Die sogenannten Steckerfahrzeuge machten im Juni erstmals 40,0 Prozent der Neuzulassungen
aus. Der Anteil der Steckerfahrzeuge seit Anfang Jahr beträgt kumuliert 36,3 Prozent. Damit bleibt die
natürliche Nachfrage nach Elektrofahrzeugen weiterhin deutlich hinter den Erwartungen der Politik
zurück. Für eine Trendwende und stärkere Marktdurchdringung der E-Mobilität müssen die
Rahmenbedingungen markant verbessert werden. Der Schweizer Personenwagenmarkt
schliesst das erste Halbjahr 2026 mit einem leichten Plus ab. Bis zum 30. Juni wurden in der Schweiz
und im Fürstentum Liechtenstein 116'584 neue Personenwagen immatrikuliert - das sind 3,0 Prozent
mehr als im entsprechenden Vorjahreszeitraum (113'133). Im Juni lagen die Neuzulassungen mit
25'207 Fahrzeugen um 15,6 Prozent über dem Vorjahr. Dieser starke Zuwachs im Juni darf indes
nicht überbewertet werden, weil dafür ein Kalendereffekt mitverantwortlich ist: Im Vergleich zum
Vorjahr fielen 2026 weniger Feiertage auf Werktage, was mehr Verkaufstage zur Folge hatte. Positive Entwicklung braucht stabile Rahmenbedingungen Die leichte Erholung
des Schweizer Automobilmarktes ist erfreulich, bleibt aber angesichts der wirtschaftlichen
Herausforderungen der Branche fragil. Damit sich der positive Trend fortsetzen kann, braucht es
verlässlichere und marktorientierte Rahmenbedingungen. Insbesondere bei der Umsetzung der CO2-
Regulierung sollte die Schweiz so rasch wie möglich die beschlossenen europäischen
Erleichterungen übernehmen. Auf einen regulatorischen "Swiss Finish" ist zu verzichten, um Kosten-
und Wettbewerbsnachteile gegenüber dem europäischen Umfeld zu vermeiden.
Elektrifizierung setzt Wachstum fort Die Elektrifizierung des Neuwagenmarktes hat
im ersten Halbjahr weiter zugelegt. Reinelektrische Personenwagen legten bis Ende Juni gegenüber
dem Vorjahr um 20,2 Prozent auf 27'889 Fahrzeuge zu. Noch stärker fiel das Wachstum bei Plug-in-
Hybriden aus, deren Immatrikulationen um 24,7 Prozent auf 14'456 Fahrzeuge stiegen. Gemeinsam
erreichen die Steckerfahrzeuge heute bereits einen Marktanteil von 36,3 Prozent (23,9 Prozent BEV
und 13,4 Prozent PHEV). Damit kommen die Steckerfahrzeuge erstmals an die Hybridantriebe heran,
mit einem Anteil von 36,5 Prozent die bisher volumenstärkste Antriebskategorie. Herkömmliche
Antriebe (27,2 Prozent) verlieren weiter an Bedeutung. Obwohl die fossilen Antriebe (27,2
%) an Bedeutung verlieren, bliebt das Wachstum der E-Mobilität hinter den Erwartungen zurück.
Thomas Rücker, Direktor bei auto-schweiz, ordnet ein: "Die Vielzahl von mehr als 350 elektrischen
Modellen in allen Preisklassen überzeugen in der Mehrheit noch nicht alle Neuwagenkäufer. Offenbar
konnten die bisherigen Markterfolge die Vorurteile noch nicht genügend abbauen."
Attraktivere Rahmenbedingungen notwendig Der Anteil der Steckerfahrzeuge am
Gesamtfahrzeugbestand befindet sich erst auf einstelligen Prozentniveau. Für den Umstieg auf
emissionsarme Antriebe sind daher attraktivere Rahmenbedingungen notwendig. Dazu gehören
Steuererleichterungen statt -erhöhungen auf Elektroantrieben, der weitere Ausbau der öffentlichen
Ladeinfrastruktur, erst recht in den Städten, günstige Energiepreise sowie wirtschaftlich attraktive
Voraussetzungen für das Laden zuhause und am Arbeitsplatz. Die detaillierten Zahlen nach
Marken stehen auf www.auto.swiss zur Verfügung. Die Auswertungen von auto-schweiz basieren auf
Erhebungen des Bundes; die Daten sind möglicherweise vorläufig und noch nicht abgeschlossen.
Pressekontakt: Frank Keidel
Mediensprecher T 076 399 69 06 frank.keidel@auto.swiss
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