In der Ansprechbar können Jugendliche und junge Erwachsene zwischen 15 und 25 Jahren an drei Nachmittagen pro Woche kostenlos, ohne Voranmeldung
und unkompliziert über das sprechen, was sie beschäftigt. Geschulte Gleichaltrige, sogenannte «Listener», stehen bereit und nehmen sich Zeit für ihre Anliegen.
Falls nötig, kann im Hintergrund jederzeit eine Fachperson weitere Unterstützung vermitteln. Im Mittelpunkt steht jedoch das Gespräch – als niederschwellige
Unterstützung in belastenden Lebensphasen.«Es geht um eine Entlastung der bestehenden Versorgungsstruktur», sagt Sarah Bestgen, Projektleiterin der
Ansprechbar und Dozentin an der Hochschule für Soziale Arbeit FHNW. «Nicht indem wir schwere Fälle auffangen, sondern indem junge Menschen früh
Unterstützung erhalten, bevor Probleme grösser werden. Die Ansprechbar soll einfach ein Ort sein, an dem jemand zuhört.» Eine Lücke zwischen
Alltag und Versorgung Ausgangspunkt des Projekts war die Frage, welche Angebote jungen Menschen in Basel in belastenden Situationen fehlen.
Die Psychiatriekommission beider Basel identifizierte insbesondere einen Mangel an niederschwelligen psychosozialen Unterstützungsangeboten für Jugendliche
und junge Erwachsene und beauftragte die Hochschule für Soziale Arbeit FHNW damit, ein Konzept zu entwickeln, das sich an internationalen Vorbildern
orientiert und gleichzeitig auf die Bedürfnisse und Strukturen der Region Basel zugeschnitten ist. «Wir haben mit Fachpersonen, Organisationen und Stiftungen
gesprochen und gefragt: Wie müsste ein Angebot aussehen, das wirklich genutzt wird? Daraus ist die Ansprechbar entstanden», sagt Sarah Bestgen.
Junge Menschen hören jungen Menschen zu Die Gespräche führen die «Listener»: junge Erwachsene zwischen 18 und 30 Jahren, die für ihre
Aufgabe sorgfältig geschult werden. Sie kommen aus unterschiedlichen Lebens- und Ausbildungskontexten und begleiten Gleichaltrige auf Augenhöhe. Anders
als bei internationalen Vorbildern handelt es sich nicht um Freiwilligenarbeit: Die Listener werden für ihren Einsatz honoriert – eine Massnahme, mit der
Verbindlichkeit geschaffen und die Qualität des Angebots gesichert werden soll. Einfach da sein Im Zentrum des Angebots steht das
Gespräch, die Ansprechbar bietet kein therapeutisches Setting. «Probleme zu lösen ist gar nicht das Ziel», sagt Sarah Bestgen. «Es geht darum, dass jemand da
ist und zuhört. Vielleicht löst das nicht alles – aber es ist oft ein erster wichtiger Moment, in dem jemand merkt: Ich bin mit meiner Situation nicht allein.»Für viele
junge Menschen ist genau dieses Gespräch bereits die Unterstützung, die sie brauchen. Wenn sich allerdings im Gespräch zeigt, dass weiterführende
Massnahmen sinnvoll sind, wird gemeinsam nach passenden Angeboten gesucht. Für diese Fälle und akute Krisensituationen ist deshalb stets eine Fachperson
vor Ort. Pilotprojekt mit Blick in die Zukunft Weil Reden hilft: Unter diesem Gedanken startet die Ansprechbar zunächst als zweijähriges
Pilotprojekt. In dieser Zeit soll untersucht werden, wie das Angebot angenommen wird und wie es sich langfristig in die psychosoziale Versorgungslandschaft
integrieren lässt. Ziel ist es, das Gesprächsangebot dauerhaft zu etablieren und perspektivisch auch über Basel hinaus weiterzuentwickeln. Link auf
Webseite www.ansprechbar.ch Kontakt Fachhochschule Nordwestschweiz FHNW Weitere Informationen auf www.fhnw.ch Die Hochschule für Soziale Arbeit
FHNW Die Hochschule für Soziale Arbeit FHNW mit Standorten in Olten und Muttenz ist lokal und regional verankert, international vernetzt und in
ihren Leistungen in Aus- und Weiterbildung, Forschung und Dienstleistung breit anerkannt. In ihrem Forschungs- und Entwicklungsschwerpunkt «Soziale
Innovation» analysiert, initiiert und begleitet sie Innovationsprozesse in Kooperation und im Austausch mit der Praxis. Sie fördert damit die Professionalisierung
der Sozialen Arbeit und trägt massgeblich zum Verständnis und zur innovativen Bearbeitung sozialer Probleme und gesellschaftlicher Herausforderungen bei. Weitere Informationen auf www.fhnw.ch/hsa Fachhochschule Nordwestschweiz FHNW
Hochschule für Soziale
Arbeit
Sarah Bestgen
Dozentin Institut Beratung, Coaching und Sozialmanagement
Riggenbachstrasse 16
4600 Olten
T +41 629572101
M sarah.bestgen@fhnw.ch
www.fhnw.ch/sozialearbeit
Dominik Lehmann
Leiter Kommunikation
FHNW
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dominik.lehmann@fhnw.ch
www.fhnw.ch
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