Bekämpfung des Japanischen Käfers und kantonale Strategie:
Der Japanische Käfer ( Popillia japonica, Pj) ist ein prioritärer Quarantäneorganismus asiatischer Herkunft, der 2017 im Kanton Tessin auftauchte. Bereits seit 1916 in den Vereinigten Staaten verbreitet, wurde er 1970 auf den Azoren und 2014 in Italien nachgewiesen. Da sich der Pj dauerhaft in unserem Gebiet etabliert hat und seine Ausrottung nicht möglich ist, hat das Bundesamt für Landwirtschaft (BAF) eine Befallszone und eine Pufferzone abgegrenzt, in der spezifische Eindämmungsmassnahmen ergriffen werden ( siehe Allgemeine Entscheidung zur Verhinderung der Ausbreitung von Popillia japonica Newman – Betroffene Kantone: Tessin, Wallis, Graubünden vom 22. Juni 2026), um eine weitere Ausbreitung des Insekts zu verhindern.
Um ein nachhaltiges Zusammenleben mit dem Japanischen Käfer zu ermöglichen, die Umwelt zu schützen und die am stärksten betroffenen Sektoren zu unterstützen, während gleichzeitig wissenschaftliche Forschung neue, effektivere Bekämpfungsmethoden entwickelt, veröffentlichte der Pflanzenschutzdienst der Wirtschaftsabteilung im Februar 2026 die Kantonale Strategie zur Eindämmung des Japanischen Käfers im Kanton Tessin . Dieses Dokument basiert auf einer engen Zusammenarbeit verschiedener Akteure auf nationaler, kantonaler und kommunaler Ebene. Die Strategie sah unter anderem die Installation von 3.400 Pheromonfallen zur intensiven Überwachung in Zusammenarbeit mit den Gemeinden im Befallsgebiet vor. Dank eines finanziellen Zuschusses für den Kauf zu einem subventionierten Preis konnten die Gemeinden die Lockfallen erwerben und aufstellen sowie deren anschliessende Wartung und regelmässige Leerung sicherstellen. Bislang wurden im Rahmen dieses Programms, das von 71 Gemeinden umgesetzt wurde, rund 25 Millionen Insekten gefangen (Stand: 27. Juli). Eine endgültige Fangzahl kann erst am Ende der Saison ermittelt werden, sobald die Daten aus allen Gemeinden vorliegen. Dank dieses intensiven Monitorings und auf Grundlage der Endergebnisse lassen sich zudem die am stärksten befallenen Gebiete identifizieren, in denen die Bekämpfungsmassnahmen angepasst und verstärkt werden können.
Gleichzeitig starteten die Eidgenössische Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft (WSL) und Agroscope – Campus Cadenazzo das vom Bundesamt für Landwirtschaft (BAF) genehmigte und finanzierte Forschungsprojekt PUPILLA, das die zahlreichen offenen Fragen zu Pj beantworten soll. Um die Durchführung des Projekts in der Magadino-Ebene zu ermöglichen, erteilte das BAF eine Ausnahmegenehmigung von der ursprünglich in der kantonalen Strategie vorgesehenen Installation des Fallennetzes in den Gemeinden des Untersuchungsgebiets.
Die Bekämpfung des Japanischen Käfers im Rahmen einer Eindämmungsstrategie stellt eine Herausforderung dar, die eine enge Zusammenarbeit zwischen Institutionen, Landwirtschaft und Bevölkerung erfordert. Die in diesem Jahr verstärkt umgesetzte kantonale Strategie hat ein integriertes System geschaffen, in dem die koordinierte Anwendung der aktuell verfügbaren Bekämpfungsannahmen eine zentrale Rolle spielt. Die kantonalen Leitlinien werden regelmässig aktualisiert, um technische und strategische Neuerungen, Forschungsergebnisse und Empfehlungen sowie innovative Bekämpfungsmethoden zur effektiveren Bekämpfung dieses Schädlings zu berücksichtigen.
Allgemeine Lage (Stand: 27. Juli 2026):
Anhaltend stabile Frühjahrsbedingungen und hohe Temperaturen begünstigten die synchrone Entwicklung der Larvenstadien des Japanischen Käfers ( Popillia japonica (Pj)) im Boden. Dies führte zum gleichzeitigen Auftreten einer grossen Anzahl adulter Käfer und einer konzentrierten Flugaktivität zwischen Ende Juni und Anfang Juli. Diese starke Synchronität vereinfachte das Pflanzenschutzmanagement in der Landwirtschaft und ermöglichte ein schnelleres Eingreifen. Aktuell ist ein deutlicher Rückgang des Insektenvorkommens im gesamten Befallsgebiet zu verzeichnen (aktualisierte Fanggrafik unter www.ti.ch/coleottero-giapponese ). Um jedoch eine endgültige Bewertung der Fänge vorzunehmen und ein genaues Bild der Flugdynamik zu erhalten, muss das Saisonende abgewartet werden. Es ist aussendem anzumerken, dass sich das Insekt im Jahr 2026 sowohl in der Ebene von Magadino als auch in den Gebieten um Locarno und Bellinzona sowie in einigen Weinbaugebieten der oberen Täler etabliert hat. Obwohl in einigen Weinbergen des befallenen Gebiets während der Saison starker Blattverlust beobachtet wurde, ist derzeit unklar, ob und in welchem ??Ausmass dies die Produktion beeinträchtigen wird. Anders als in der letzten Saison zeigen die betroffenen Pflanzen bereits eine gute vegetative Erholung, die nicht nur durch den geringen Pilzbefall, sondern auch durch den stetigen Rückgang des Käferbefalls begünstigt wird.
Medienkontakt:
Cristina Marazzi
Leiterin des Pflanzenschutzdienstes
cristina.marazzi@ti.ch
www.kmu-press.ch ist ein Angebot von www.help.ch. Nutzen Sie KMU-Press.ch, die spezialisierte Plattform für Pressemitteilungen von Schweizer KMU.
Als Betreiber von KMU-Press.ch steht HELP.ch für hohe Reichweite, professionelle Veröffentlichung und maximale Sichtbarkeit Ihrer Unternehmensnews.
Mit einer Vielzahl an Ressourcen und Lösungen, die gezielt auf die Bedürfnisse von Schweizer KMU zugeschnitten sind, bietet HELP.ch eine leistungsstarke Plattform für Unternehmenskommunikation und Online-Sichtbarkeit.