Nach Jahren der Hoffnung, Island könnte den kommerziellen Walfang endgültig beenden, wird
nun berichtet, dass sich die Fangflotte auf eine Wiederaufnahme der Jagd vorbereitet. Nach
mehreren unterbrochenen und ausgefallenen Saisons könnte der Walfang jederzeit wieder
aufgenommen werden, da die bestehenden Fünfjahresgenehmigungen (2025 – 2029) keiner
weiteren politischen Entscheidung bedürfen. Diese selbst auferlegten Fangquoten erlauben
die jährliche Tötung von 209 Finnwalen und 217 Zwergwalen. OceanCare verurteilt diese
Pläne scharf und fordert die isländische Regierung auf, sämtliche Vorbereitungen für den
kommerziellen Walfang umgehend zu stoppen und bestehende Genehmigungen zu widerrufen. Mark Simmonds, Leiter Wissenschaft bei OceanCare, sagt: „Die Entscheidung
des Walfangunternehmens, die Jagd wieder aufzunehmen – trotz der Entwicklungen der letzten
Jahre im Land, einschließlich der Tatsache, dass sich mittlerweile mehr als 50 Prozent der
Bevölkerung gegen den Walfang aussprechen – ist zutiefst enttäuschend. Kommerzieller Walfang ist
eine überholte und nicht zu rechtfertigende Praxis. Wale im 21. Jahrhundert aus kommerziellen
Gründen zu töten, ist weder notwendig noch akzeptabel – insbesondere angesichts der gravierenden
und ungelösten Tierschutzprobleme.“ Nicolas Entrup, Leiter Internationale
Zusammenarbeit bei OceanCare, ergänzt: „Wale sind heute zahlreichen Bedrohungen
ausgesetzt. Sind wir Menschen wirklich so stur, dass wir nicht einmal jene Praxis beenden, die völlig
unnötig, grausam und sinnlos ist? Der kommerzielle Walfang widerspricht internationalen
Vereinbarungen, gefährdet ohnehin bedrohte Walpopulationen und verursacht erhebliches Leid.
Island sollte es besser machen – und wir sind überzeugt, dass die Mehrheit der isländischen
Bevölkerung das genauso sieht.“ Globales Walfangverbot wird untergraben Während weltweit Anstrengungen verstärkt werden, den Meeresschutz auszubauen und dem
Verlust der biologischen Vielfalt entgegenzuwirken, untergräbt die mögliche Wiederaufnahme des
kommerziellen Walfangs zentrale internationale Verpflichtungen – insbesondere das von der
Internationalen Walfangkommission (IWC) etablierte Moratorium. Trotz des seit 1986
geltenden internationalen kommerziellen Walfangverbots setzt Island den Walfang fort, indem es
einen Vorbehalt gegen das Moratorium aufrechterhält und kommerzielle Jagd betreibt, vornehmlich
auf Finnwale. Deren Fleisch wird vor allem nach Japan exportiert. Genehmigungen
ermöglichen umfangreichen Walfang Im Rahmen der aktuellen, selbst festgelegten
Fünfjahresgenehmigungen hat Island die jährliche Tötung von 209 Finnwalen und 217 Zwergwalen
erlaubt: theoretisch mehr als 2.100 Tiere im Zeitraum zwischen 2025 und 2029. Finnwale gelten laut
der Roten Liste der IUCN als gefährdet. Zwischen 2019 und 2021 fand kein kommerzieller
Walfang auf Finnwale in Island statt. 2022 wurden 148 Tiere getötet, 2023 weitere 24. In den Jahren
2024 und 2025 wurde die Jagdsaison ausgesetzt. Solange die Genehmigungen jedoch
bestehen, ist keine weitere politische Entscheidung notwendig, um den Walfang wieder aufzunehmen
– was die aktuelle Situation besonders dringlich macht. Berichten zufolge bereitet das einzige
isländische Finnwalfangunternehmen, Hvalur hf., bereits seine Schiffe für die kommende
Sommersaison vor, während die offizielle Fangempfehlung des zuständigen Instituts noch aussteht.
Der Umfang dieser Genehmigungen verdeutlicht den industriellen Charakter des modernen
Walfangs, der unter anderem durch Exportmärkte – insbesondere in Japan – angetrieben wird. Die
Nachfrage im isländischen Inland ist sowohl für Finnwal- als auch für Zwergwalfleisch gering. Erhebliche Tierschutzprobleme Beim kommerziellen Walfang werden Harpunen
mit Sprengladungen eingesetzt, die die Tiere sofort töten sollten. In der Praxis geschieht dies jedoch
häufig nicht. Daten aus der isländischen Walfangsaison 2022 zeigen, dass 41 Prozent der
Wale nicht sofort starben. Die mittlere Zeit bis zum Tod lag bei 11,5 Minuten. In einzelnen Fällen
dauerte es über eine Stunde, bis das Tier starb. Neue Regelungen aus dem Jahr 2023
sollten Verbesserungen bringen, etwa durch Vorgaben zu Wetterbedingungen und Sichtverhältnissen.
Diese gelten jedoch als unzureichend, um die grundlegenden Tierschutzprobleme dieser Praxis zu
lösen. Die mögliche Wiederaufnahme des Walfangs in Island erfolgt zudem vor dem
Hintergrund zunehmender Aktivitäten in anderen europäischen Gewässern: Berichten zufolge hat
Norwegen seine Walfangsaison bereits begonnen. Drei Schiffe sind dort im Einsatz und bis Anfang
dieser Woche wurden bereits 45 Zwergwale getötet – im Vergleich zu neun Tieren zum selben
Zeitpunkt im Vorjahr. Pressekontakt Anton Mattmüller, Pressesprecher,
OceanCare amattmueller@oceancare.org | +43 681 106 19366 OceanCare
Gerbestrasse 6
CH-8820 Wädenswil
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