Delcy Morelos (*1967 in Tierralta, Kolumbien) verwandelt die Lokremise in einen Ort, den man
nicht nur betrachtet, sondern mit allen Sinnen erlebt: eine raumgreifende, vergängliche Installation
aus recycelter Erde, gebrauchtem Holz und Duftessenz. Mit wenigen Materialien und einer nahezu
schwarzen, monochromen Farbigkeit schafft sie ein intensives Environment, in dem Sehen, Riechen
und Bewegen zu gleichwertigen Formen der Wahrnehmung zusammenwirken. Morelos’
Praxis ist radikal auf Material, Raum und Präsenz fokussiert. Aus einer Weltanschauung der
Andenregion heraus – und im Dialog mit Minimal Art und Konzeptkunst – entwickelt sie eine
eigenständige Sprache zwischen Zeichnung, Malerei, Skulptur und Installation. Naturmaterialien sind
dabei Träger von Zeit, Prozess und Vergänglichkeit. Im Zentrum der Ausstellung entfaltet sich
ein weitläufiges Feld aus Erdhügeln und bemalten Holzlatten: gestapelt, geschichtet, lose gehäuft –
wie Ackerland, Topografie oder archäologische Spuren. Wände und Säulen sind mit Erdschichten
überzogen; schmale Wege führen durch eine verdichtete Atmosphäre, in der Naturverbundenheit,
indigene Spiritualität und koloniales Erbe ineinandergreifen. So wird unser entfremdetes Verhältnis
zur Natur sinnlich erfahrbar – still, konzentriert und letztlich politisch. Das Kunstmuseum
St.Gallen freut sich, während der gesamten Ausstellungsdauer erneut freien Eintritt anbieten zu
können. Ermöglicht wird dies durch das grosszügige Sponsoring der SENN Resources AG. Delcy Morelos wurde 1967 in Tierralta in der Region Córdoba in Kolumbien geboren und studierte
an der Cartagena School of Fine Arts. Sie lebt und arbeitet in Bogotá. Ihre Werke wurden in
zahlreichen, internationalen Einzelausstellungen gezeigt: El espacio vientre, MUAC Museo
Universitario Arte Contemporáneo, Mexico City (2025); Madre, Hamburger Bahnhof – Nationalgalerie
der Gegenwart, Berlin (2025); Profundis, CAAC Centro Andaluz de Arte Contemporáneo, Sevilla
(2024); Interwoven, Pulitzer Arts Foundation, St. Louis, Missouri (2024); El abrazo, Dia Chelsea, New
York (2023); El lugar del alma, Museo Moderno, Buenos Aires; Between Rivers, Astrup Fearnley
Museet, Oslo (2024); Enie, Fundación NC-Arte, Bogotá (2018); Inner Earth, Röda Sten Konsthall,
Göteborg (2018). 2022 nahm sie mit der Installation Earthly Paradise an der 59. Biennale von
Venedig in der Ausstellung The Milk of Dreams teil. Morelos wurde mit dem Pérez Prize in
Public Art & Civic Design (2024) und dem ARTnews Awards Established Artist of the Year (2024)
ausgezeichnet. Öffentliche Führung mit Delcy Morelos: Sonntag, 14. Juni
2026, 12:30 Uhr, freier Eintritt Bitte melden Sie sich unter rsvp@kunstmuseumsg.ch an. Gerne steht die Künstlerin für
Interviews zur Verfügung. Pressekontakt: Nadine
Sakotic
www.kunstmuseumsg.ch
kommunikation@kunstmuseumsg.ch
Kunstmuseum St.Gallen, Leitung Kommunikation, T +41 71 242 06 84
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