Nach 12 Quartalen zieht der Temporärmarkt trotz Iran-Konflikt erstmals wieder an. Der Markt für
Feststellenvermittlungen leidet weiter. Der Aufschwung bleibt fragil. Das erste Quartal war im
Temporärmarkt von einer Stabilisierung auf tiefem Niveau geprägt, wobei die regionalen
Unterschiede gross waren. Gerade in der Ostschweiz mussten vermehrt Industriebetriebe für ihre
Stammbelegschaft Kurzarbeit anmelden und hatten keinen Bedarf an Temporärpersonal. In der Folge
sank das Geschäft in der Region um 2,2 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal. Das Mittelland
legte hingegen mit einem Plus von 5,5 Prozent zu, wozu die Uhrenindustrie einen wichtigen Beitrag
leistete. Marcel Keller, Country President Adecco Group Switzerland, erklärt: "Die leichte Erholung im
ersten Quartal ist kein breit abgestützter Aufschwung, sondern eine selektive Gegenbewegung in
einzelnen Industrieclustern - insbesondere im Mittelland. Nach mehreren schwachen Quartalen
reagieren Unternehmen dort vorsichtig wieder mit temporären Einstellungen, bleiben aber insgesamt
sehr zurückhaltend." Iran-Konflikt im März ohne Geschäftsauswirkungen Die
Auswirkungen des Iran-Konflikts waren im März noch nicht zu spüren. Die Einsatzstunden wuchsen
um 1,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahr - schwächer als im Januar, aber stärker als im Februar. Dr.
Marius Osterfeld, Ökonom bei swissstaffing, ordnet ein: "Im historischen Vergleich waren die
Energiepreisanstiege im März trotz der spürbaren Folgen an den Zapfsäulen moderat. Deshalb wirkte
sich der Iran-Konflikt kaum auf das Geschäft der Personaldienstleister aus." Auswirkungen auf das
März-Geschäft wären für die Branchenentwicklung im 1. Quartal erheblich gewesen, denn
saisonbedingt liegt die Zahl der Einsatzstunden in diesem Geschäftsmonat rund 20 Prozent höher als
im Januar. Für die kommenden Monate gibt Osterfeld jedoch keine Entwarnung: "Löst sich der
Konflikt an der Strasse von Hormus nicht auf, wird dies die Schweizer Industrie besonders hart treffen
- und damit auch den Personalverleih." Rund ein Viertel des Umsatzes der Personaldienstleister
entfällt auf den Industriesektor, weshalb die Temporärbranche stark auf dessen Geschäftsentwicklung
reagiert. Der Iran-Konflikt stärkt jedoch andere Marktfelder, so Osterfeld: "Die Unsicherheit
um Kerosinpreise und Flugstreichungen dürfte Unentschlossene vermehrt veranlassen, in der
Schweiz Ferien zu machen oder statt in Ferienbuchungen in Konsumgüter zu investieren. Das stärkt
die Nachfrage in Gastronomie, Hotellerie, Logistik und Detailhandel." Der Gesamteffekt bliebe
dennoch negativ, da ein Teil des eingesparten Geldes für gestiegene Preise aufgewendet werden
müsste. Trotz der angespannten geopolitischen Situation bleiben die CEOs der Mitgliedsfirmen von
swissstaffing optimistisch. Gemäss einer Mitgliederumfrage des Meinungs- und
Sozialforschungsinstituts gfs-zürich rechnen 38 Prozent der befragten CEOs in den kommenden 6
Monaten mit einem Anstieg des Geschäfts, ein Wert vergleichbar mit der Befragung im Vorquartal.
Für weitere Auskünfte wenden Sie sich bitte an: Dr. Marius Osterfeld, Leiter Ökonomie und Politik Tel: 044 388 95 70 /
079 930 45 25 Celeste Bella, Leiterin Marketing &
Kommunikation Tel: 044 388 95 65 / 079 388 94 22
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