Am 5. Mai hat das EU-Parlament eine gezielte Änderung der EU-Vorschriften zur
Strassenbenutzungsgebühr, um die Möglichkeit zu verlängern, umweltfreundliche Lastwagen und
Busse bis zum 30. Juni 2031 von Mautgebühren zu befreien. Die Abgeordneten unterstützten einen
Vorschlag der Kommission, die Option zu verlängern, emissionsfreie schwere Nutzfahrzeuge von
Maut- und Nutzungsgebühren auszunehmen oder deutlich reduzierte Gebühren anzuwenden. Dies
soll für weitere fünfeinhalb Jahre gelten, vom 31. Dezember 2025 bis 30. Juni 2031.
Flexibilisierung ohne Langfristziele auszusetzen An ihren langfristigen
Reduktionszielen für schwere Nutzfahrzeuge hält die EU fest. Die CO2-Emissionen neuer Lastwagen
sollen gegenüber dem Niveau von 2019 bis 2025 um 15 Prozent sinken, bis 2030 um 45 Prozent, bis
2035 um 65 Prozent und bis 2040 um 90 Prozent. Die im März 2026 beschlossenen Anpassungen
betreffen nicht die Zielwerte, sondern den Umsetzungsweg. Die Hersteller erhalten mehr
Möglichkeiten, sogenannte CO2-Credits zu sammeln. Dabei handelt es sich um
Emissionsgutschriften, die in spätere Jahre übertragen werden können, um mögliche
Zielverfehlungen auszugleichen. Damit entfällt die bisher vorgesehene lineare Verschärfung der
Zielwerte zwischen 2025 und 2029. Die EU ist überzeugt, dass so Investitionen in emissionsfreie
Lastwagen und Busse gestärkt werden. Starke Signale für eine wirtschaftsorientierte
Klimapolitik Aus Sicht der Schweizer Automobilimporteure sind diese Entscheide des
EU-Parlaments ein wichtiges Signal für eine marktorientierte Klimapolitik. Thomas Rücker, Direktor
von auto-schweiz, sagt: "Die EU hat ihren Kurs konsequent korrigiert und zeigt, dass Klimapolitik und
wirtschaftliche Realität zusammen gedacht und umgesetzt werden müssen. Die Transformation im
Nutzfahrzeugsektor gelingt nur bei einem funktionierenden Ökosystem. Während die EU für
Personenwagen und nun auch für schwere Nutzfahrzeuge die dringend benötigte Flexibilität schafft,
zögert die Schweiz und setzt damit ihre Vorreiterrolle in der Elektrifizierung des Schwerverkehrs auf
Spiel. Während andere flexibilisieren, denkt die Schweiz über höhere oder zusätzliche Abgaben für
Elektrofahrzeuge nach und sieht keine Notwendigkeit für eine ähnliche Behandlung hiesiger
Unternehmen." Schweiz bei E-Lastwagen europäische Spitze Dabei zeigt
gerade der Schweizer Nutzfahrzeugmarkt, dass die Elektrifizierung grundsätzlich vorankommt: Mit
fast 1'000 neu immatrikulierten Elektro-Lastwagen über 3,5 Tonnen im vergangenen Jahr erreichte
die Schweiz einen Marktanteil von über 22 Prozent - der höchste Wert in Europa. Wenn regulatorisch
langfristige Investitionssicherheit geschaffen wird, etwa durch die Ausgestaltung der
Leistungsabhängigen Schwerverkehrsabgabe (LSVA) für emissionsfreie Lastwagen, sind
Unternehmen bereit, in den Infrastrukturaufbau zu investieren.
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