auto-schweiz begrüsst, dass sich die Vorlage "Verkehr '45" zum dringend nötigen
Infrastrukturausbau bekennt, damit die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit unseres Landes erhalten
bleibt. Dass die Vorlage "Verkehr '45" Infrastrukturprojekte durch unabhängige Fachleute überprüfen
und priorisieren lässt, ist unabdingbar. Die vorgeschlagene Verteilung der Investitionen wird jedoch
der Bedeutung der verschiedenen Mobilitätsträger der Schweiz nicht gerecht. Während im
Ausbauschritt 2027 für den Bahnausbau Investitionen von 20 Milliarden Franken vorgesehen sind,
ohne dass deren Finanzierung gesichert ist, sollen für den Ausbau der Nationalstrassen lediglich 1,6
Milliarden Franken investiert werden, obwohl die Strassenprojekte finanziert werden können. Dazu
kommen 9,46 Milliarden für Betrieb und Unterhalt sowie ein Anteil am Programm
Agglomerationsverkehr (5. Generation: 518 Millionen Franken). Im Gegenzug hat der Bundesrat 31
bereits geplante Verkehrsprojekte im Umfang von rund 16 Milliarden Franken gestrichen. Diese
Aufteilung orientiert sich mitnichten an den Bedürfnissen der Bevölkerung und der Wirtschaft - das
zeigen die Verkehrs- und Staustatistiken. Thomas Rücker, Direktor von auto-
schweiz, sagt: "Wer Verkehrspolitik für das Jahr 2045 plant, muss sich an der tatsächlichen
Mobilität von Wirtschaft und Bevölkerung orientieren. Heute werden drei Viertel der
Personenkilometer mit dem Auto zurückgelegt und zwei Drittel aller Güter auf der Strasse
transportiert[1]. Diese Realität muss sich auch im geplanten Infrastrukturausbau widerspiegeln - alles
andere wäre verkehrt." Wirtschaft und Bevölkerung leiden unter Rekordstaus Die Kapazitätsengpässe auf den Nationalstrassen verschärfen sich seit Jahren. Die Staustunden
dürften auch dieses Jahr einen neuen Höchststand erreichen. Die Folge sind volkswirtschaftliche
Kosten in Milliardenhöhe: Lieferungen verzögern sich, Arbeitswege verlängern sich, und Produkte
sowie Dienstleistungen verteuern sich für Unternehmen und Konsumenten gleichermassen. Gemäss
Bundesverfassung (Art. 83) hat der Bund für eine ausreichende Strasseninfrastruktur zu sorgen. Die
Jahr für Jahr steigenden Staustunden belegen, dass er diesem Auftrag derzeit nicht gerecht wird. Es
braucht daher zwingend mehr Strasseninfrastrukturprojekte im "Verkehr '45".
Kostenintensiver Ausbau der Schieneninfrastruktur ist unverhältnismässig Die
Finanzierung der Strasseninfrastruktur erfolgt heute nach dem Nutzerprinzip. Zusätzlich leisten
Automobilistinnen und Automobilisten mit Steuern und Abgaben von jährlich fast 13 Milliarden
Franken den zentralen Beitrag zur Finanzierung der gesamten Verkehrsinfrastruktur. Während die
Investitionen für den Strassenverkehr finanziell gesichert sind, muss das vom Bundesrat
vorgesehene Volumen von 20 Milliarden Franken im Ausbauschritt 2027 für den Bahnausbau mit
Investitionen in teilweise wenig rentable Infrastrukturprojekte durch zusätzliche Steuern bei der
Bevölkerung eingefordert werden. Zudem sind die Bahnbetreiber laut Experten[2] bereits beim
Unterhalt der bestehenden Infrastruktur finanziell am Anschlag. auto-schweiz fordert deshalb, dass
die Investitionsplanung an der tatsächlichen Transportleistung und den Möglichkeiten der
zweckgebundenen Finanzierung ausgerichtet wird. Bei den zusätzlichen Ausbauten im
Schienenverkehr ist finanzpolitisches Augenmass zu halten und die Nutzerfinanzierung in den
Vordergrund zu stellen. Peter Grünenfelder, Präsident von auto-schweiz sagt: "Es
kann nicht sein, dass die Automobilistinnen und Automobilisten mit immer mehr Steuern und Abgaben
einen wesentlichen Teil der Verkehrsinfrastruktur finanzieren und gleichzeitig immer länger im Stau
stehen, weil der Bundesrat unter Ausblendung der tatsächlichen Mobilitätsbedürfnisse einseitig in die
Bahninfrastruktur investieren will. Die Politik muss die vorhandenen Mittel dort einsetzen, wo sie den
grössten Nutzen für Bevölkerung und Wirtschaft schaffen." Integrale Verkehrspolitik aus
einem Guss auto-schweiz setzt sich im Rahmen der Vernehmlassung für eine
Neubeurteilung der Prioritäten und für zusätzliche Strassenprojekte ein. Ziel muss ein
Verkehrssystem sein, das sich an den tatsächlichen Mobilitätsbedürfnissen und gesicherten
Finanzierungsströmen orientiert. Die Schweiz braucht auch bis 2045 und darüber hinaus eine
leistungsfähige Mobilitätsinfrastruktur. Dazu gehören ein funktionierendes Nationalstrassennetz sowie
ein leistungsfähiger und langfristig finanzierbarer öffentlicher Verkehr. [1]
https://www.are.admin.ch/de/verkehrsperspektiven [2] Der ehemalige SBB-Chef Benedikt
Weibel in der NZZ vom 13.5.2026 Pressekontakt:
Frank Keidel
Mediensprecher
T 076 399 69 06
frank.keidel@auto.swiss
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