Die Junglandwirtekommission der Schweiz (JULA CH) hat sich seit Beginn aktiv in die Diskussion
zur AP 30+ eingebracht und das BLW in einer Begleitgruppe beraten. Die JULA CH begrüsst diesen
Einbezug der nächsten Generation ausdrücklich. Im vergangenen Monat nutzte die JULA CH
ein weiteres Gespräch mit dem BLW, um zentrale Anliegen nochmals zu bekräftigen. Ziel ist ein
mutiger Systemwechsel hin zu stabilen Rahmenbedingungen, mehr Planungssicherheit und
Innovation auf den Betrieben, angemessenen Einkommen und tragbaren Arbeitsbelastungen in allen
Regionen und einen Abbau des Spannungsfeldes zwischen Markt und Politik für eine Steigerung der
Wertschöpfung. Im Verlauf der Diskussionen stellt die JULA CH jedoch fest, dass zentrale
Anliegen immer weniger berücksichtigt wurden. Zwar wird die Digitalisierung als Chance erkannt,
doch der angestrebte Wechsel von einer massnahmenhin zu einer ergebnisorientierten Richtung wird
nur unzureichend verfolgt. Statt echte Entlastung für die Betriebe zeichnet sich eher eine Tendenz zu
mehr Überwachung und vereinfachten Kontrollen ab. Zudem bleibt aus Sicht der JULA CH unklar, wie
die einheimische Produktion konkret gestärkt werden soll. Die JULA CH unterstützt
grundsätzlich den Einbezug der gesamten Wertschöpfungskette. Allerdings zeigen die bisherigen
Zielvereinbarungen mit dem Detailhandel nicht die gewünschte Wirkung. Insbesondere die
ökonomische Nachhaltigkeit wird gar nicht berücksichtigt. Die JULA CH erwartet vom Detailhandel,
dass er seine Verantwortung wahrnimmt und den Absatz von Schweizer Produkten aktiv stärkt. Mit
einem zusätzlichen Brief an den Detailhandel und Treffen auf einem Bauernhof will die JULA CH
nochmals Druck auf den Detailhandel ausüben. Ein zentraler Hebel liegt für die JULA CH im
Grenzschutz. Dieser muss gezielt gestärkt werden, um sowohl den Bundeshaushalt zu entlasten als
auch die Absatzmöglichkeiten für Schweizer Produkte zu verbessern. Eine reine
Produktionsförderung greift zu kurz, wenn Verarbeitung und Absatz nicht gesichert sind. Die
JULA CH anerkennt die Herausforderungen bei der Hofnachfolge und sieht sich nicht als privilegierte
Junglandwirte, wie sie Nationalrat K. Baumann bezeichnete. Die Erhöhung der Altersgrenze für die
Starthilfe im Rahmen der Motion Baumann lehnt die JULA CH ab, da sie Hofübergaben weiter
verzögern könnte. Stattdessen fordert die JULA CH gezielte Anpassungen bei der Steuerlast des
Verkehrswerts. Die JULA CH verlangt zudem die konsequente Umsetzung der Motion Wismer
zur Wahrung der Verhältnismässigkeit in der DZV. Und zum Schluss fordert die JULA CH den
Einkommensvergleich anhand des Median-Arbeitsverdienstes der Landwirtschaft mit dem Median-
Lohn des 2./3. Sektors. Andere Vergleichsgrössen sind weder wissenschaftlich noch objektiv. Wir bleiben zuversichtlich, dass das BLW in der Ausarbeitung unsere Anliegen anerkennt und
möglichst gut berücksichtigen mag. Rückfragen:
Damien Rey, Präsident
Junglandwirte
079 566 38 10
www.junglandwirte.ch
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