- 94% der Schweizer Unternehmen sind von verspäteten Zahlungen betroffen - Nur 42%
der B2B-Umsätze laufen auf Kreditbasis - Liquidität hat Vorrang - 60% erwarten anhaltend
hohe Insolvenzraten in der Schweiz Verspätete Zahlungen sind längst kein Einzelfall mehr.
Rund ein Drittel der Rechnungen wird zu spät beglichen - oft innerhalb von 30 Tagen nach Fälligkeit,
aber mit spürbaren Folgen für den Cashflow. "Verspätete Zahlungen sind kein Ausnahmephänomen
mehr, sondern belasten die Liquidität vieler Unternehmen dauerhaft", so Mathias Freudenreich.
Hauptursache sind mit 59% Liquiditätsprobleme auf Kundenseite. Hinzu kommen interne
Verzögerungen bei Zahlungsfreigaben und komplexere Zahlungsprozesse. Die Folgen: 44% der
Unternehmen melden geringere Liquiditätsspielräume, 31% eine erschwerte Cashflow-Planung und
23% einen steigenden Finanzierungsbedarf. Gleichzeitig verlängern sich die Days Sales Outstanding
(DSO), wodurch zusätzlich Kapital gebunden wird. Auch das Risiko von Forderungsausfällen
bleibt hoch. Fast jedes fünfte Unternehmen berichtet von Ausfällen in Höhe von zwei bis fünf Prozent
des fakturierten B2B-Umsatzes. Weitere 8% verzeichnen sogar Ausfälle von mehr als 5%. "Wenn
Forderungen dauerhaft ausfallen, belastet das nicht nur die Liquidität, sondern zunehmend auch die
Profitabilität der Unternehmen", so Mathias Freudenreich. Besonders betroffen sind kapitalintensive
Branchen mit geringer Preissetzungsmacht wie Bau, Handel und unternehmensnahe
Dienstleistungen. Schweizer Unternehmen reagieren auf diese Entwicklung überwiegend
konservativ. Sie bilden verstärkt interne Rückstellungen und begrenzen Risiken schon beim
Vertragsabschluss - etwa durch strengere Zahlungsbedingungen oder mehr abgesicherte Geschäfte.
Im Vergleich zu anderen westeuropäischen Märkten nutzen sie Instrumente wie Kreditversicherungen
jedoch seltener. "Viele Unternehmen tragen einen größeren Teil des Risikos selbst in der Bilanz. Das
erhöht die Abhängigkeit von stabilen Zahlungsströmen und macht sie anfälliger für Störungen", erklärt
Mathias Freudenreich. Unterschiedliche Risikoprofile in zentralen Branchen
Besonders deutlich zeigen sich die Risiken in kapitalintensiven Branchen. Im Baugewerbe und im
Handel treffen hohe Betriebskosten auf schwächere Nachfrage und begrenzte
Preissetzungsspielräume. Verzögerte Zahlungen erhöhen dort den Druck auf Liquidität und
Finanzierung zusätzlich. Auch unternehmensnahe Dienstleistungen stehen unter Druck.
Volumengetriebene Geschäftsmodelle und verzögerte Zahlungseingänge erhöhen die Anfälligkeit für
Liquiditätsengpässe. Struktureller Kostendruck und schwankende Nachfrage verschärfen die Lage
zusätzlich. Ausblick: Anhaltend hohe Risiken prägen das Umfeld Der
Ausblick bleibt verhalten: 60% der Unternehmen erwarten, dass die Insolvenzraten auf dem aktuell
hohen Niveau bleiben, weitere 23% rechnen sogar mit einem Anstieg. Unternehmensinsolvenzen
werden damit zunehmend als struktureller Teil des wirtschaftlichen Umfelds wahrgenommen - nicht
mehr nur als Folge einzelner Krisen. Auch die Erwartungen an die weitere wirtschaftliche
Entwicklung sind gedämpft. Die exportorientierte Schweizer Wirtschaft leidet unter schwächerer
Nachfrage aus wichtigen Absatzmärkten. Gleichzeitig erschweren geopolitische Unsicherheiten und
ein fragiles globales Umfeld die Planung. Die Kosten bleiben hoch, während Preiserhöhungen nur
begrenzt durchsetzbar sind. "Unternehmen müssen sich darauf einstellen, dass erhöhte
Zahlungsrisiken und volatile Rahmenbedingungen kein vorübergehendes Phänomen sind", sagt
Mathias Freudenreich. Entscheidend sei nun, Liquidität zu sichern, Risiken frühzeitig zu erkennen
und das Working Capital Management konsequent weiterzuentwickeln, um auch in einem unsicheren
Umfeld handlungsfähig zu bleiben.Das Atradius Zahlungsmoralbarometer ist eine jährliche Umfrage
zum Zahlungsverhalten im weltweiten Geschäftskundenbereich (B2B). Die aktuelle Ausgabe basiert
auf einer Befragung von 210 Unternehmen in der Schweiz, die im ersten und zweiten Quartal 2026
durchgeführt wurde. Das vollständige Zahlungsmoralbarometer finden Sie auf
www.atradius.ch. Für weitere Informationen: Atradius Crédito y Caución S.A. de Seguros y Reaseguros, Madrid, Zurich
Branch Astrid Goldberg Stefanie Heilken
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Telefon: +41 43 300 6460
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