Unbehagen mit der Deckung der Grundversicherung ist weit verbreitet:
38,5 Prozent der erwachsenen Bevölkerung in der Schweiz nehmen bei der obligatorischen
Krankenversicherung Lücken wahr. Entsprechend zeigen 48,2 Prozent der Erwachsenen in der
Schweiz grosses Interesse an einem zusätzlichen Versicherungsschutz bei Krankheit oder Unfall.
Aber die Hürden für eine Zusatzversicherung sind hoch. Deutlich häufiger als noch 2025 werden
hohe Prämien für Zusatzversicherungen als Hindernis für den Vertragsabschluss genannt. Das zeigt
die zweite repräsentative Comparis-Analyse zum Zusatzversicherungsmarkt. Besonders
Frauen und Personen mittleren Alters nehmen Lücken wahr 38,5 Prozent der Befragten
sind der Meinung, dass es in der Grundversicherung einige oder sehr viele Lücken in der
Versicherungsdeckung gibt. Damit sieht mehr als ein Drittel der Befragten Defizite in der Absicherung.
Frauen nehmen deutlich häufiger Lücken wahr als Männer (43,7 Prozent gegenüber 33,4 Prozent).
Am höchsten ist zudem der Wert bei den 36- bis 55-Jährigen mit 42,9 Prozent. Bei den 18-
bis 35-Jährigen liegt der Anteil bei 35,7 Prozent. Bei Personen ab 56 Jahren sind es 35,2 Prozent.
«Frauen sowie Personen im mittleren Alter tragen oft die Hauptverantwortung für die
Gesundheit der Familie. Sie organisieren die Pflege ihrer Kinder und ihrer alternden Eltern. Sie
spüren im Alltag, wo die Grundversicherung an ihre Grenzen stösst – etwa bei der Koordination der
medizinischen Leistungen von der Hausarztmedizin über Spital-, Reha- und Spitexleistungen inkl.
Komplementärmedizin bis zu sozialer Unterstützung», erklärt Schneuwly. Jeder zweite
Erwachsene möchte mehr als die Grundversicherungsdeckung Jede zweite erwachsene
Person hat entsprechend grosses Interesse daran, bestimmte Leistungen zusätzlich zur
Grundversicherung privat abzusichern (48,2 Prozent). Bei den 18- bis 35-Jährigen ist der Anteil am
höchsten (53,6 Prozent). In der Gruppe der 36- bis 55-Jährigen liegt er bei 45,9 Prozent, bei den 56-
Jährigen und Älteren bei 45,6 Prozent. Zwar ist das Interesse bei den Gutverdienenden mit 56,1
Prozent am grössten. Doch würden auch 44,6 Prozent der Geringverdienenden gerne eine
Zusatzversicherung abschliessen. «Junge Erwachsene sind es gewohnt, Dienstleistungen
flexibel und nach eigenen Bedürfnissen zu konsumieren – das übertragen sie auch auf die Medizin
und die Krankenversicherung. Dass zudem fast die Hälfte der Geringverdienenden gerne eine
Zusatzversicherung hätte, zeigt, dass der Wunsch nach Privatsphäre und freier Arztwahl keine Frage
der sozialen Schicht ist, sondern ein universelles Bedürfnis», vermutet der Comparis-
Krankenversicherungsexperte Felix Schneuwly. Freie Arztwahl und Zahnbehandlungen
besonders gefragt Höchste Priorität bei den Zusatzdeckungen geniessen 2026 die freie
Arzt- und Terminwahl bei ambulanten Operationen (20,8 Prozent), gefolgt von Zahnbehandlungen
(15,8 Prozent). Einen deutlichen Dämpfer erhielten hingegen internationale Luxus-Deckungen: Die
Wichtigkeit einer weltweiten Behandlung bei Wahleingriffen stürzte innert Jahresfrist von 17,8 Prozent
auf 12,8 Prozent ab. Spezielle Zusatzversicherungen für Kinder stossen demgegenüber auf
besonders breite Zustimmung: Fast drei Viertel der Befragten befürworten einen solchen Abschluss
(72,2 Prozent). Das Interesse an einer Zusatzversicherung, die Behandlungen und Operationen
unabhängig vom Ort der Behandlung deckt (also im Spital mit Übernachtung oder ambulant in einer
Praxis) ist demgegenüber fast ausgeglichen: 43,0 Prozent der Befragten bekunden grosses
Interesse, 44,5 Prozent geringes Interesse. Zwei Drittel empfinden hohe Prämien als
grösstes Hindernis Bei der Zugänglichkeit zu Zusatzleistungen gibt es eine erkennbare
Kluft zwischen Wunsch und Wirklichkeit: Hohe Prämien sind mit Abstand das am häufigsten
genannte Hindernis vor dem Abschluss einer Zusatzversicherung. Zwei Drittel der Befragten haben
diesen Punkt als grösstes Hemmnis genannt – ein deutlicher Anstieg gegenüber dem Vorjahr (62,1
Prozent). In der französischsprachigen Schweiz ist der Anteil mit 71,9 Prozent höher als in der
Deutschschweiz mit 64,7 Prozent. «Die Bevölkerung steckt in einer Zwickmühle: Die
Grundversicherung beansprucht bereits einen wachsenden Teil des Haushaltsbudgets, deckt aber
aus Sicht vieler Versicherter trotzdem nicht alle Bedürfnisse nach Komfort, Wahlfreiheit und
Sicherheit ab. Wer wenig verdient, spürt diese Kluft besonders stark: Der Wunsch nach besserer
Absicherung ist vorhanden, aber der Zusatzschutz scheitert oft am Portemonnaie», sagt Comparis-
Krankenversicherungsexperte Felix Schneuwly. Gesamthaft planen denn auch nur 17,3
Prozent der Erwachsenen einen Abschluss oder eine Erweiterung der bestehenden
Zusatzversicherungsdeckung in den nächsten 12 Monaten. Bei den Geringverdienenden mit einem
Haushaltseinkommen von bis zu 4’000 Franken ist der Anteil mit nur 12,9 Prozent dabei klar tiefer als
bei Einkommen von über 8’000 Franken (20,8 Prozent). In der Einkommensklasse bis 4’000 Franken
haben 26,7 Prozent keinerlei Zusatzdeckung (gegenüber 9,3 Prozent in der obersten
Einkommensklasse). Tipps für Konsumentinnen und Konsumenten
Grund- und Zusatzversicherung strategisch trennen: Die Grundversicherung kann
rechtlich problemlos beim günstigsten Anbieter abgeschlossen werden, während die
Zusatzversicherung bei einer anderen Kasse mit dem besten Preis-Leistungs-Verhältnis verbleiben
darf. Gesundheitsdeklaration wahrheitsgetreu ausfüllen: Da
Zusatzversicherer im Gegensatz zur Grundversicherung keine Aufnahmepflicht kennen, müssen alle
Vorerkrankungen ehrlich angegeben werden, um im Ernstfall nicht den Versicherungsschutz wegen
Verletzung der Anzeigepflicht zu riskieren. Frühzeitig abschliessen und Altersguillotine
beachten: Um das Risiko einer Ablehnung aufgrund des Gesundheitszustands zu
minimieren und von deutlich niedrigeren Einstiegsprämien zu profitieren, sollten
Zusatzversicherungen idealerweise in jungen Jahren abgeschlossen werden.
Kündigungsfristen zwingend einhalten: Wegen der oft dreimonatigen Kündigungsfrist
per Ende September und der mehrjährigen Vertragslaufzeiten darf die bestehende
Zusatzversicherung erst nach Erhalt der schriftlichen, vorbehaltlosen Aufnahmebestätigung der
neuen Kasse gekündigt werden. Methodik Die repräsentative Befragung
wurde durch das Marktforschungsinstitut Innofact im Auftrag von comparis.ch im Mai 2026
unter 1'033 Erwachsenen in allen Regionen der Schweiz durchgeführt. Repräsentativität bedeutet,
dass die Teilnehmenden einer Umfrage die gesamte Zielgruppe gut widerspiegeln. Das heisst,
wichtige Merkmale wie Alter, Geschlecht oder Wohnregion sind ähnlich verteilt wie in der ganzen
Bevölkerung. So kann man die Ergebnisse besser auf alle übertragen. Weitere
Informationen: Felix Schneuwly
Krankenkassen-Experte
Telefon: 079 600 19
12
E-Mail: media@comparis.ch
comparis.ch
www.kmu-press.ch ist ein Angebot von www.help.ch. Nutzen Sie KMU-Press.ch, die spezialisierte Plattform für Pressemitteilungen von Schweizer KMU.
Als Betreiber von KMU-Press.ch steht HELP.ch für hohe Reichweite, professionelle Veröffentlichung und maximale Sichtbarkeit Ihrer Unternehmensnews.
Mit einer Vielzahl an Ressourcen und Lösungen, die gezielt auf die Bedürfnisse von Schweizer KMU zugeschnitten sind, bietet HELP.ch eine leistungsstarke Plattform für Unternehmenskommunikation und Online-Sichtbarkeit.