Die aktuelle Ausgabe der Accenture-Studie «Pulse of Change» zeigt eine besonders intensive Nutzung künstlicher Intelligenz unter den befragten Mitarbeitenden aus Schweizer Grossunternehmen. Während 49 Prozent der in der Schweiz befragten Mitarbeitenden KI-Werkzeuge täglich einsetzen, liegt der europäische Durchschnitt bei 28,3 Prozent. In Deutschland beträgt der entsprechende Anteil 22,5 Prozent, in Frankreich 26,7 Prozent und in Grossbritannien 22,1 Prozent. Die Schweiz liegt damit deutlich über den Vergleichswerten dieser grossen europäischen Märkte. Zur hohen Nutzung passt der vergleichsweise breite Zugang zu entsprechenden Anwendungen. 88 Prozent der Schweizer Befragten geben an, von ihrem Arbeitgeber einen vollständigen oder teilweisen Zugang zu KI-Werkzeugen für die tägliche Arbeit zu erhalten. Im weltweiten Durchschnitt liegt dieser Anteil bei 80,1 Prozent. Die Zahlen zeigen, dass KI-Anwendungen in den untersuchten Schweizer Grossunternehmen bereits breit verfügbar sind. Sie sagen jedoch noch nichts darüber aus, wie systematisch die Werkzeuge in Geschäftsprozesse und Unternehmensstrategien eingebunden werden. Auch bei fortgeschrittenen KI-Anwendungen weist die Schweizer Auswertung einen hohen Wert aus. 60 Prozent der befragten Mitarbeitenden erklären, regelmässig mit KI-Agenten zu arbeiten. Weltweit liegt dieser Anteil bei 44 Prozent. Als KI-Agenten werden Systeme bezeichnet, die Aufgaben nicht nur aufgrund einzelner Anweisungen bearbeiten, sondern Arbeitsschritte teilweise selbstständig planen und ausführen können. Die weltweite Accenture-Auswertung zeigt, dass 49 Prozent der untersuchten Unternehmen KI-Agenten entweder testen oder bereits einsetzen. Der Übergang von einzelnen KI-Werkzeugen zu stärker automatisierten Arbeitsabläufen hat damit in vielen grossen Unternehmen begonnen. 77 Prozent der Schweizer Befragten geben an, dass KI-Werkzeuge ihre gesamte Produktivität bei der Arbeit erhöht hätten. Dabei handelt es sich um die persönliche Einschätzung der Befragten und nicht um eine unabhängig gemessene Veränderung der Arbeitsleistung. Die Ergebnisse zeigen dennoch, dass ein grosser Teil der befragten Mitarbeitenden die bisherige Nutzung von KI positiv bewertet. 72 Prozent sehen aufgrund ihrer Erfahrungen im vergangenen Jahr ein grösseres geschäftliches Potenzial der Technologie. Weltweit beträgt dieser Anteil 59,2 Prozent. Der positiven Bewertung der eigenen KI-Nutzung stehen Bedenken hinsichtlich der nächsten Generation von Beschäftigten gegenüber. 52 Prozent der Schweizer Befragten stimmen der Aussage zu, dass es für Berufseinsteiger aufgrund künstlicher Intelligenz schwieriger werde, überhaupt eine Stelle zu finden. 54 Prozent erwarten, dass Automatisierung und KI den Zugang zu einer stabilen oder sicheren Einstiegsstelle erschweren werden. Diese Ergebnisse erfassen die Erwartungen der Befragten. Sie belegen nicht, dass in der Schweiz bereits in entsprechendem Umfang Einstiegsstellen weggefallen sind. Für eine solche Aussage wären separate Arbeitsmarkt- und Stellendaten erforderlich. Die Ergebnisse werfen die Frage auf, wie Unternehmen Nachwuchskräfte künftig in den Arbeitsmarkt integrieren. Viele Tätigkeiten, die bisher am Anfang einer beruflichen Laufbahn standen, können zumindest teilweise durch KI unterstützt oder automatisiert werden. Daraus folgt nicht zwingend, dass weniger junge Menschen beschäftigt werden. Denkbar ist ebenso, dass sich Einstiegsstellen verändern und von Beginn an mehr Kenntnisse im Umgang mit KI, Daten und automatisierten Prozessen verlangen. Unternehmen stehen damit vor der Aufgabe, technische Fähigkeiten, fachliches Wissen und kritische Beurteilung miteinander zu verbinden. Gerade Berufseinsteiger müssen lernen, KI-Ergebnisse zu überprüfen, Fehler zu erkennen und Verantwortung für die endgültigen Arbeitsergebnisse zu übernehmen. Die hohe tägliche Nutzung zeigt, dass KI in den untersuchten Schweizer Grossunternehmen bereits im Arbeitsalltag angekommen ist. Die blosse Verfügbarkeit eines Werkzeugs bedeutet jedoch noch nicht, dass Prozesse, Rollen und Verantwortlichkeiten vollständig an die neue Technologie angepasst wurden. Die weltweite Accenture-Auswertung kommt zu einem ähnlichen Ergebnis. Obwohl 82 Prozent der befragten Führungskräfte ihre KI-Investitionen erhöhen, berichten lediglich 23 Prozent von einem breiten und dauerhaft messbaren geschäftlichen Nutzen. Die nächste Entwicklungsphase dürfte deshalb weniger von der reinen Einführung zusätzlicher Werkzeuge geprägt sein. Entscheidend wird sein, wie Unternehmen Arbeitsabläufe neu gestalten, Mitarbeitende ausbilden und klare Regeln für Kontrolle, Datenschutz und Verantwortung festlegen. Neben dem internen Einsatz von KI verändert sich auch die Art, wie Informationen über Unternehmen gesucht, zusammengeführt und in KI-gestützten Antwortsystemen dargestellt werden. Firmen müssen deshalb zunehmend darauf achten, dass ihre digitalen Angaben vollständig, aktuell und eindeutig zuordenbar sind. Der KI Booster von HELP.CH unterstützt Schweizer Unternehmen dabei, ihre Auffindbarkeit und Darstellung in KI-gestützten Such- und Antwortsystemen zu verbessern. Für die weltweite Ausgabe von «Pulse of Change» befragte Accenture zwischen April und Juni 2026 insgesamt 3’000 Führungskräfte auf C-Level und 3’000 Mitarbeitende ohne Führungsfunktion. Die Teilnehmenden stammen aus 20 Ländern und 19 Branchen und arbeiten in grossen Organisationen mit einem Jahresumsatz von mehr als 500 Millionen US-Dollar. Die europäische Auswertung umfasst jeweils 980 Führungskräfte und 980 Mitarbeitende. In der Schweiz wurden 100 Führungskräfte und 100 Mitarbeitende ohne Führungsfunktion befragt. Aufgrund dieser Zusammensetzung bilden die Ergebnisse vor allem die Situation in grossen Unternehmen ab. Sie dürfen nicht ohne Einschränkung auf sämtliche Schweizer Beschäftigten oder auf kleine und mittlere Unternehmen übertragen werden.Breiter Zugang durch die Arbeitgeber
KI-Agenten werden bereits regelmässig eingesetzt
Beschäftigte berichten von höherer Produktivität
Sorgen um den Berufseinstieg
Einstiegsstellen könnten sich verändern
Hohe Nutzung ist nicht gleichbedeutend mit vollständiger Transformation
Auch die externe KI-Sichtbarkeit gewinnt an Bedeutung
Zur Studie
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