Seit 2019 ist die Anzahl der Angriffe auf Geldautomaten in der Schweiz stark gestiegen. Eine Mehrheit der Kantone ist von diesem Kriminalitätsphänomen betroffen. Seit 2023 werden die Geldautomaten mehrheitlich mit Sprengstoff aufgebrochen. Ermittlungen der letzten Jahre zeigen, dass für mehr als die Hälfte der Sprengstoffangriffe mutmasslich niederländische Tätergruppierungen verantwortlich sind. Diese sprengen seit rund 15 Jahren Geldautomaten in Europa – insbesondere in Deutschland und in Österreich. Seit mindestens 2020 sind mehrere niederländische Tätergruppierungen auch in der Schweiz aktiv. Die niederländische Polizei («Politie Amsterdam West») verhaftete zwischen dem 14. und dem 22. April Mitglieder von einer dieser Gruppierungen, in einer koordinierten Aktion mit Unterstützungder deutschen Polizeibehörden («Polizei Nordrhein-Westfalen»), der französischen Gendarmerie («Office central de lutte contre la délinquance itinérante») und fedpol.
Grenzüberschreitende gemeinsame Ermittlungen
Die Polizei Nordrhein-Westfalen, die Politie Amsterdam West, das Office central de lutte contre la délinquance itinérante, Europol und fedpol arbeiten seit 2025 im Rahmen einer internationalen operativen Taskforce zusammen. Die Ermittlungserkenntnisse bildeten die Grundlage für die Durchführung koordinierter Verhaftungstage («Joint Action Days», JAD). Im Rahmen der JAD vom 14. und 22. April nahm die Politie Amsterdam West in den Niederlanden sieben mutmassliche Täter fest, führte über ein Dutzend Hausdurchsuchungen durch und stellte insbesondere Sprengstoffe, Fahrzeuge und Bargeld sicher. Am 4. Dezember 2025 wurden nach dem Angriff auf den Geldautomaten in Gland (VD) ebenfalls zwei Täter derselben Gruppierung in den Niederlanden festgenommen.
Die intensiven Ermittlungsmassnahmen wurden auf justizieller Ebene im Rahmen einer gemeinsamen Ermittlungsgruppe (JIT) von der Bundesanwaltschaft der Schweiz, der Staatsanwaltschaft Düsseldorf und dem Amsterdam District Public Prosecutor’s Office angeordnet und unterstützt. Auch Eurojust («European Union Agency for Criminal Justice») sowie die französische Staatsanwaltschaft («Juridiction interrégionale spécialisée de Nancy») trugen zu den Ermittlungen bei.
Bezug zur Schweiz
Den mutmasslichen Tätern wird vorgeworfen, in der gesamten Schweiz rund zehn Anschläge auf Geldautomaten mit Sprengstoff verübt zu haben, unter anderem die folgenden:
20. Mai 2024 – Alle (Kanton Jura)
20. Mai 2024 – Porrentruy (Kanton Jura)
21. Juli 2025 – Couvet (Kanton Neuenburg)
3. Dezember 2025 – Gland (Kanton Waadt)
Für alle Verfahrensbeteiligten gilt die Unschuldsvermutung. Die Strafverfahren werden bislang durch die Bundesanwaltschaft geführt. Für weitere diesbezügliche Auskünfte steht die Bundesanwaltschaft zur Verfügung.
fedpol und die Bundesanwaltschaft danken allen beteiligten Partnerbehörden in der Schweiz sowie im Ausland für die sehr gute Zusammenarbeit. Grenzüberschreitende Operationen wie diese sind neben der Zusammenarbeit mit nicht-polizeilichen Akteuren wie Banken, Geldautomatenbetreibern und - herstellern entscheidend, um das Phänomen der Geldautomatensprengungen effizient und langfristig zu bekämpfen. Dies zeigt auch das aktuelle Lagebild: 2025 wurden in der Schweiz 24 Angriffe auf Geldautomaten verübt – halb so viele wie im Vorjahr und so wenige wie seit 2019 nicht mehr. Die Erfolgsquote der Attacken lag zudem 2025 nur noch bei rund 30 Prozent – ein Resultat der kontinuierlich verstärkten Schutzmassnahmen von Banken und Geldautomatenbetreibern.
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