Trotz einer zunehmenden Professionalisierung bleibt der Stundenlohn der Milchproduzentinnen
und Milchproduzenten ungenügend. Sie sind dringend auf einen Milchmarkt und eine Agrarpolitik
angewiesen, die ein angemessenes Einkommen ermöglichen, die Lebensqualität verbessern und ihre
fachlichen Leistungen anerkennen. Der Vergleichslohn im Talgebiet beträgt CHF 42.00 pro
Arbeitsstunde. Diese grosse Differenz ist besorgniserregend. Angesichts der seit 2024 gesunkenen
Milchpreise und der gleichzeitig gestiegenen Produktionskosten dürfte sich die Einkommenssituation
weiter verschärft haben. Das Einkommen ist klar ungenügend und bietet den
Milchproduktionsbetrieben keine ausreichende langfristige Perspektive. Die SMP setzt sich deshalb
für Verbesserungen am Markt und bei den agrarpolitischen Rahmenbedingungen ein. Die laufenden
Arbeiten innerhalb der Branche müssen dazu beitragen, die Milchmengen besser auf die
Verarbeitungskapazitäten und Absatzmöglichkeiten abzustimmen. Zudem müssen die
Herausforderungen aufgrund zunehmender Importe angegangen, die Planungssicherheit erhöht und
verlässliche vertragliche Rahmenbedingungen geschaffen werden. Ziel müssen Milchpreise sein, die
die Leistungen und Kosten der Produzentinnen und Produzenten berücksichtigen. Die
Auswertungen von Agroscope zeigen zudem, dass rund 23 Prozent der Markterlöse über den
Viehverkauf erzielt werden. Umso wichtiger ist es, auch diese Erlöse auf einem tragfähigen Niveau zu
halten. Gleichzeitig stammen rund 21 Prozent des Gesamterlöses der untersuchten Betriebe aus
Direktzahlungen. Die SMP erwartet von der Politik Rahmenbedingungen, die der Milchproduktion im
Schweizer Grasland wieder eine stärkere wirtschaftliche Perspektive bieten. Die finanziellen Mittel
des Bundes für die Landwirtschaft müssen dafür zielgerichtet eingesetzt werden. Auch der
Grenzschutz ist unter Berücksichtigung der veränderten Wechselkurssituation weiterzuentwickeln.
Dazu gehört aus Sicht der SMP eine Anpassung der Verkäsungszulage. Investitionen in
Betriebe müssen vorsichtig kalkuliert werden. Wo immer möglich, sind Massnahmen zur
Kostenreduktion umzusetzen. Gleichzeitig sind der Bund, die Labelinhaber und weitere Akteure
aufgefordert, höhere Anforderungen nur dort festzulegen, wo eine entsprechende Mehrabgeltung
über den Markt oder durch Direktzahlungen erfolgt. Eine wirtschaftlich tragfähige
Milchproduktion liegt im gemeinsamen Interesse der Produzentinnen und Produzenten, der
Verarbeitung, des Handels und der Politik. Die SMP bringt sich aktiv in die laufenden Gespräche ein,
damit die notwendigen Verbesserungengemeinsam und wirksam umgesetzt werden können. Christa Brügger, Leiterin Kommunikation, christa.bruegger@swissmilk.ch, 031 359 52
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Thomas Reinhard, Projekte und Support, thomas.reinhard@swissmilk.ch, 031 359 51 11
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