Der Flugverkehr wächst ungebremst. Das kommt nicht von ungefähr. «Durch die Steuerbefreiung
des Kerosins und die fehlende Einpreisung externer Kosten werden die Flugtarife künstlich zu tief
gehalten und der Markt wird verzerrt», erläutert Rolf Wüstenhagen, Wirtschaftsprofessor an der
Universität St. Gallen (HSG). Das schraubt die Nachfrage in die Höhe und führte zu einem
Passagierrekord 2025, der 2026 bereits wieder gebrochen werden soll. «Diese Entwicklung hat fatale
Auswirkungen auf das Klima.», konstatiert Franziska Ryser, Co-Präsidentin umverkehR und
Nationalrätin der Grünen. «Der Flugverkehr ist bereits für den grössten Anteil am Klimaeffekt in der
Schweiz verantwortlich – Tendenz steigend», zeigt sich David Raedler – Co-Präsident des VCS
Verkehrs-Club der Schweiz besorgt. Damit das durch das Stimmvolk angenommene
Klimaschutzgesetz eingehalten und das Netto Null Ziel des Flugverkehrs bis 2050 erreicht wird,
braucht es deshalb dringend wirkungsvolle Massnahmen. Öffentlicher Verkehr
stärken Zurzeit ist das Flugzeug oft günstiger als der Zug, obwohl dieser viel
umweltfreundlicher ist. «Mit der Mobilitätsbon-Initiative soll eine Abgabe auf Flugtickets und Privatjets
eingeführt werden, um die ungleich langen Spiesse von Zug und Flugzeug anzugleichen.», erklärt
Priska Wismer-Felder – Nationalrätin Mitte. Die erwarteten Einnahmen durch die Abgabe belaufen
sich auf rund 1.5 Milliarden Franken pro Jahr. Mindestens zwei Drittel dieses Betrags sollen als ÖV-
Gutschein – der sogenannte Mobilitätsbon – an die Bevölkerung ausbezahlt werden. Dieser kann für
den lokalen, nationalen oder internationalen öffentlichen Verkehr verwendet werden. Das ist auch
dringend nötig: Seit 1990 haben sich die Billetpreise in der Schweiz verdoppelt und die Allianz
SwissPass hat bereits die nächste Erhöhung angekündigt. Mit der Mobilitätsbon-Initiative geben wir
Gegensteuer. Zugverbindungen in unsere Nachbarländer fördern Mit dem
Rest der Einnahmen – bis zu 500 Millionen Franken pro Jahr - können attraktive und bezahlbare
Zugverbindungen in unsere Nachbarländer gefördert werden, beispielsweise auf den Strecken St.
Gallen – München, Genf – Lyon und Lugano – Milano sowie Direktverbindungen nach London und
Barcelona. Viele beliebte europäische Destinationen sind mit dem Zug noch nicht oder nur
umständlich und zu hohen Kosten erreichbar. 90% der Bevölkerung profitiert «Abhängig von der Ausgestaltung profitieren rund 90 Prozent der Bevölkerung mit der
Mobilitätsbon-Initiative.», freut sich Martine Docourt, Nationalrätin SP. Tatsächlich wird die
überwiegende Mehrheit der Bevölkerung – einschliesslich derjenigen, die nur gelegentlich fliegen –
dank dem Mobilitätsbon mehr Geld erhalten, als für die Abgabe anfällt. Lediglich die rund 10%, die
viel fliegen oder in Luxusklassen reisen, bezahlen mehr, als sie zurückerhalten. Somit ist die
Mobilitätsbon-Initiative ein Gewinn für Alle – für die Umwelt, das Klima und die Bevölkerung.
Weitere Informationen: Für weitere Auskünfte stehen zur Verfügung: VCS Verkehrs-
Club der
Schweiz | Aarbergergasse 61 | Postfach | 3001 Bern
Medienstelle 079 708 05 36 |
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