Der Bericht, der für die MINT-Workforce Beratung SThree vom Centre for Economics and
Business Research (Cebr) erstellt wurde, untersucht 42 Volkswirtschaften und bewertet sowohl deren
Abhängigkeit von inländischem MINT-Nachwuchs als auch die Risiken, die mit einem Rückgang des
Angebots an qualifizierten Fachkräften verbunden sind. Im Durchschnitt macht der MINT-Sektor in
den analysierten Volkswirtschaften 14,7 Prozent der gesamten Bruttowertschöpfung aus. „Was die Schweiz von anderen europäischen Volkswirtschaften unterscheidet, ist das Ausmaß
ihrer MINT-Abhängigkeit. Kein anderes Land auf dem europäischen Festland hat mehr zu verlieren,
wenn die Qualifikationspipeline ins Stocken gerät und kaum ein Land hat gleichzeitig mehr zu
gewinnen, wenn sie gestärkt wird. Die derzeit starke Absolvent*innenbasis ist der entscheidende
Puffer. Ihn zu erhalten ist keine langfristige Ambition, sondern eine unmittelbare wirtschaftliche
Priorität“, sagt Cliff Sidhu, Managing Director DACH von SThree. MINT-Wertschöpfung in
der Schweiz Für die Schweiz hebt der Report zwei zentrale Erkenntnisse hervor:
Einerseits besteht eine außergewöhnlich hohe strukturelle Abhängigkeit von MINT-Branchen.
Andererseits ist die Schweiz durch ihre vergleichsweise starke Absolvent*innenbasis derzeit gut
positioniert. Auf Basis der bisherigen Entwicklung bei den Absolvent*innenzahlen
prognostiziert die Studie für die Schweiz bis 2035 ein jährliches MINT-BWS-Wachstum von 3,0
Prozent. Entwickelt sich die Zahl der Absolvent*innen weniger günstig, beläuft sich der kumulierte
Output, der im Zeitraum 2025 bis 2035 gefährdet ist, auf rund CHF 74 Mrd. (67 Mrd. USD, PPP). Im
Falle einer positiven Entwicklung des Absolvent*innentrends könnten hingegen zusätzliche CHF 76
Mrd. (69 Mrd. USD, PPP) realisiert werden. Insgesamt stehen damit rund CHF 150 Mrd. auf dem
Spiel. Mit 12,2 Absolvierenden pro 1'000 Personen im erwerbsfähigen Alter gehört die
Schweiz zu den führenden Volkswirtschaften im Panel. Hinzu kommt eine F&E-Intensität von 3,3
Prozent des BIP, die ebenfalls zur Spitzengruppe zählt. Diese Faktoren halten die Schweiz im
Gesamtranking im mittleren Risikobereich: Mit einem Indexwert von 45,1 Punkten liegt sie im
Mittelfeld der 42 untersuchten Volkswirtschaften. Pharma und Technologie als tragende
Säulen Innerhalb des MINT-Sektors ist die Technologiekomponente mit einem Anteil von
41,4 Prozent an der MINT-Bruttowertschöpfung die größte Einzelkomponente, geprägt durch
Telekommunikation sowie IT- und Programmierdienstleistungen. Mit 33,3 Prozent folgt die
Wissenschaftskomponente, die maßgeblich vom weltweit führenden Pharma- und Life-Sciences-
Sektor getragen wird – mit globalen Schwergewichten wie Roche, Novartis und Lonza.
Genau diese Konzentration auf hochwertige, global mobile Sektoren ist gleichzeitig die strukturelle
Verwundbarkeit: Pharma- und Technologieunternehmen können Kapazitäten flexibel dorthin
verlagern, wo die besten Fachkräfte verfügbar sind. Lässt die Pipeline nach, bewegt sich das
Risikovolumen schnell vom Theoretischen ins Reale. DACH-Vergleich:
Wirtschaftsleistung und Exponierung Im DACH-Vergleich liegt der potenziell gefährdete
Output in Deutschland bei rund 288 Mrd. Euro (408 Mrd. USD, PPP), in der Schweiz bei CHF 74 Mrd.
(67 Mrd. USD, PPP). Beim Anteil der MINT-Wertschöpfung an der gesamten Wirtschaftsleistung liegt
Österreich mit 15,1 Prozent hinter Deutschland (17,5 Prozent) und der Schweiz (21,3 Prozent). Der Index des STEM Skills Outlook 2026 wird anhand von drei Faktoren berechnet: der
Abhängigkeit einer Volkswirtschaft von ihrer MINT-Wertschöpfung, der Anzahl von BSc- oder
gleichwertigen Absolvent*innen sowie dem Output, der bei einer Verschlechterung der MINT-Pipeline
gefährdet wäre. Der daraus abgeleitete Indexwert bildet die Exponierung gegenüber Risiken im
MINT-Bereich ab. Im finalen Indexranking liegen die Schweiz und Österreich gleichauf bei 45,1
Punkten, Deutschland bei 46,1 Punkten, alle drei im Mittelfeld. Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an: Sabine Klopffleisch Ciara Steurer +43 (0) 664 60508838
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