Erfreulicher Beginn im 2026 Die Bautätigkeit ist im ersten Quartal um 5,6
Prozent auf über 4,9 Milliarden Franken gewachsen. Die kräftige Zunahme ist auf den Hochbau
zurückzuführen. Der rege Wohnungsbau der vergangenen Quartale hat sich fortgesetzt. Ein tiefes
Zinsniveau und geringe Leerstände treffen weiterhin auf eine hohe Nachfrage - ein Umfeld, das den
Wohnungsbau zusätzlich antreibt. Der Arbeitsvorrat lag Ende März 14,6 Prozent höher als noch ein
Jahr zuvor. Die Geschwindigkeit im Wohnungsbau ist hoch, dennoch werden bei weitem nicht die
benötigten 50 000 Wohnungen pro Jahr erreicht. Der öffentliche Hochbau hat viele Aufträge
in den letzten Quartalen vergeben, insbesondere für Bildungs- oder Gesundheitseinrichtungen.
Entsprechend ist auch in diesem Bereich ein erfreuliches Umsatzplus zu verzeichnen. Der
Wirtschaftsbau ist angesichts der schleppenden Schweizer Konjunktur tendenziell rückläufig und
volatil. Das Anfangsquartal hat der Wirtschaftsbau überraschend positiv abgeschlossen, die
Aussichten bleiben aber negativ. Einzig die gestiegenen Energiekosten setzen für die Baubranche
einen Hoffnungsschimmer, denn Unternehmen erhalten dadurch einen Anreiz, mittels
Gebäudedämmung ihren Energieverbrauch zu reduzieren. Zinsen als grösstes
Risiko Der Krieg in Nahost hat dazu geführt, dass sich Erdöl und Erdgas deutlich
verteuert haben. Weit grössere negative Auswirkungen auf die Baubranche hätte indes ein
Zinsanstieg. Denn ein höherer Ölpreis verteuert grossflächig viele Güter und Dienstleistungen.
Derzeit schätzt der SBV das Risiko eines Zinsanstiegs aber als gering ein. Die Prognoseinstitute
rechnen mit einer Inflation von rund 0,5 Prozent in diesem Jahr und für das kommende Jahr mit
lediglich leicht höheren Werten - zu wenig, als dass ein Eingriff der Notenbank notwendig wäre. Zu einem anderen Bremsfaktor könnten sich aber die höheren Baukosten entwickeln.
Schliesslich haben sich die Transportkosten verteuert und einige Baumaterialien sind zunehmend von
Teuerungszuschlägen betroffen. Wie zu Beginn des Ukrainekrieges werden die Baukosten zwar
voraussichtlich ansteigen, jedoch in viel geringerem Ausmass. Unklare Aussicht im
Tiefbau Die Auswirkungen auf den Hochbau bleiben sehr begrenzt, darauf deutet der
Bauindex hin. Der Hochbau dürfte in den nächsten Quartalen demnach weiterhin erfreulich wachsen.
Im Tiefbau trifft die aktuelle Lage den Belagsbau als Folge der stark gestiegenen Bitumenpreise. Der
Umsatz im Tiefbau stagnierte denn auch im ersten Quartal 2026. Die Bauindex-Prognose geht für
den Rest des Jahres von einem tieferen Umsatzwachstum als bislang aus. Die höheren
Einkaufskosten können die Gewinnmarge erheblich senken, falls vertraglich die Teuerungsvergütung
ausgeschlossen wurde. Man muss aber explizit festhalten, dass es sich beim
Baumaterialmangel derzeit um kein weit verbreitetes Problem handelt. Laut Daten der KOF melden
derzeit nur grob 6 Prozent der Bauunternehmen Probleme bei der Verfügbarkeit. Zum Höhepunkt des
Ukrainekrieges waren es noch 50 Prozent. Pressekontakt:
Jacqueline Theiler, Leiterin Kommunikation SBV Matthias Engel, Mediensprecher
Tel. 058 360 76 42,
jacqueline.theiler@baumeister.ch
Tel: 058 360 76 35,
matthias.engel@baumeister.ch
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