40 Prozent aller, die mindestens
einen geringen Einfluss der Debatte auf ihr Konsumverhalten einräumen, gaben auf diese Frage an, sie würden weniger Fleisch
und tierische Produkte konsumieren. 36 Prozent gaben an, sie hätten bei Flugreisen Abstriche gemacht. Diese Werte sind seit
Jahren ziemlich stabil – aber spiegeln sie auch die Realität? Ein Blick in statistische Daten zeigt: Der Fleischkonsum stieg
von 2023 (48 Kilo, der tiefste Wert seit dem Jahr 2000) bis 2024 (50 Kilo) und danach nochmals im Jahr 2025 (51 Kilo pro Kopf).
Insgesamt blieb der Fleischkonsum seit 2019, dem ersten Jahr der Comparis-Umfrage, stabil bei rund 50 Kilo pro Kopf, gemäss
dem Agrarbericht des Bundesamts für Landwirtschaft. Der jährliche Pro-Kopf-Verbrauch von Eiern stieg 2025 sogar zum ersten Mal
über die 200er-Marke auf 209, wie Zahlen des Bundesamtes für Zoll und Grenzsicherheit zeigen. Der Pro-Kopf-Verbrauch von
Milch und Milchprodukten blieb in den letzten Jahren ziemlich stabil. Ein ähnliches Bild zeigt sich bei den Flugreisen: Die
Zahl der Lokalpassagiere ab dem Flughafen Zürich nimmt zu: Waren es im Jahr 2019 noch 22,2 Millionen Lokalpassagiere, waren
es letztes Jahr 23,2 Millionen – ein neuer Rekord. Auch wenn nicht alle, die in Zürich abfliegen oder landen in der Schweiz wohnen,
gibt es diverse weitere Indikatoren, die darauf hindeuten, dass die Nachfrage nach Flugreisen nicht gesunken ist; zum Beispiel die
im Vergleich zu 2019 gestiegenen Ausgaben für Auslandreisen gemäss Bundesamts für Statistik oder die Mikrozensus-Auswertung
der HSLU für die Stadt Zürich. Diese zeigt, dass die Stadtzürcherinnen und Stadtzürcher 2024 mit durchschnittlich 10’500
Kilometern rund 600 Kilometer weiter geflogen sind als 2023. «Man hätte zwar gerne, dass etwas getan wird, aber wenn
es dann darum geht, selbst auf eine Flugreise, Kleider oder ein Schnitzel zu verzichten, will man das dann doch nicht», meint Kuhn.
«Zwar gibt es einen kleinen Teil der Schweizer Bevölkerung, der aufgrund der Klimaveränderung bewusster lebt und zum Beispiel
weniger Fleisch und tierische Produkte konsumiert. Doch es sind wohl noch deutlich weniger, als der kleine Anteil an Personen, der
angibt, entsprechend zu handeln.» Einkaufstipps: Vor dem Kauf eine Pause machen Fragen Sie sich kurz: Brauche ich das wirklich, oder ist es ein Spontankauf? Eine feste Wartezeit von 24 Stunden hilft oft,
impulsive Käufe zu vermeiden. Mehr auf Nutzung als auf Besitz achten Prüfen Sie, wie lange Sie ein
Produkt wirklich nutzen werden. Langlebige, reparierbare oder ausleihbare Produkte sind oft sinnvoller als ein schneller Neukauf.
Alternativen zuerst prüfen Vor einem Neukauf lohnt es sich, folgende Optionen zu prüfen: reparieren,
gebraucht kaufen, tauschen oder leihen. So können Sie Geld sparen und unnötige Käufe vermeiden. Ein Vergleich der Angebote
lohnt sich. Bewusst entscheiden Bei Dingen des täglichen Lebens: Ziehen Sie nur mit einer Einkaufsliste
los. Lang haltbare Produkte wie Waschmittel und Teigwaren in Aktion kaufen. Saisonal und regional einzukaufen und
Lebensmittelverschwendung zu vermeiden, ist nachhaltig. Bei Kleidung kann es sich lohnen, Qualität statt Menge zu wählen und
bei Bedarf Secondhand-Angebote zu prüfen. Klima- und Geldwirkung zusammen denken Gute Absichten
führen nicht automatisch zu verändertem Verhalten. Wer Entscheidungen mit einem einfachen Kriteriencheck trifft - Preis, Nutzen,
Haltbarkeit, Herkunft und echte Alternative — kann bessere Kaufentscheidungen treffen. Methodik Die
repräsentative Befragung wurde durch das Marktforschungsinstitut Innofact im Auftrag von comparis.ch im Juli 2026 unter 1’040
Personen in allen Regionen der Schweiz durchgeführt. Repräsentativität bedeutet, dass die Teilnehmenden einer Umfrage die
gesamte Zielgruppe gut widerspiegeln. Das heisst, wichtige Merkmale wie Alter, Geschlecht oder Wohnregion sind ähnlich verteilt
wie in der ganzen Bevölkerung. So kann man die Ergebnisse besser auf alle übertragen. Weitere Informationen:
Michael Kuhn
Consumer-Finance-Experte
Telefon: 044 360 53 91
E-Mail:
media@comparis.ch
comparis.ch
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