"Früherkennung und Prävention bleiben auch in der Jubiläumsausgabe des Krebsbarometers für
die Mehrheit der Befragten sehr wichtig. Trotz dieser hohen Zustimmung werden einige
Massnahmen, wie die HPV-Impfung oder vorsorgliche Lungenkrebs-Untersuchungen, nach wie vor
selten wahrgenommen und genutzt," sagt Lukas Golder, Co-Leiter des Forschungsinstituts gfs.bern.
"Wenn man den Gebärmutterhalsabstrich oder die Mammografie mit dem PSA-Test beim
Prostatakarzinom vergleicht, nehmen die Frauen die Krebsvorsorge deutlich ernster als die Männer."
Schweiz investiert wenig in Prävention - klare Mehrheit fordert mehr Eine
der zentralen Erkenntnisse der 5. Welle des MSD-Krebsbarometers ist das klare Bekenntnis der
Befragten zu mehr Investitionen in die Prävention. In der Schweiz wurde im Jahr 2022 ungefähr
0.48% des Bruttoinlandproduktes (BIP) in die Prävention investiert. Im Vergleich zu den
Nachbarländern investiert die Schweiz gemessen am BIP relativ wenig (Deutschland: 0.99%,
Österreich: 0.83%, Italien: 0.54%). Auf die Frage hin, ob die Schweiz in Zukunft mehr, gleichviel oder
weniger Geld in die Prävention investieren soll, ist die Haltung der Befragten ebenfalls klar: zwei
Drittel wollen mehr investieren, 24 % gleich viel und nur 3% weniger.
Früherkennungsmassnahmen: wichtig, aber zu wenig genutzt Im Rahmen einer
repräsentativen Umfrage vom 2. bis 19. Februar 2026 wurden vom Forschungsinstitut gfs.bern im
Auftrag von MSD Schweiz 1'264 Personen (ab 18 Jahren) in der ganzen Schweiz telefonisch oder
online befragt. Wenn es um Früherkennungsmassnahmen (z. B. Krebsscreenings) und den möglichst
frühzeitigen Therapiebeginn nach einer Krebsdiagnose geht, bewerten diese auch im Jubiläumsjahr
rund neun von zehn der Befragten als "sehr wichtig" oder "eher wichtig". Während
frauenspezifische Früherkennungsmassnahmen auf breite Zustimmung treffen, fällt diese bei
männerspezifischen deutlich geringer aus: So finden 91% den Gebärmutterhalsabstrich ("Pap-Test"
zur Früherkennung möglicher Veränderungen am Gebärmutterhals) "sehr wichtig" oder "eher
wichtig", und 88% bewerten die Mammografie (Röntgenaufnahme der Brust zur Früherkennung von
Brustkrebs) entsprechend. Bei den Männern sieht es etwas anders aus: Die Selbstkontrolle für
Hodenkrebs finden 76% als "sehr oder eher wichtig", den sogenannten "PSA-Test" (Bluttest auf das
prostataspezifische Antigen) für die Früherkennung von Prostatakrebs nur noch 65%. Das
Darmscreening, die Lungenkrebs-Früherkennung sowie die Impfung gegen HPV (humane
Papillomaviren) erhalten von weiblichen und männlichen Befragten zwischen 69% und 83%
Zustimmung. Obwohl alle Früherkennungsmassnahmen als "wichtig" erachtet werden,
wurden nur einige mindestens einmal tatsächlich durchgeführt: Der Gebärmutterhalsabstrich wurde
von 78% und die Mammografie von 58% der Befragten mindestens einmal gemacht. Weniger als die
Hälfte hat schon einmal eine Hautkontrolle zur Hautkrebs-Vorsorge (47%) durchführen lassen, ein
Darmscreening noch 45%, einen PSA-Test 41%. Nur wenige liessen sich gegen HPV impfen (18%)
oder nahmen an einer Lungenkrebs-Früherkennung teil (8%). Die Diskrepanz zwischen der
beurteilten Wichtigkeit und der Durchführung von Früherkennungsmassnahmen bleibt also auch in
der 5. Welle des Krebsbarometers bestehen. Nationale Strategien und Koordination
gefordert Interessant ist nun, dass - obwohl die Früherkennungsmassnahmen nicht
regelmässig genutzt werden - die Befragten dennoch wollen, dass im Rahmen des nationalen
Krebsplans finanzielle Mittel für die Krebsvorsorge gesprochen werden: zwischen 77% und 92%
wollen die oben erwähnten Früherkennungsmassnahmen finanziert haben. Auch die Fairness wird
bei der diesjährigen Befragung gross geschrieben: 98% der Befragten möchten einen Zugang zur
Krebsprävention und -behandlung unabhängig vom Einkommen. Ein einheitlicher Zugang
zur Krebsversorgung - unabhängig von Einkommen und Wohnort - wünschen sich 97% der
Teilnehmenden. 88% fordern eine nationale Koordination im Kampf gegen Krebs. Interessant ist
zudem, dass 94% der Befragten der Meinung sind, dass langfristige Einsparungen dank Investitionen
in Krebsprävention und -früherkennung erzielt werden können. Grundsätzlich sind 84% der
Überzeugung, dass eine nationale Koordination in der Krebsbekämpfung mehr Effizienz und Qualität
bringt. In diesem Zusammenhang sind 73% der Befragten überzeugt, dass der Bund bei der
Krebsbekämpfung die Führungsrolle übernehmen sollte. Hingegen zeigt sich bei der Frage, ob der
Bund, die Kantone oder beide gleichermassen die Verantwortung für die Krebsvorsorge (Prävention
und Früherkennung) tragen sollen, dass 54% beide als gleich verantwortlich betrachten, 35% den
Bund und nur 7% die Kantone in der Pflicht sehen. "Wenn man bedenkt, dass aktuell
aufgrund des föderalistischen Systems in der Schweiz die einzelnen Kantone die Hoheit über ihre
Gesundheitsversorgung haben, zeigen diese Resultate einen Trend in die andere Richtung." Zitat
Lukas Golder, gfs.bern Fünf-Jahres-Analyse des Krebsversorgungsbarometer Seit der ersten Erhebung im 2021 zeigt der Monitor ein stabiles Bild: Die Bevölkerung bewertet
die medizinische Kernversorgung - Spitalbehandlung, Therapie, ärztliche Betreuung - durchgehend
positiv, mit zuletzt sogar leicht steigenden Werten. Die pandemiebedingten Schwierigkeiten der
Versorgung haben sich normalisiert. Bei persönlich Betroffenen liegt die Zufriedenheit mit
Spitalversorgung und Therapiezugang bei über 90 Prozent. Gleichzeitig offenbart der
Fünfjahresvergleich hartnäckige Schwachstellen: Nachversorgung zuhause, psychologische
Unterstützung und die Begleitung pflegender Angehöriger werden seit 2021 schlechter als andere
Elemente der Versorgung bewertet und haben sich zuletzt teilweise weiter verschlechtert. In der
Nachbetreuung wünschen sich klare Mehrheiten Zugang zu Beratung für Angehörige, ein Recht auf
psychologische Nachbetreuung und staatliche Unterstützung beim beruflichen Wiedereinstieg. Ebenso konstant ist die Schere zwischen Einstellung und Verhalten bei der Prävention: Grosse
Mehrheiten erachten Krebsfrüherkennung als sehr wichtig, doch die tatsächliche Inanspruchnahme
vieler Angebote - etwa Lungenkrebs-Screening, HPV-Impfung oder Darmscreening - bleibt tief. Im
internationalen Vergleich investiert die Schweiz auch verglichen am BIP wenig in Prävention. Die
Bevölkerung fordert mehr Investitionen in die Prävention. Neu in der Befragung 2026 zeigt
sich, dass der Wunsch nach nationaler Koordination grösser geworden ist: Der Bund soll gemeinsam
mit den Kantonen Verantwortung übernehmen. Personen sollten nicht aufgrund vom Einkommen
oder dem Wohnort Zugang zu Früherkennungs- und Präventionsmassnahmen erhalten. Die
Bevölkerung wünscht, dass dies national geregelt ist - fair und gleich für alle. Quelle
MSD Krebsversorgungsmonitor 2026: Klare Haltung der Bevölkerung: Prävention ist ein
Muss. Nationale Lösungen und klare Strategien erhalten grosse Unterstützung. gfs.bern.
Forschungsinstitut gfs.bern Das gesamtverantwortliche Forschungsinstitut gfs.bern
ag kann sich auf eine ausgesprochen lange Tradition in der empirischen Sozialforschung stützen.
1959 als Gesellschaft zur Förderung der empirischen Sozialforschung der Schweiz (GfS) gegründet,
betreibt es seit 1986 als eigener Geschäftsbereich der GfS-Forschungsinstitut AG und seit 2004 mit
eigener Firmierung als gfs.bern ag sozialempirische Forschung mit Schwerpunkten in der Politik- und
Kommunikationsforschung. gfs.bern versteht sich als methodischer Full-Service-Anbieter mit
ausgewiesenen inhaltlichen Spezialitäten. Das Unternehmen zielt in seinem Marktauftritt auf
Qualitätsführerschaft im Bereich angewandte Sozialforschung ab (konkret: Umfrageforschung mit
Face-2-Face, Telefon-, Online- und schriftlichen Interviews) und kann diesen Vorsprung in der
Analyse zu politischen Meinungsbildungsprozessen seit rund 20 Jahren halten. gfs.bern hat dabei
insbesondere die empirische Sozialforschung rund um gesellschaftspolitische und
direktdemokratische Entscheidungsprozesse in der Schweiz wesentlich mitgeprägt. Ebenfalls verfügt
gfs.bern über langjährige Erfahrung im Monitoring von Politik- und Policy-Prozessen. Aktuelle
Lehraufträge an den Universitäten Zürich, Bern und Fribourg sowie an diversen Fachhochschulen
helfen mit, die so gewonnenen Erkenntnisse in der Ausbildung zur Verfügung zu stellen und
regelmässig in wissenschaftliche Reflexion zur eigenen Arbeit zu treten. Weitere
Informationen finden Sie auf www.gfsbern.ch. Für weitere Informationen besuchen Sie uns
bitte auf www.msd.ch de.msd-animal-health.ch www.msd-gesundheit.ch www.mymsd.ch
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