HotellerieSuisse: Sessionsvorschau Sommer 2026


In der kommenden Sommerssession debattiert das Parlament über wichtige Vorlagen für unsere Branche.

Die Sommersession 2026 steht für HotellerieSuisse im Zeichen zweier Geschäfte, die für die Beherbergungsbranche von grundsätzlicher Bedeutung sind: der Weiterführung des MWST-Satzes für Beherbergungsleistungen und der Änderung des Bundesgesetzes über die Allgemeinverbindlicherklärung von Gesamtarbeitsverträgen. Beide Vorlagen betreffen zentrale Rahmenbedingungen unserer Branche: die internationale Wettbewerbsfähigkeit auf der einen Seite und die bewährte Sozialpartnerschaft auf der anderen.

Mit dem MWST-Satz für Beherbergungsleistungen entscheidet der Nationalrat über ein bewährtes Instrument, das für die standortgebundene Exportbranche Beherbergung zentral bleibt. Die Dienstleistungen werden in der Schweiz erbracht, mit Schweizer Kosten produziert und zu einem erheblichen Teil von ausländischen Gästen konsumiert. Gerade Gäste aus europäischen Nahmärkten reagieren preissensibel. Eine Verteuerung der Beherbergung würde deshalb nicht nur einzelne Betriebe belasten, sondern die gesamte touristische Wertschöpfungskette: von der Gastronomie über Bergbahnen bis zum Detailhandel und lokalen Zulieferern. Zudem ist der reduzierte MWST-Satz im europäischen Umfeld die Regel. Die Weiterführung ist deshalb kein Sondervorteil, sondern eine Frage fairer Wettbewerbsbedingungen.

Auch bei der Allgemeinverbindlicherklärung von Gesamtarbeitsverträgen geht es um verlässliche Rahmenbedingungen. HotellerieSuisse steht für eine starke Sozialpartnerschaft, in der Löhne und Arbeitsbedingungen branchennah zwischen Arbeitgeber- und Arbeitnehmerseite festgelegt werden. Kantonale oder kommunale Mindestlöhne dürfen diese Ordnung nicht untergraben: Sie schwächen den einheitlichen Wirtschaftsraum, erhöhen die Komplexität und setzen Fehlanreize zulasten von Aus- und Weiterbildung. Der Ständerat hat diese Argumentation aufgenommen und mit einer Besitzstandsregelung ergänzt. Dieser Kompromiss nimmt die Sorge vor Lohnsenkungen auf, ohne sozialpartnerschaftlich vereinbarte Bestimmungen auszuhebeln.

Die Motion von Nationalrätin De Quattro zu Kurzzeitvermietungen und die parlamentarische Initiative von Nationalrat Reto Nause «Integration erleichtern und Fachkräfte gewinnen!» setzen bei zwei praktischen Problemen für Beherbergungsbetriebe an: fehlende Transparenz bei Plattformangeboten und Unsicherheit bei erwerbstätigen Personen mit Schutzstatus S. HotellerieSuisse unterstützt beide Vorlagen, weil sie Fakten schaffen, faire Rahmenbedingungen stärken und Betrieben mehr Planbarkeit geben.




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