Unscheinbare Raupe mit unangenehmen Folgen Der Name verrät viel über das
Tier: Die Raupen des Eichenprozessionsspinners sind meist auf Eichen zu finden. Sie verbringen den
Tag in Knäueln an Stämmen und Ästen und wandern abends in Kolonnen – wie bei einer Prozession
– in die Baumkronen zum Fressen. Ab Ende Mai entwickeln sie feine Brennhaare, die das Eiweissgift
Thaumetopoein enthalten und auf der Haut nesselartige Entzündungen hervorrufen können. Die
Härchen werden durch den Wind verbreitet und bleiben über Monate giftig. Gift
verursacht Ausschläge und Juckreiz Bei Kontakt können die Härchen verschiedene
Reaktionen auslösen: «Besonders gefährdet sind Personen mit Asthma oder anderen Atemwegserkrankungen», erklärt
Prof. Dr. med. Peter Schmid-Grendelmeier, Allergologe und Präsident des wissenschaftlichen Beirats
von aha! Allergiezentrum Schweiz. Die feinen Härchen können die Atemwege, die Haut und die
Augen reizen. Zudem sind allergische Reaktionen möglich. Gelangen die Härchen in die Augen, kann
sich die Bindehaut entzünden. Werden sie eingeatmet, können sie Atembeschwerden bis hin zu
Atemnot auslösen. Was tun nach einem Kontakt? Wer nach einem Aufenthalt
in der Nähe von Eichen plötzlich Hautreaktionen oder Atemwegsbeschwerden entwickelt, sollte einen
möglichen Kontakt mit den Brennhaaren in Betracht ziehen. aha! Allergiezentrum Schweiz
empfiehlt: «Mit der richtigen medizinischen Behandlung klingen die Symptome meist rasch wieder ab», sagt
Schmid-Grendelmeier. Bei Hautreaktionen kommen entzündungshemmende Kortisonpräparate oder
antiallergische Medikamente wie Antihistaminika zum Einsatz. Bei Atemwegsproblemen werden
zusätzlich Medikamente zum Inhalieren eingesetzt, welche die Bronchien erweitern. Auch
Hunde und andere Tiere können betroffen sein Die Brennhaare des
Eichenprozessionsspinners können auch Hunde und andere Tiere gefährden. Besonders Hunde
kommen beim Schnüffeln leicht mit Raupen, Nestern oder verwehten Härchen in Kontakt. Mögliche
Folgen sind Haut- und Augenreizungen, Schwellungen im Maulbereich, starker Speichelfluss,
Würgen, Erbrechen oder Atembeschwerden. Bei Verdacht auf Kontakt sollten Tierhaltende Maul,
Augen oder Fell vorsichtig mit viel Wasser ausspülen beziehungsweise abspülen. Wichtig: nicht
reiben, damit die Brennhaare nicht tiefer in Haut oder Schleimhäute gelangen. Bei Symptomen sollte
umgehend eine Tierarztpraxis kontaktiert werden. Sichtungen melden Nester
des Eichenprozessionsspinners sollten weder berührt noch eigenständig entfernt werden. Sichtungen
sollten beim zuständigen Pflanzenschutzdienst der Gemeinde gemeldet werden, damit die Tiere
fachgerecht entfernt werden können. Fragen? Fragen zu Allergien,
Hautreaktionen oder Atemwegsbeschwerden beantwortet die aha! infoline kostenlos und persönlich.
https://www.aha.ch/ Gut zu
wissen: Die sichtbaren langen Haare sind nicht die eigentlichen Brennhaare. Diese sind nur etwa 0,2
bis 0,3 Millimeter lang und mit blossem Auge kaum sichtbar. Sybille Suter
aha! infoline: Montag bis Freitag, 08.30–12.00 Uhr
Leiterin
Kommunikation und Medien
aha! Allergiezentrum Schweiz
+41 31 359 90 49 (direkt)
sybille.suter@aha.ch
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