Der Schweizerische Baumeisterverband (SBV) lehnt die sogenannte Nachhaltigkeitsinitiative mit
ihrer starren Bevölkerungsobergrenze entschieden ab. Besonders kritisch sieht er den vorgesehenen
Systemwechsel hin zu Kontingenten und Höchstzahlen für sämtliche Formen der Einwanderung,
wovon insbesondere auch qualifizierte Arbeitskräfte aus dem Ausland betroffen wären.
Zuwanderungskontingente bedeuten zwangsläufig mehr Bürokratie. Unternehmen müssten sich
durch aufwendige Bewilligungsverfahren kämpfen und länger auf qualifizierte Mitarbeitende warten.
Zu befürchten sind dabei Verteilungskonflikte zwischen Branchen und Regionen, die wahrscheinlich
zulasten der Baubranchen ausfallen würden. Trotz Inländerförderung bleibt Bau auf EU-
Fachkräfte angewiesen Die Schweizer Bauunternehmen legen grossen Wert darauf,
Lernende aus der eigenen Region auszubilden sowie langjährige Bauarbeiter und Bauarbeiterinnen
gezielt weiterzubilden. Angesichts des Fachkräftemangels kommt aber auch der Zuwanderung bei
der Rekrutierung von Arbeitskräften für das Bauhauptgewerbe eine zentrale Bedeutung zu,
verbessert sie doch die Verfügbarkeit von Arbeitskräften. Der Ausländeranteil auf Schweizer
Baustellen liegt trotz grossem Engagement bei der Inländerförderung seit vielen Jahren konstant bei
rund zwei Dritteln. Die grosse Mehrheit davon stammt aus der EU, vor allem aus Portugal, Italien,
Deutschland, Frankreich und Spanien. Essenzielle Beziehungen zur EU nicht
gefährden Darüber hinaus birgt die Initiative erhebliche Risiken für die stabilen und für
die Schweizer Wirtschaft essenziellen Beziehungen zur EU. Als wichtigster Handelspartner ist die EU
eng mit dem Schweizer Arbeitsmarkt und den Wertschöpfungsketten verflochten. Eingriffe in die
Personenfreizügigkeit könnten bestehende bilaterale Abkommen unter Druck setzen und die
Planungssicherheit für Unternehmen deutlich verschlechtern. Gerade die Bauwirtschaft ist auf
verlässliche Rahmenbedingungen, funktionierende Lieferketten und offene Märkte angewiesen. Investitionen in Wohnraum und Infrastruktur entscheidend Der SBV lehnt die
Initiative ab, weil sie die Symptome bewirtschaftet, aber die Ursachen nicht löst. Wohnungsnot, Stau
und überlastete Infrastruktur bekämpft man nicht mit neuen Rekrutierungshürden, sondern mit
schnelleren Verfahren, Investitionen und genügend Fachkräften.
Pressekontakt: Matthias Engel, Mediensprecher SBV Tel.
058 360 76 35, Jacqueline Theiler, Leiterin Kommunikation
SBV Tel. 058 360 76 42,
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