«Es gibt bestimmte Gruppen, die besonders betroffen sind – Menschen, die sich weniger
zurückziehen können, die weniger Möglichkeiten haben sich abzukühlen», erklärt Reutlinger. Sozial
benachteiligte Quartiere verfügen häufig über weniger Grünflächen, weniger schattige Orte und eine
Bausubstanz, die Wärme speichert. Dazu kommen Menschen, die im Freien arbeiten oder keine
eigene
Wohnung haben. Die Hitze, so Reutlinger, mache soziale Ungleichheiten «nochmals viel stärker
sichtbar». Städtische Hitzeinseln und das Ende des Auto-Modells Asphalt
und
Beton heizen sich auf und geben die Wärme langsam wieder ab – das macht Städte zu sogenannten
«Hitzeinseln», in denen die Temperaturen deutlich höher liegen als im Umland. Reutlinger sieht darin
das Ergebnis jahrzehntelanger Stadtplanung, die konsequent auf das Auto ausgerichtet war: «Wir
haben
Auto-Städte gebaut. Jetzt merkt man, dass dieses Modell an seine Grenzen kommt.» Die Antwort sei
eine Stadtentwicklung, die vom Menschen ausgeht: begrünte Gebäude, entsiegelte Flächen,
nutzbare
Grünräume – nicht nur dekoratives Grün, sondern Orte, die Schatten spenden und Begegnung
ermöglichen. Hitze verändert das soziale Leben – und braucht neue Antworten Dauerwärme über mehrere Wochen, so wie wir sie gerade erleben, führt laut Reutlinger zu
Rückzug,
Isolation und Einsamkeit – paradoxerweise genau dann, wenn soziale Verbundenheit besonders
wichtig
wäre. Als Reaktion brauche es sowohl kurzfristige Massnahmen wie Kühlinseln und geöffnete
öffentliche
Gebäude als auch langfristige Stadtumbauprojekte. «Die äusseren Bedingungen zwingen uns,
Fragen
zu stellen, die wir in den letzten Jahrzehnten nicht angetastet haben». Ein Beispiel aus seiner
eigenen
Forschung: In Basel – im St. Johann- und im Matthäusquartier – begleitet die Hochschule für Soziale
Arbeit FHNW aktuell zwei Superblock-Pilotprojekte, in denen Strassenräume vom Autoverkehr befreit
und für das Quartiersleben geöffnet werden. «Das Quartier lebt, die Leute nutzen die Flächen»,
berichtet
Reutlinger: ein ermutigender Ansatz für eine hitzeresistente Stadt der Zukunft. Interview
zum
Thema Ergänzende Perspektiven zum Thema Hitze bietet das beigefügte Interview mit
dem
Sozialraumforscher Christian Reutlinger. Die Inhalte des Interviews sowie einzelne Aussagen daraus
stehen den Medien zur freien Verwendung im Rahmen der Berichterstattung zur Verfügung.
Tagung zum Thema Wie Städte und Quartiere mit den Folgen des Klimawandels
umgehen können, ist auch Thema der 8. Internationalen Tagung Soziale Arbeit und Stadtentwicklung.
Unter dem Titel «Klimagerechtigkeit lokal gestalten» werden am 10. und 11. September 2026 in
Muttenz
Fragen rund um Hitze, soziale Gerechtigkeit und zukunftsfähige Stadtentwicklung diskutiert. Link
auf Tagungswebsite www.fhnw.ch/plattformen/tagungstadtentwicklung/
Kontakt
Fachhochschule Nordwestschweiz FHNW Hochschule für Soziale Arbeit Prof.
Dr. Christian Reutlinger Professor für Stadt und Gesundheit am Institut für Sozialplanung,
Organisationaler Wandel und Stadtentwicklung sowie am Institut für Soziale Arbeit und
Gesundheit Hofackerstrasse 30 4132 Muttenz T +41 62 975 24 54 M
christian.reutlinger@fhnw.ch www.fhnw.ch/sozialearbeit Weitere Informationen auf
www.fhnw.ch Die Hochschule für Soziale Arbeit FHNW Die Hochschule für
Soziale Arbeit FHNW mit Standorten in Olten und Muttenz ist lokal und regional verankert,
international
vernetzt und in ihren Leistungen in Aus- und Weiterbildung, Forschung und Dienstleistung breit
anerkannt. In ihrem Forschungs- und Entwicklungsschwerpunkt «Soziale Innovation» analysiert,
initiiert
und begleitet sie Innovationsprozesse in Kooperation und im Austausch mit der Praxis. Sie fördert
damit
die Professionalisierung der Sozialen Arbeit und trägt massgeblich zum Verständnis und zur
innovativen
Bearbeitung sozialer Probleme und gesellschaftlicher Herausforderungen bei. Weitere
Informationen auf www.fhnw.ch/hsa Fachhochschule Nordwestschweiz FHNW
Dominik
Lehmann
Leiter Kommunikation FHNW
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