Mit Blick auf die Sommerferien bereiten sich Tausende von Touristinnen und Touristen darauf vor,
die europäischen Autobahnen zu nutzen. Um festzustellen, welche Länder die besten Infrastrukturen
bieten, führte der TCS im Frühling 2026 einen Praxistest auf 129 Raststätten entlang der wichtigsten
Autobahnachsen in Frankreich, Spanien und Portugal durch. Die Untersuchung knüpft an die in den
Jahren 2024 und 2025 durchgeführten Erhebungen zu Raststätten in der Schweiz, Frankreich, Italien
und Spanien an. Zwei TCS-Experten legten im Rahmen dieser Studie nahezu 10'000 Kilometer
zurück. Zahlreiche Kriterien analysiert Der Test umfasste 52 Raststätten in
Frankreich, 60 in Spanien und 17 in Portugal. Alle wurden anhand eines standardisierten
Bewertungsrasters beurteilt. Die TCS-Experten untersuchten die Parkinfrastruktur,
Schnellladestationen, Einrichtungen für Wohnmobile, Freizeit- und Erholungsbereiche sowie das
Gastronomie- und Einkaufsangebot. Jede Raststätte wurde nach denselben Kriterien besucht und
detailliert bewertet. Ergebnisse nach Ländern: grosse Unterschiede Die
Unterschiede zwischen den drei untersuchten Ländern sind erheblich. Frankreich erreicht mit 69,5 %
die beste Durchschnittsbewertung, vor Portugal (56,9 %) und Spanien (41,8 %). Frankreich
verfügt über neun als "ausgezeichnet" eingestufte Raststätten und 36 "sehr empfehlenswerte"
Anlagen. Damit gehören mehr als 86 % der bewerteten Standorte zu den beiden höchsten
Kategorien. Die Raststätten Besançon (89 %), Mâcon-la-Salle (88 %), Bolleville (84 %) belegen die
Spitzenplätze, während Relais Bouguenais (22 %), Treillières (36 %) und Communay Sud (43 %) die
Schlusslichter bilden. Spanien hingegen verzeichnet lediglich eine einzige Raststätte in der
Kategorie "sehr empfehlenswert". Von den 60 getesteten Raststätten überschreiten nur 11 die Marke
von 50 %. Die Mehrheit der Standorte wird als "empfehlenswert" (34) oder "mit Vorbehalt
empfehlenswert" (25) eingestuft. Die Raststätten La Caridad (63 %), Penedès (58 %) und La
Plana (58 %) erzielen die besten Ergebnisse, während Algarrobo (28 %), Torrox (29 %) und
Moncalián (30 %) am Ende der Rangliste stehen. Portugal nimmt mit 11 "empfehlenswerten",
5 "sehr empfehlenswerten" und 1 "mit Vorbehalt empfehlenswerten" Raststätte eine Mittelposition ein.
Die Raststätten Aveiras (69 %), Santarém (68 %) und Almodôvar (61 %) erzielen die besten
Bewertungen, während Galp Coronado (38 %), Alcochete (52 %) und Palmela (52 %) die niedrigsten
Ergebnisse aufweisen. Sehr unterschiedliche nationale Profile Diese
Unterschiede lassen sich durch deutliche Abweichungen bei den Infrastrukturen und Dienstleistungen
der einzelnen Länder erklären. Frankreich überzeugt insbesondere durch die Qualität seiner
Einrichtungen für Autofahrerinnen und Autofahrer sowie Wohnmobilreisende. Entsorgungsstationen
für Abwasser, Trinkwasserstellen, Sanitäranlagen und Duschen sind weit verbreitet. Auch die
Erholungsbereiche sind gut ausgebaut und bieten Picknickplätze, Spielplätze, Fitnessgeräte und
Hundezonen. Schnellladestationen sind zahlreich vorhanden und einfach zu bedienen. Dagegen
bleibt das Gastronomieangebot sowie das Angebot an Gasflaschen und Wohnmobilzubehör
begrenzt. Spanien weist erhebliche Defizite bei der Ausstattung für Wohnmobile auf. Die
grösste Schwäche betrifft jedoch die Schnellladeinfrastruktur: Nur etwas mehr als jede zehnte
Raststätte verfügt über Schnellladestationen, und viele Ladepunkte waren während des Tests defekt
oder ausser Betrieb. Auch die Zahlungsmöglichkeiten und die Transparenz der Tarife wurden als
unzureichend bewertet. Portugal hebt sich durch sein Gastronomie- und Einkaufsangebot
sowie durch eine gute Ausstattung mit Schnellladestationen hervor. Die Ergebnisse werden jedoch
durch den Mangel an Infrastruktur für Wohnmobile beeinträchtigt, insbesondere bei
Entsorgungsmöglichkeiten für Schwarz- und Grauwasser sowie bei der Versorgung mit Trinkwasser.
Empfehlungen für eine mobile Zukunft in Europa Der Test verdeutlicht den
Nutzen gemeinsamer Standards auf europäischer Ebene, um Qualität und Funktionalität von
Raststätten zu verbessern. Ziel sollte es sein, ein verlässliches Mindestniveau an Dienstleistungen zu
gewährleisten - etwa bei Ladeinfrastruktur, Entsorgungseinrichtungen, kinder- und tierfreundlicher
Ausstattung, Sauberkeit und Sicherheit. Der TCS ruft zu einer verstärkten Zusammenarbeit zwischen
nationalen Behörden, Betreibern und europäischen Mobilitätsclubs auf, um die Reiseinfrastruktur
nachhaltiger und benutzerfreundlicher zu gestalten - für alle Verkehrsteilnehmenden, unabhängig
vom gewählten Fortbewegungsmittel. Pressekontakt: Marco Wölfli, Mediensprecher TCS Tel. 058 827 34 03 |
marco.woelfli@tcs.ch
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