Über die letzten 5 Jahre sind die Flugpreise explodiert: Heute zahlt man für einen Flug fast 70 Prozent mehr als noch 2021.
Das zeigt der Comparis-Freizeit-Preisindex. «Fliegen wird in den nächsten zwölf Monaten wohl noch teurer – vor allem in der
Business Class», sagt Comparis-Finanzexperte Michael Kuhn. Im Vergleich zu den Flügen erhöhten sich die Preise in der
Hotellerie im gleichen Zeitraum um 13,6 Prozent*. Und in der Parahotellerie sanken die Preise sogar: Camping, Ferienwohnungen
und BnB sind heute leicht billiger als vor 5 Jahren (minus 2,8 Prozent*). Der Freizeit-Index von Comparis steigt auch
diesen Monat wieder schneller als der Landesindex der Konsumentenpreise (LIK) des Bundesamtes für Statistik (BFS), der alle
Konsumpreise umfasst, nicht nur Freizeitgüter. Der LIK hat sich im Zeitraum von Mai bis Juni nicht verändert. Ferien
und Mobilität treiben die Preise im Juni Der Anstieg des Comparis-Freizeitindex von Mai zu Juni lässt sich darauf
zurückführen, dass sich verschiedene Produkte verteuert haben. Am stärksten sind die Preise für sonstige Dienstleistungen für
Individualverkehr - wie zum Beispiel Automiete und Carsharing - gestiegen, um 4,6 Prozent* (Mai: plus 3,2 Prozent*). Konsumierende müssen auch mehr Geld für Parahotellerie bezahlen (also Ferienwohnungen, Camping etc.) – die Preise sind
im Juni um 3,9 Prozent* nach oben geklettert. «Hier wirken saisonale Ferieneffekte: Es gibt mehr Nachfrage und viele Anbieter
erhöhen vorübergehend die Preise – insbesondere, je näher das Anreisedatum rückt», erklärt Comparis-Finanzexperte Michael
Kuhn. «Zudem steigen die Betriebskosten; von höheren Energiekosten über höhere Löhne bis hin zu gestiegenen Preisen für
Versicherungen und Unterhalt.» Die stärksten Preisrückgänge im Juni Im Juni sind einige Produkte
günstiger geworden: so etwa Bild- und Tonträger um 5,8 Prozent*. Weiter sanken die Preise für Fernseh-, Audio- und Videogeräte
(minus 1,9 Prozent*), Foto- und Videoausrüstung (minus 0,9 Prozent*) sowie Spiel- und Hobbywaren (minus 0,8 Prozent*). Für den Luftverkehr zahlten Konsumentinnen und Konsumenten sogar 7,3 Prozent* weniger als noch im Mai - aber weiterhin
3,4 Prozent* mehr als im Juni 2025. «Nach den sehr hohen Preisen im April 2026 wurden verschiedene Tarife im Mai und Juni
angepasst, da die Buchungsbereitschaft aufgrund der gestiegenen Ticketpreise, der geopolitischen Unsicherheit sowie Sorgen um
die Kerosinversorgung nachgab. Überdies sorgten zusätzliche Kapazität und mehr Konkurrenz auf einzelnen Strecken für tiefere
Preise», erklärt Kuhn. Das Flugangebot nahm gemäss Eurocontrol zu: Zwischen dem 29. Juni und dem 5. Juli wurden im
europäischen Flugnetz durchschnittlich 36’055 Flüge pro Tag durchgeführt. Das waren 3,4 Prozent mehr als in der entsprechenden
Vorjahreswoche. Auch der Low-Cost-Verkehr legte zu. Im bisherigen Jahresverlauf wurden 8 Prozent mehr Low-Cost-Flüge
durchgeführt als im gleichen Zeitraum 2025. Mehr als jeder dritte Flug (36 Prozent) entfiel auf dieses Segment. Kuhn: «Die
Nachfrage nach Flugreisen ist gross und ermöglicht Low-Cost-Carriern weiteres Wachstum. Mit ihren günstigen Tarifen dämpfen sie
den Anstieg der Ticketpreise - können aber kaum eine dauerhafte Trendwende bringen.» «Fliegen wird langfristig wohl
noch teurer» Vielmehr zeigt der langjährige Vergleich, dass die Preise für Flugreisen im Vergleich zum Juni 2021
regelrecht explodiert sind mit einem Preisanstieg von 68 Prozent*. «Damit ist das Ende der Fahnenstange aber nicht erreicht:
Fliegen wird in den nächsten 12 Monaten wohl noch teurer. Vor allem Tickets für die Business Class dürften anziehen. Das Angebot
bleibt begrenzt, der Wettbewerb ist geringer und die Kundschaft reagiert weniger empfindlich auf Preisänderungen. Gleichzeitig ist
die Zahlungsbereitschaft höher», kommentiert Kuhn. «Haupttreiber für steigende Flugpreise sind die hohen Treibstoff-,
Personal- und Wartungskosten sowie anhaltende Lieferprobleme bei neuen Flugzeugen. Das wirkt sich vor allem bei den
Langstrecken aus. Zudem reduzieren Airlines auf wenig rentablen Strecken gezielt ihre Kapazität.» Übernachten auf
dem Campingplatz ist billiger geworden Die Preise in der Hotellerie stiegen in den letzten 5 Jahren um 13,6 Prozent*.
Die Parahotellerie*, also das Campen und das Übernachten in Ferienwohnungen oder BnBs, ist heute sogar günstiger als vor 5
Jahren (minus 2,8 Prozent*). Teuerung trifft Einpersonenhaushalte im Rentenalter am stärksten Die
höchste Teuerung erlebten in den letzten 12 Monaten Einpersonenhaushalte ab 65 Jahren. Aktuell fühlen sie eine Teuerungsrate
von 1 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Auch im Juni wurde für sie das Leben verglichen mit dem Vormonat noch einmal teurer, um
0,2 Prozent. Im Vergleich der Haushaltstypen verzeichneten Paare mit Kindern die geringste Teuerung. Mit einem
Indexstand von 111,9 hat die gefühlte Teuerung bei ihnen in den letzten 12 Monaten 0,6 Prozent betragen. Italienische
Schweiz: tiefste Jahresteuerung, stärkster Monatsanstieg Unter den Sprachregionen verzeichneten die deutsche und
die rätoromanische Schweiz mit plus 0,7 Prozent die höchste Teuerung im Vergleich zum Vorjahr. Gegenüber dem Vormonat stieg
das Preisniveau im Juni um 0,2 Prozent. Die italienische Schweiz wies mit 0,4 Prozent die tiefste Teuerung gegenüber dem
Vorjahr auf. Im Juni stiegen die Preise dort gegenüber dem Vormonat jedoch am stärksten – um 0,7 Prozent. Tipps
für Konsumentinnen und Konsumenten Kurzfristige Preissenkungen nutzen: Flugpreise unterliegen extremen
Schwankungen. Fällt der Kerosinpreis oder steigt das Flugangebot – wie vor den Sommerferien –, können die Preise kurzfristig
sinken. Wer flexibel ist und Daten vergleicht, kann von solchen Preistälern profitieren, bevor der langfristige Aufwärtstrend die
Flugtickets wieder verteuert. Flugtage und Nebensaison nutzen: Neben dem Buchungszeitpunkt
entscheidet der Flugtag über den Preis. Flüge mitten in der Woche (z. B. Dienstag oder Mittwoch) sind häufig günstiger als an
Wochenenden. Wer nicht an Schulferien gebunden ist, sollte Buchungen in die Nebensaison verlegen. Anreise mit dem
eigenen Fahrzeug durchrechnen: Nebenkosten für Individualverkehr und Auto steigen. Bei Autofahrten in die Ferien
sollten Treibstoffpreise, Mautgebühren und Parkkosten vorab eingerechnet werden, um den Gesamtreisepreis realistisch
einzuschätzen. *Comparis-Freizeit-Preisindex Der Landesindex der Konsumentenpreise (LIK) misst
Preisveränderungen anhand eines repräsentativen Warenkorbs von rund 1’050 Waren und Dienstleistungen. Eine anhaltende
Abnahme des Geldwertes bzw. eine Erhöhung des durchschnittlichen Preisniveaus bezeichnet dabei die Inflation. Der LIK wurde
Anfang 2026 neu strukturiert und umfasst 13 Hauptkategorien – darunter neu auch die Hauptkategorie Versicherungen und
Finanzdienstleistungen. Grosse Ausgabenposten, wie etwa die Prämien für die Sozialversicherungen oder die direkten Steuern,
sind demgegenüber nicht erfasst. Der LIK widerspiegelt somit nicht die tatsächlich gefühlte Teuerung der Konsumentinnen und
Konsumenten. Der Comparis-Freizeit-Preisindex in Zusammenarbeit mit dem KOF-Institut der ETH Zürich bildet die
Inflation ausschliesslich in den Bereichen Freizeit und Kultur, Restaurants und Hotels sowie Reisen ab. Zudem werden explizit
einzelne Haushaltsgruppen, Einkommensklassen und Sprachregionen berücksichtigt. Wichtiger Hinweis: Mit einem (*)
gekennzeichnete Zahlen wurden vom Bundesamt für Statistik (LIK/BFS) direkt berechnet respektive beruhen auf den Zahlen des
LIK/BFS. Die Datengrundlage für den Comparis-Freizeit-Preisindex besteht aus dem Landesindex der Konsumentenpreise
(LIK) sowie der Haushaltsbudgeterhebung (HABE). Die Gewichtungen für die neuen Preisindizes werden aus der HABE
konstruiert. Danach werden verkettete Laspeyres-Indizes mit den Preisreihen des LIK berechnet. Die Indexbasis ist Dezember
2017 (entspricht 100 Prozent). Weitere Informationen: Michael Kuhn
Consumer-Finance-
Experte
Telefon: 044 360 53 91
E-Mail: media@comparis.ch
comparis.ch
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