Der Bundesrat hat am Freitag die Vernehmlassungsvorlage "Verkehr '45" eröffnet, die erstmals
den Ausbau und den Unterhalt der Schweizer Infrastruktur über alle Verkehrsträger hinweg in einer
gemeinsamen Vorlage bündelt. Der SBV begrüsst den verkehrsträgerübergreifenden Ansatz. Der
hohe Ja-Anteil zur Nachhaltigkeitsinitiative hat deutlich gemacht, dass die zunehmende Belastung
der
Verkehrsinfrastruktur viele Menschen beschäftigt. Die Vernehmlassungsvorlage "Verkehr '45" muss
deshalb mehr sein als ein weiteres Planungsdokument. Sie muss den Grundstein für eine langfristig
verlässliche Finanzierung und eine koordinierte Weiterentwicklung von Strasse, Schiene und
Langsamverkehr legen. Parteien und Organisationen sind gefordert, sich klar zu einer
leistungsfähigen und zukunftsfähigen Verkehrsinfrastruktur und zu genügend Geldern für deren
Unterhalt zu bekennen. Dazu braucht es aufeinander abgestimmte Ausbauprogramme
sowie
eine langfristig verlässliche Finanzierung. Für alle Verkehrsträger müssen über Jahrzehnte ohne
Zweckentfremdung ausreichende Mittel bereitgestellt werden. Finanzierungslücken sind konsequent
zu vermeiden. Der SBV begrüsst es, dass zur Finanzierung des geplanten Bahnausbaus und dem
Unterhalt des Schienennetzes das aktuell bis 2030 befristete Mehrwertsteuerpromille als
Einnahmequelle für den Bahninfrastrukturfonds (BIF) verlängert wird. Auch teilt er die Ansicht, dass
es zur Finanzierung der Strasseninfrastruktur mittelfristig eine verursachergerechte Besteuerung von
Elektrofahrzeugen braucht. Wirksame Projekte statt politischer Symbolik
Für den SBV ist entscheidend, dass die verfügbaren Mittel dort eingesetzt werden, wo sie den
grössten verkehrlichen und volkswirtschaftlichen Nutzen erzielen. Vorrang sollen deshalb Projekte
haben, die nachweislich Engpässe beseitigen, die Leistungsfähigkeit und Verkehrssicherheit erhöhen
sowie den langfristigen Substanzerhalt der Infrastruktur sichern. Die Priorisierung darf sich
weder an politischer Symbolik noch an einer starren Verkehrsträgerlogik orientieren. Massgebend
müssen nachvollziehbare Kriterien und der konkrete Nutzen für Bevölkerung und Wirtschaft sein.
Gleichzeitig müssen Projekte so ausgestaltet werden, dass sie politisch mehrheitsfähig und innerhalb
eines realistischen Zeitrahmens umsetzbar sind. Schiene zentraler Pfeiler des
Verkehrssystems Der SBV begrüsst die Weiterentwicklung der Bahninfrastruktur. Die
Schiene ist ein zentraler Pfeiler des Verkehrssystems. Eine Verkehrspolitik, die Investitionen in die
Bahn verzögert oder deren Finanzierung schwächt, gefährdet die Leistungsfähigkeit des
Gesamtsystems, die Entwicklung des öffentlichen Verkehrs und letztlich auch die Standortattraktivität.
Zukunftsfähige Mobilität braucht leistungsfähige Strassen Besondere
Bedeutung kommt der Strasse zu. Sie trägt den grössten Teil der Verkehrsleistung in der Schweiz
und ist für die Versorgung, für das Gewerbe und für die Erreichbarkeit aller Landesteile unverzichtbar.
Doch insbesondere bei der Strasseninfrastruktur droht eine strukturelle Schieflage: Während Projekte
im Schienenbereich auf breite politische Unterstützung zählen können, muss die Politik erkennen,
dass auch bei relevanten Strassenprojekten Investitionen in Ausbau und Unterhalt notwendig sind.
Hier sind die Sicherheit und der verkehrliche Nutzen ins Zentrum zu stellen, ansonsten ist die
bedarfsgerechte und ausgewogene Infrastrukturplanung in Gefahr. Für den SBV ist klar:
Eine Verkehrspolitik, die einzelne Verkehrsträger politisch blockiert, schadet dem Gesamtsystem, der
Branche und letztlich auch der Bevölkerung. In diesem Sinne wird sich der SBV aktiv an der
Vernehmlassung beteiligen und sich gegen die sich abzeichnende Benachteiligung der Strasse zur
Wehr setzen. Pressekontakt:
Matthias
Engel, Mediensprecher SBV
Tel.: +41/58/360'76'35
E-Mail:
matthias.engel@baumeister.ch
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