Seit März 2024 erscheint der Comparis-Womo-Preisindex vierteljährlich in Zusammenarbeit mit
dem KOF-Institut der ETH Zürich. Er zeigt, wie sich die Teuerung in den Bereichen Wohnen und
Mobilität entwickelt hat. Laut dem Womo-Preisindex sind im Mai 2026 die Preise für Wohnen
und Mobilität in der Schweiz im Vergleich zum Vorjahresmonat um 1,7 Prozent gestiegen. Zum
Vergleich: Der Landesindex der Konsumentenpreise (LIK) des Bundesamtes für Statistik (BFS), der
einen Warenkorb von über 1’000 Waren und Dienstleistungen abdeckt, stieg um 0,6 Prozent*. Mehrkosten von 755 Franken für eine Familie Wohnen und Mobilität machen bei
einer durchschnittlichen Familie in der Schweiz rund 40 Prozent des Budgets für den täglichen
Konsum aus. Der Womo-Preisindex erfasst im Sektor Wohnen etwa die Preisentwicklung der Mieten
und Energie sowie Güter des Hausrats wie z.B. Möbel. Im Bereich Mobilität sind es etwa die Preise
für Benzin oder Diesel, fürs Auto oder die ÖV-Tickets. Ein Anstieg des Womo-Preisindex um
1,7 Prozent heisst konkret: Hat eine Familie im letzten Jahr für die Wohnungsmiete monatlich 2’500
Franken, fürs Auto 1’000 Franken und für die ÖV-Tickets 200 Franken ausgegeben, sind die Kosten
gegenüber dem Vorjahr um rund 63 Franken monatlich gestiegen. Auf das ganze Jahr gesehen ergibt
das allein für Wohnen und Mobilität Mehrkosten von 756 Franken. Stärkste Preisanstiege
bis Mai 2026 bei Treibstoffen und Heizöl Im Besonderen für Treibstoff mussten Herr und
Frau Schweizer deutlich tiefer ins Portemonnaie greifen als noch vor einem Jahr. Der Preis stieg bis
Ende Mai um 12,7 Prozent*. Kein anderes Produkt hat sich gemäss der Comparis-Analyse im
Vorjahresvergleich stärker verteuert. «Der deutliche Anstieg bei den Treibstoffen ist auf den
starken Anstieg bei den Rohöl- und Mineralölpreisen infolge der Eskalation des Konflikts im Nahen
Osten zurückzuführen. Im Gegensatz zur Schweiz haben einzelne Länder wie etwa Deutschland
zeitweise befristete Entlastungsmassnahmen für Autolenkende eingeführt, um den Preisanstieg an
den Zapfsäulen abzufedern. Sollten die Hilfsmassnahmen auslaufen, könnte ihr Wegfall mögliche
Preissenkungen durch die Entspannung an den Energiemärkten teilweise oder ganz aufheben. Die
Treibstoffpreise im benachbarten Ausland dürften dann weniger stark sinken als erwartet oder sogar
wieder steigen», erklärt Comparis Finanzexperte Dirk Renkert. Gestiegen sind auch die
Preise für Energie zum Heizen (Gas, Heizöl, Brennholz und Fernwärme), nämlich um insgesamt 11,4
Prozent. Das ist Rang 2 in der Teuerungshitparade. Ein genauer Blick zeigt: Die einzelnen
Brennträger haben sich unterschiedlich entwickelt. Deutlich verteuert hat sich Heizöl (plus 37,1
Prozent*) und Brennholz (plus 8,8 Prozent*). Hingegen haben sich die Preise für Fernwärme und Gas
sogar verbilligt um 0,7 Prozent* bzw. 3,7 Prozent*. «Die unterschiedliche Entwicklung bei den
Energieträgern ist auf die Preisbildung zurückzuführen. Heizöl reagiert sofort auf geopolitische
Spannungen und die Gefahr von Lieferengpässen. Beim Gas werden Veränderungen der
Beschaffungskosten aufgrund langfristiger Verträge und regulierter Tarife oft erst mit Verzögerung
weitergegeben. Ob und in welchem Ausmass sich die jüngsten Entspannungen an den
Energiemärkten auf die Gaspreise durchschlagen, wird sich in den kommenden Monaten zeigen»,
sagt Renkert. Angesichts höherer Energiekosten empfiehlt der Comparis-Finanzexperte einen
bewussten Umgang mit Heizenergie. Bereits eine Raumtemperatur von maximal 22 Grad in der
Heizperiode könne helfen, den Verbrauch und die Kosten zu senken. Der Preisanstieg für die
Motorfahrzeugversicherung (plus 7,4 Prozent*) war der drittstärkste gegenüber dem Vorjahresmonat.
Auf Rang 4 und 5 folgen Taxi und Dienstleistungen für Versorgung und Unterhalt der Wohnung mit
plus 4,0 Prozent* beziehungsweise 1,5 Prozent*. Stärkste Preisrückgänge in den letzten
12 Monaten Vor 12 Monaten bezahlten Konsumierende für kleine Haushaltsgeräte mehr
als im Mai 2026. Gemäss der Comparis-Analyse sind die Preise im Vorjahresvergleich um 6,9
Prozent* gesunken. Am zweitstärksten vergünstigten sich die Preise für andere
Gebrauchsgüter für die Haushaltsführung. Sie lagen 6,2 Prozent* tiefer als noch im Mai 2025. Weiter
gesunken sind auch die Preise für grosse elektrische Haushaltsgeräte (minus 3,5 Prozent*),
motorbetriebene Werkzeuge für Haus und Garten (minus 3,4 Prozent*) sowie Occasionsautomobile
(minus 3,3 Prozent*). Höchste Teuerung bei Einpersonenhaushalten unter 65 Jahren
Nach Haushaltstypen unterschieden, erlebten Einpersonenhaushalte unter 65 Jahren in
den letzten 12 Monaten die höchste Teuerung bei Wohnen und Mobilität. Sie spüren aktuell eine
Teuerungsrate von 1,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Auch im Mai 2026 wurde das Leben für sie
verglichen mit dem Februar 2026 noch einmal teurer, und zwar um 1,4 Prozent. Rein
rechnerisch spüren Einelternhaushalte die Teuerung prozentual am wenigsten. Mit einem Indexstand
von 113,3 hat die gefühlte Teuerung in den Bereichen Wohnen und Mobilität bei ihnen in den letzten
12 Monaten plus 1,6 Prozent betragen. Im 3-Monats-Vergleich erhöhte sich die Teuerung für sie im
Mai um 1,3 Prozent. Höchste Einkommensklasse spürt die Teuerung am wenigsten
Bei den Einkommensklassen zeigt sich: Am wenigsten von der Teuerung betroffen war die
höchste Einkommensklasse. Im Vergleich zum Vorjahr sind die Preise für sie um 1,5 Prozent
gestiegen. In den letzten 3 Monaten wurde der Konsum für die höchste Einkommensklasse um 1,4
Prozent teurer. Am stärksten von der Teuerung betroffen war die mittlere Einkommensklasse.
Der Womo-Preisindex ist für diese Klasse um 1,8 Prozent gestiegen. Verglichen mit Februar 2026 lag
die Teuerung bei plus 1,6 Prozent. Das Tessin von der Teuerung am meisten betroffen
Unterteilt nach Sprachregionen ergibt sich folgendes Bild: Die italienische Schweiz
verzeichnete mit plus 2,1 Prozent die höchste Teuerung im Vergleich zum Vorjahr. Gegenüber
Februar 2026 stieg das Preisniveau um 1,9 Prozent. Die vergleichsweise tiefste Teuerung
gegenüber dem Vorjahr hatten die Deutschschweiz und rätoromanische Schweiz mit plus 1,6
Prozent. Im Vergleich mit vor 3 Monaten wurde dort das Leben im Mai um 1,4 Prozent teurer. Tipps für Konsumentinnen und Konsumenten Treibstoffpreise vergleichen:
Die Preisunterschiede zwischen Tankstellen und Regionen können beträchtlich sein. Wer
Tankstopps plant und Preise vergleicht, kann seine Ausgaben spürbar senken.
Fahrverhalten anpassen: Wer vorausschauend fährt, unnötige Beschleunigungs-
und Bremsmanöver vermeidet und regelmässig den Reifendruck kontrolliert, kann den
Treibstoffverbrauch ohne grossen Aufwand senken. Wärmeverluste reduzieren: Bereits einfache Massnahmen wie richtiges Lüften, das Schliessen von Rollläden und Vorhängen
in der Nacht oder das Freihalten von Heizkörpern helfen, den Energieverbrauch und damit die
Heizkosten zu senken. Heizung optimieren: Bereits ein Grad weniger
Raumtemperatur reduziert den Energieverbrauch merklich. Angesichts steigender Heizkosten lohnt
es sich, die Heizungseinstellungen regelmässig zu überprüfen. Langjährige Verträge
hinterfragen: Treue zahlt sich nicht immer aus. Wer seit Jahren beim gleichen Anbieter
ist, sollte Tarife und Konditionen regelmässig vergleichen. Gerade in Zeiten steigender Kosten lassen
sich durch einen Anbieterwechsel oder ein passenderes Angebot oft mehrere hundert Franken pro
Jahr sparen *Comparis-Womo-Preisindex Der Landesindex der
Konsumentenpreise (LIK) misst Preisveränderungen anhand eines repräsentativen Warenkorbs von
rund 1'050 Waren und Dienstleistungen. Eine anhaltende Abnahme des Geldwertes bzw. eine
Erhöhung des durchschnittlichen Preisniveaus bezeichnet dabei die Inflation. Der LIK wurde Anfang
2026 neu strukturiert und umfasst 13 Hauptkategorien – darunter neu auch die Hauptkategorie
Versicherungen und Finanzdienstleistungen. Grosse Ausgabenposten, wie etwa die Prämien für die
Sozialversicherungen oder die direkten Steuern, sind demgegenüber nicht erfasst. Der LIK
widerspiegelt somit nicht die tatsächlich gefühlte Teuerung der Konsumentinnen und Konsumenten.
Der Comparis-Womo-Preisindex in Zusammenarbeit mit dem KOF-Institut der ETH Zürich
bildet die Inflation ausschliesslich in den Bereichen Wohnen und Mobilität ab. Zudem werden explizit
einzelne Haushaltsgruppen, Einkommensklassen und Sprachregionen berücksichtigt. Weiter werden
eigene Berechnungen für vereinzelte Produktgruppen angestellt. Wichtiger Hinweis: Mit einem (*)
gekennzeichnete Zahlen wurden vom Bundesamt für Statistik (LIK/BFS) direkt berechnet respektive
beruhen auf den Zahlen des LIK/BFS. Die Datengrundlage für den Comparis-Womo-
Preisindex besteht aus dem Landesindex der Konsumentenpreise (LIK) sowie der
Haushaltsbudgeterhebung (HABE). Die Gewichtungen für die neuen Preisindizes werden aus der
HABE konstruiert. Danach werden verkettete Laspeyres-Indizes mit den Preisreihen des LIK
berechnet. Die Indexbasis ist Dezember 2017 (entspricht 100 Prozent). Weitere
Informationen:
Dirk Renkert
Finanz-Experte
Telefon: 044 360 53 91
E-Mail:
media@comparis.ch
comparis.ch/hypoplus
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