«Unsere Prognose für 2026 bleibt unverändert. Wir erwarten einen in Lokalwährungen etwa stabilen Umsatz und eine EBITDA-Marge vor Sondereffekten von rund 18 %. Der Konflikt im Nahen Osten belastet weiterhin insbesondere unser Katalysatorengeschäft. Für das zweite Halbjahr rechnen wir jedoch mit einer stärkeren Entwicklung, da vor allem Kunden ausserhalb des Nahen Ostens ihre Geschäftstätigkeit wieder aufnehmen. Gleichzeitig setzen wir unsere bewährten, wertorientierten Preismassnahmen erfolgreich fort. Dabei nutzen wir unsere differenzierten und innovativen Kundenlösungen, die wir über unsere weltweiten Produktionsnetzwerke zuverlässig bereitstellen», ergänzte Conrad Keijzer. Clariant, ein auf Nachhaltigkeit ausgerichtetes Spezialchemieunternehmen, erzielte im zweiten Quartal 2026 einen Umsatz von CHF 941,3 Mio. Dies entspricht auf vergleichbarer Basis einem Anstieg von 0,6 % gegenüber dem Vorjahr. Unter Einbezug der Auswirkungen der Portfoliobereinigung sank der Umsatz in Lokalwährungen um 0,3 %. Die Verkaufspreise stiegen um 3,0 %. Grund dafür waren konsequente wertorientierte Preismassnahmen zur Kompensation der inflationsbedingt höheren Rohstoffpreise. Die Absatzmengen gingen um 3,3 % zurück, was hauptsächlich auf den Konflikt im Nahen Osten sowie auf Massnahmen zur Portfoliobereinigung zurückzuführen war. In Schweizer Franken lag der Umsatz 2,7 % unter dem zweiten Quartal 2025. Der negative Währungseffekt von 2,4 % wurde hauptsächlich durch die Entwicklung der indischen Rupie, des Euro und des US-Dollars verursacht. Der Umsatz von Care Chemicals stieg gegenüber dem zweiten Quartal 2025 in Lokalwährungen und ohne Berücksichtigung der Portfoliobereinigung um 4,2 %. Die Preise erhöhten sich um 3,7 %, unterstützt durch ein konsequentes wertorientiertes Preismanagement zur Kompensation höherer Rohstoffkosten. Das zugrunde liegende Absatzwachstum betrug 0,5 %. Unter Einbezug der Portfoliobereinigung nahm der Umsatz in Lokalwährungen um 2,5 % zu. Die positive Preisentwicklung wurde dabei teilweise durch einen Mengenrückgang von 1,2 % abgeschwächt. Die Bereiche Personal & Home Care, Industrial Applications und Mining Solutions erzielten dank höherer Preise und Absatzmengen ein Umsatzwachstum. In den übrigen Bereichen ging der Umsatz aufgrund tieferer Mengen zurück. Die Portfoliobereinigung wirkte sich insbesondere auf Oil Services und Base Chemicals aus. Der Umsatz von Catalysts sank in Lokalwährungen um 13,3 %. Eine positive Preisentwicklung von 0,9 % konnte den Mengenrückgang von 14,2 % nicht kompensieren. Die weiterhin volatile Situation im Nahen Osten führte dazu, dass Kunden Bestellungen verschoben. Während der Umsatz im Bereich Specialties zunahm, verzeichneten die übrigen Bereiche Rückgänge. Adsorbents & Additives steigerte den Umsatz in Lokalwährungen um 5,3 %. Dazu trugen sowohl höhere Preise von 3,3 % als auch ein Mengenwachstum von 2,0 % bei, insbesondere bei Beschichtungen und Flammschutzmitteln. Der Umsatz im Bereich Additives stieg dank höherer Preise und Absatzmengen. Bei Adsorbents blieb der Umsatz stabil. Das Wachstum bei Anwendungen für erneuerbare Kraftstoffe in den USA wurde durch eine schwächere Nachfrage bei Reinigungs- und Industrieanwendungen mehr als ausgeglichen. Das EBITDA des Konzerns vor Sondereffekten erhöhte sich gegenüber dem Vorjahr um 1,5 % auf CHF 171,1 Mio. Die entsprechende Marge stieg von 17,4 % auf 18,2 %. Die Verbesserung um 80 Basispunkte war insbesondere auf die starke Entwicklung bei Care Chemicals zurückzuführen. Höhere Preise und positive zugrunde liegende Absatzmengen wurden zusätzlich durch einen vorteilhaften Bewertungseffekt bei den Lagerbeständen unterstützt. Auch die Programme zur Leistungssteigerung trugen zur Margenentwicklung bei, insbesondere bei Adsorbents & Additives. Diese positiven Faktoren kompensierten die negativen Auswirkungen des Nahostkonflikts auf Catalysts und Oil Services sowie die höheren Kosten für Rohstoffe von 7,4 %, Energie von 6,0 % und Logistik von 8,1 % mehr als vollständig. Clariant reagierte entschlossen auf das anspruchsvolle makroökonomische Umfeld, das weiterhin von Risiken und Unsicherheiten infolge des Konflikts im Nahen Osten geprägt ist. Im Rahmen des gezielten Kostenmanagements identifizierte das Unternehmen zusätzliche Möglichkeiten, den Beitrag der Programme zur Leistungssteigerung um mehr als CHF 20 Mio. zu erhöhen. Damit steigt das Ziel für die annualisierten Einsparungen von den am Investorentag 2024 ursprünglich angekündigten CHF 80 Mio. auf CHF 100 Mio. Aufgrund der erfolgreichen Umsetzung zentraler Massnahmen erwartet Clariant, bis Ende 2026 annualisierte Einsparungen von CHF 90 Mio. zu erzielen. Im zweiten Quartal wurden Einsparungen von CHF 10 Mio. erreicht. Die zusätzlichen Kosteneinsparungen führen zu einmaligen Restrukturierungskosten von CHF 29 Mio. Davon wurden CHF 24 Mio. im zweiten Quartal 2026 verbucht. Das ausgewiesene EBITDA des Konzerns stieg um 2,8 % auf CHF 142,4 Mio. Die EBITDA-Marge verbesserte sich gegenüber dem zweiten Quartal 2025 um 80 Basispunkte von 14,3 % auf 15,1 %. Diese Entwicklung war auf den Beitrag der Programme zur Leistungssteigerung und auf Produktivitätsfortschritte zurückzuführen, obwohl die Restrukturierungskosten leicht über dem Vorjahresniveau lagen. Im ersten Halbjahr 2026 erzielte Clariant einen Umsatz von CHF 1,8593 Mrd. Ohne Berücksichtigung der Portfoliobereinigung blieb der Umsatz in Lokalwährungen stabil. Unter Einbezug dieser Massnahmen ging er um 1,2 % zurück. Die Preisentwicklung hatte einen positiven Einfluss von 0,7 % auf den Konzernumsatz. Die Absatzmengen sanken dagegen um 1,9 %, was auf den Konflikt im Nahen Osten und die Portfoliobereinigung zurückzuführen war. In Schweizer Franken lag der Umsatz 6,1 % unter dem ersten Halbjahr 2025. Der negative Währungseffekt von 4,9 % wurde hauptsächlich durch den US-Dollar, die indische Rupie und den Euro verursacht. Care Chemicals steigerte den Umsatz in Lokalwährungen ohne Berücksichtigung der Portfoliobereinigung um 2,3 %. Unter Einbezug dieser Massnahmen resultierte ein Wachstum von 0,1 %. Das stärkste Wachstum wurde bei Personal & Home Care erzielt, gefolgt von Mining Solutions und Industrial Applications. Oil Services legte auf zugrunde liegender Basis und ohne Berücksichtigung der Portfoliobereinigung ebenfalls zu. In den übrigen Bereichen ging der Umsatz zurück. Bei Catalysts sank der Umsatz in Lokalwährungen um 8,3 %. Grund dafür waren tiefere Absatzmengen, da der Konflikt im Nahen Osten insbesondere dort und in Asien zu Verzögerungen bei Kundenbestellungen führte. Der Umsatz im Bereich Specialties nahm zu. Bei Ethylene war ein leichter Rückgang zu verzeichnen, während Syngas & Fuels und Propylene deutlichere Einbussen hinnehmen mussten. Adsorbents & Additives steigerte den Umsatz in Lokalwährungen um 1,3 %. Getragen wurde das Wachstum insbesondere durch die starke Entwicklung im Bereich Additives. Das EBITDA des Konzerns vor Sondereffekten sank gegenüber dem Vorjahr um 7,7 % auf CHF 331,3 Mio. Die entsprechende Marge belief sich auf 17,8 %, verglichen mit 18,1 % im Vorjahr. Die starke Entwicklung bei Care Chemicals konnte den Grossteil der Belastungen aus dem Nahostkonflikt im Geschäftsbereich Catalysts ausgleichen. Die Rohstoffkosten stiegen um 1,5 % und die Energiekosten um 4,0 %. Die Logistikkosten gingen dagegen um 1,1 % zurück. Insgesamt konnten diese Kostenentwicklungen durch Preismassnahmen kompensiert werden. Die Programme zur Leistungssteigerung führten im ersten Halbjahr 2026 zu Kosteneinsparungen von CHF 19 Mio. Dies unterstützt das Ziel, im Gesamtjahr annualisierte Einsparungen von CHF 90 Mio. zu erreichen, verglichen mit CHF 50 Mio. im Vorjahr. Das ausgewiesene EBITDA des Konzerns stieg aufgrund tieferer Restrukturierungskosten gegenüber dem Vorjahr um 3,1 % auf CHF 300,2 Mio. Die EBITDA-Marge verbesserte sich damit um 140 Basispunkte von 14,7 % im ersten Halbjahr 2025 auf 16,1 %. Das Konzernergebnis belief sich auf CHF 85,0 Mio., gegenüber CHF 44,2 Mio. im Vorjahr. Die Verbesserung war hauptsächlich auf tiefere Restrukturierungsaufwendungen und Wertminderungen zurückzuführen. Der Geldfluss aus betrieblicher Tätigkeit betrug CHF 168,7 Mio., verglichen mit CHF 115,9 Mio. im ersten Halbjahr 2025. Ausschlaggebend waren ein wirksames Management des Nettoumlaufvermögens und die höhere Profitabilität. Die Free-Cashflow-Conversion der letzten zwölf Monate von Juli 2025 bis Juni 2026 erhöhte sich um 15 Prozentpunkte auf 52 %. Ende des ersten Halbjahres 2025 hatte sie 37 % betragen. Die Nettoverschuldung des Konzerns stieg von CHF 1,4139 Mrd. Ende 2025 auf CHF 1,4931 Mrd. Das Verhältnis der Nettoverschuldung zum EBITDA vor Sondereffekten der letzten zwölf Monate belief sich am Ende des zweiten Quartals auf das 2,2-Fache, verglichen mit dem 2,0-Fachen Ende 2025. Die biobasierten Reiswachsadditive der Produktreihe Licocare™ RBW von Clariant erhielten von der US-amerikanischen Arzneimittel- und Lebensmittelbehörde FDA eine erweiterte Zulassung für den Einsatz in Hart-PVC-Anwendungen mit einmaligem oder wiederholtem Lebensmittelkontakt. Neben der FDA-Zulassung verfügt das Licocare-RBW-Portfolio von Clariant über weitere lebensmittelrechtliche Zulassungen in verschiedenen Rechtsräumen, darunter Europa und Japan. Damit erhalten Hersteller weltweit den regulatorischen Rahmen, um in Anwendungen mit Lebensmittelkontakt erneuerbare Alternativen einzusetzen. Der strategische Fokus von Clariant auf innovative Chemielösungen zeigte sich auch in einem weiteren Anstieg des Anteils der Innovationsumsätze. Dieser erhöhte sich in den letzten zwölf Monaten von Juli 2025 bis Juni 2026 auf 19,4 %, gegenüber 18,8 % im Gesamtjahr 2025. Die gesamten Treibhausgasemissionen von Clariant aus Scope 1 und 2 lagen in den letzten zwölf Monaten mit 0,42 Mio. Tonnen um 2,3 % unter den 0,43 Mio. Tonnen des Gesamtjahres 2025. Die gesamten indirekten Treibhausgasemissionen aus eingekauften Waren und Dienstleistungen gemäss Scope 3.1 und Scope 3.12 gingen in den letzten zwölf Monaten um 1,1 % auf 3,69 Mio. Tonnen zurück. Im Gesamtjahr 2025 hatten sie 3,73 Mio. Tonnen betragen. Am 29. Juli 2026 wies das Bezirksgericht Amsterdam die von Shell gegen Clariant und drei weitere Beklagte eingereichte Schadenersatzklage in Bezug auf Clariant vollumfänglich ab. Das Gericht bestätigte damit die Position von Clariant, wonach Shell durch das Verhalten des Unternehmens kein zurechenbarer Schaden entstanden ist. Die Richter kamen insbesondere zum Schluss, dass keine Beweise dafür vorliegen, dass der Informationsaustausch zwischen den Abnehmern den Markt geschädigt oder Preiskennzahlen wie den monatlichen Vertragspreis, den sogenannten Monthly Contract Price oder MCP, beeinflusst hat. Clariant hat stets die Auffassung vertreten, dass das betreffende Verhalten keine Auswirkungen auf den Markt hatte. Das Unternehmen wird sich auch in den verbleibenden Verfahren in den Niederlanden und in Deutschland weiterhin entschieden verteidigen. Das Bezirksgericht Amsterdam wies zudem eine Klage der Zweckgesellschaft «Stichting Ethylene Claims» ab. Diese hatte eine gerichtliche Feststellung der Haftung der Beklagten für dasselbe Verhalten verlangt. Clariant erwartet für das Gesamtjahr 2026 weiterhin ein anspruchsvolles und volatiles Marktumfeld, das von geopolitischen Herausforderungen, Unsicherheiten und Risiken geprägt sein wird. Der Konflikt im Nahen Osten dürfte sich weiterhin auf die Auftragseingänge bei Catalysts sowie bei Oil Services innerhalb von Care Chemicals auswirken. Clariant setzt sein bewährtes wertorientiertes Preismanagement fort, um den erheblichen annualisierten Kostenanstieg bei Rohstoffen, Energie und Logistik zu kompensieren. Unterstützt wird das Unternehmen dabei durch sein weltweites Produktionsnetzwerk. Clariant rechnet weiterhin mit einem in Lokalwährungen etwa stabilen Umsatz. Dabei soll der negative Einfluss der Portfoliobereinigung aus dem Vorjahr von 1 % auf Konzernebene und von 2 % bei Care Chemicals ausgeglichen werden. Bei Adsorbents & Additives wird ein Wachstum erwartet. Für Care Chemicals rechnet Clariant auf zugrunde liegender Basis mit einem leichten Wachstum. Der Umsatz von Catalysts dürfte dagegen unter dem Niveau von 2025 liegen. Für 2026 erwartet Clariant eine EBITDA-Marge vor Sondereffekten von rund 18 %. Unterstützt wird dieses Ziel durch die erfolgreiche Umsetzung der Programme zur Leistungssteigerung, die 2026 annualisierte Einsparungen von CHF 90 Mio. erzielen sollen. Im Jahr 2027 will Clariant die Programme mit einem Gesamtvolumen von CHF 100 Mio. abschliessen. Für 2026 erwartet Clariant zudem eine Free-Cashflow-Conversion von deutlich über 40 %. Clariant hält an seinen mittelfristigen Zielen fest, die spätestens bis 2027 erreicht werden sollen. Medienkontakt: Geschäftsentwicklung des Konzerns im zweiten Quartal 2026
Geschäftsentwicklung des Konzerns im ersten Halbjahr 2026
Innovation und Nachhaltigkeit
Ethylen-Klagen: Klage gegen Clariant abgewiesen
Prognose bleibt unverändert
Jochen Dubiel
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Luca Lavina
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