Hohe Nutzung digitaler Gesundheitsinformationen Rund vier von fünf Personen
über 60 Jahren, die das Internet nutzen, suchen dort nach Gesundheitsinformationen. Drei Viertel der
Befragten nutzen das Internet, um das eigene Verständnis ihrer Gesundheit zu verbessern, mehr als
die Hälfte sucht gezielt nach Informationen zu Medikamenten oder Behandlungsmöglichkeiten. Doch dabei muss differenziert werden: Viele ältere Menschen berichten zwar, dass sie
Informationen online leicht finden und sie auch verstehen können. Deutlich schwerer fällt ihnen
jedoch die kritische Bewertung und Einordnung dieser Gesundheitsinformationen. Schwierig ist
insbesondere die Einschätzung der Vertrauenswürdigkeit und die Frage, ob Inhalte zur eigenen
Situation passen. Gerade im Gesundheitsbereich ist das Angebot an Informationen gross,
unübersichtlich und in seiner Qualität sehr unterschiedlich. Ein grosser Teil der befragten
Personen weist eine eingeschränkte «digitale Gesundheitskompetenz» auf, also die Fähigkeit, sich
im digitalen Raum sicher zu bewegen und Gesundheitsinformationen einzuordnen: Bei rund der
Hälfte ist sie mangelhaft und bei einem weiteren Drittel problematisch. Dabei zeigt sich auch, dass
die digitale Gesundheitskompetenz umso mangelhafter ist, je geringer die formale Bildung, je
schwieriger die finanzielle Situation und je schlechter der subjektive Gesundheitszustand sind. Digitaler Austausch: Potenzial vorhanden Deutlich weniger verbreitet als die
Informationssuche im Internet ist der digitale Austausch zu Gesundheitsthemen: Nur rund ein Drittel
der älteren Menschen tauscht sich digital mit Ärzt:innen oder anderen Gesundheitsfachpersonen aus,
etwa per E-Mail oder über Online-Portale. Der Austausch mit anderen Betroffenen findet noch
seltener statt, stösst jedoch auf Interesse: Rund ein Drittel kann sich grundsätzlich vorstellen,
entsprechende Angebote künftig zu nutzen. Vertrauen als zentrale Voraussetzung
Sowohl bei der digitalen Informationssuche als auch beim Austausch ist Vertrauen
entscheidend. Als wesentliche Hürde geben die Befragten Unsicherheiten hinsichtlich der
Vertrauenswürdigkeit von Informationen oder Angeboten an. «Vertrauen ist eine zentrale
Voraussetzung dafür, dass ältere Menschen digitale Angebote überhaupt nutzen», sagt Studienleiter
Prof. Carlo Fabian. «Unsicherheit führt oft dazu, dass sie darauf verzichten.» Besonders wichtig sind
transparente Anbietende, verständliche Inhalte, der Schutz vor Fehlinformationen sowie ein
sorgfältiger Umgang mit persönlichen Daten. Mit dem Aufkommen neuer Technologien wie
künstlicher Intelligenz (KI) dürften diese Herausforderungen weiter zunehmen. Zwar war KI nicht
Gegenstand dieser Studie, doch deuten aktuelle Entwicklungen und andere Studien darauf hin, dass
solche Anwendungen den Zugang zu digitalen Informationen erleichtern und gleichzeitig neue
Anforderungen an deren Bewertung stellen. Empfehlungen für Praxis und Politik In einer digital geprägten Zukunft besteht das Ziel darin, älteren Menschen die eigenständige und
sichere Nutzung digitaler Gesundheitsangebote zu ermöglichen. Um dies zu erreichen, leitet das
Forschungsteam verschiedene Empfehlungen ab. Dazu gehören: Zur Studie ReDiH Die Studie «Regional Health Promotion in an Age-Friendly
Digital World in Switzerland» untersuchte, wie Menschen ab 60 Jahren in der Schweiz digitale
Gesundheitsinformationen und digitalen gesundheitsbezogenen Austausch nutzen, welche Motive sie
haben und wo sie Barrieren wahrnehmen. Die Studie vereinte quantitative Befragung (1 325
Personen) und Workshops mit älteren Menschen, betreuenden Angehörigen und Fachpersonen aus
dem Sozial- und Gesundheitswesen. Die Studie lief von April 2023 bis März 2026 und wurde vom
Schweizerischen Nationalfonds finanziert. Die Studienleitung hatten Prof. Carlo Fabian und Dr.
Alexander Seifert inne. Ausserdem waren Yves Bachofner, Dr. Lucy Bayer-Oglesby und Samin
Sepahniya Mitglieder des Projektteams. Kontakt Fachhochschule
Nordwestschweiz FHNW Hochschule für Soziale Arbeit Prof. Carlo Fabian Leiter Institut Soziale Arbeit und Gesundheit Riggenbachstrasse 16 4600
Olten T +41 62 957 22 12 M Die
Hochschule für Soziale Arbeit FHNW mit Standorten in Olten und Muttenz ist lokal und regional
verankert, international vernetzt und in ihren Leistungen in Aus- und Weiterbildung, Forschung und
Dienstleistung breit anerkannt. In ihrem Forschungs- und Entwicklungsschwerpunkt «Soziale
Innovation» analysiert, initiiert und begleitet sie Innovationsprozesse in Kooperation und im
Austausch mit der Praxis. Sie fördert damit die Professionalisierung der Sozialen Arbeit und trägt
massgeblich zum Verständnis und zur innovativen Bearbeitung sozialer Probleme und
gesellschaftlicher Herausforderungen bei. Fachhochschule Nordwestschweiz
FHNW
Dominik Lehmann
Leiter Kommunikation FHNW
Bahnhofstrasse 6
5210
Windisch
T +41 56 202 77 28
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