Die Schweizerische Nationalbank (SNB) hat im März den Leitzins erneut bei 0 Prozent belassen
und damit ihren geldpolitischen Kurs bestätigt. Trotz leicht steigender Inflation bleibt die Teuerung im
Februar mit 0,1 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat weiterhin klar im Zielband von 0 bis 2
Prozent. Gleichzeitig haben sich die externen Rahmenbedingungen zuletzt eingetrübt. Der Iran-Krieg
treibt die Energiepreise nach oben und verstärkt damit den globalen Inflationsdruck. «Die SNB
befindet sich aktuell in einem Spannungsfeld: Kurzfristig sollte der Inflationsdruck durch höhere
Energiepreise steigen, mittelfristig dürfte die Teuerung jedoch moderat ausfallen. Das spricht für eine
Fortsetzung der Nullzinspolitik», sagt Comparis-Finanzexperte Dirk Renkert. Risiken für
kommende Quartale steigen Die Schweizer Konjunktur zeigt sich noch insgesamt stabil,
wenn auch mit ersten Schwächeanzeichen. Für 2026 wird ein moderates Wachstum von rund 1
Prozent erwartet, gestützt durch den privaten Konsum und steigende Reallöhne. Gleichzeitig
belasten die Frankenstärke und die schwache Industriekonjunktur die Exportwirtschaft. «Während
sich der Dienstleistungssektor robuster entwickelt, bleiben die globalen Unsicherheiten hoch und
dämpfen die Investitionsbereitschaft. Die Binnenwirtschaft stützt das Wachstum, doch die
exportorientierten Branchen leiden weiterhin unter dem starken Franken und der unsicheren globalen
Lage», so Renkert. Auch international zeigt sich ein uneinheitliches Bild: In der Eurozone hat
die Europäische Zentralbank (EZB) den Leitzins bei 2 Prozent belassen. Die Inflation liegt im Februar
nahe dem Zielwert, doch steigende Energiepreise erhöhen die Risiken für die kommenden Quartale
deutlich. Gleichzeitig trüben sich die Konjunkturaussichten ein – insbesondere in Deutschland, der
grössten Volkswirtschaft in der Eurozone. Die EZB befindet sich damit zunehmend in einem
Spannungsfeld zwischen Inflationsbekämpfung und Konjunkturstabilisierung. «Die EZB ist stärker
gefordert als die SNB, da sich die Inflation in der Eurozone bereits am oberen Ende des Zielbandes
bewegt. Sollte sie sich infolge höherer Energiepreise weiter beschleunigen, sind erste
Zinserhöhungen in diesem Jahr nicht auszuschliessen. Der Franken könnte sich gegenüber dem
Euro abwerten und die Kosten für Importwaren in die Schweiz erhöhen», sagt Renkert. In
den USA verfolgt die US-Notenbank (Fed) ebenfalls eine abwartende Haltung und belässt den
Leitzins in der Bandbreite von 3,5 bis 3,75 Prozent. Mit dem starken Anstieg der Energiepreise haben
sich die Inflationsrisiken zuletzt weiter erhöht. Gleichzeitig mehren sich Anzeichen einer
konjunkturellen Abkühlung, etwa ein schwächerer Arbeitsmarkt und ein gesunkenes
Konsumentenvertrauen. Die Fed steht damit vor einer ähnlichen geldpolitischen Abwägung. «Im
Vergleich zur SNB und zur EZB dürfte die Fed vor der anspruchsvollsten Ausgangslage bei der
Inflationsbekämpfung stehen. Mit 2,4 Prozent im Februar liegt die Inflation über dem Zielwert von
rund 2 Prozent. Hinzu kommt die Unsicherheit über die künftige geldpolitische Ausrichtung mit dem
neuen Fed-Vorsitz in diesem Mai», erklärt Renkert. Unsicherheit sorgt für steigende
Kapitalmarktzinsen und grössere Handelsspannen Die Hypothekenzinsen in der
Schweiz sind zuletzt wieder gestiegen – trotz unverändertem Leitzins der SNB. Haupttreiber dieser
Entwicklung sind nicht die Geldpolitik, sondern die Bewegungen an den Kapitalmärkten. Die
Kapitalmarktzinsen sind seit Anfang des Jahres zunächst gefallen und nach Ausbruch des Iran-
Krieges deutlich angestiegen. So lag die Rendite für 10-jährige Bundesobligationen zu Jahresbeginn
bei 0,33 Prozent, ermässigte sich bis Ende Februar auf 0,23 Prozent und erhöhte sich bis Ende März
bis auf 0,40 Prozent. Die Refinanzierungskosten der Banken, sogenannte Swaps, entwickelten sich
hingegen bei den Laufzeiten unterschiedlich: Die Swaps mit 10-jähriger Laufzeit fielen von 0,66
Prozent Ende 2025 auf 0,55 Prozent. 5-jährige Swap-Sätze ermässigten sich im gleichen Zeitraum
nur leicht von 0,32 auf 0,31 Prozent. Hingegen stiegen 3-jährige Swap-Sätze von 0,14 Prozent auf
0,30 Prozent. Das wirkte sich direkt auf die Konditionen von Festhypotheken aus, da die
Finanzinstitute ihre individuelle Marge auf den Swap-Satz addieren. Die von über 30
Kreditinstituten öffentlich publizierten Referenzzinsen (sogenannte Richtsätze) für 10-jährige
Festhypotheken lagen am 31. März bei 1,81 Prozent. Das sind 0,12 Prozentpunkte weniger als zu
Jahresbeginn mit 1,93 Prozent. Der Richtsatz für 5-jährige Festhypotheken lag am 31. März bei 1,56
Prozent und 0,06 Prozentpunkte niedriger gegenüber Jahresbeginn mit 1,62 Prozent. Hingegen
notierten 3-jährige Festhypotheken mit 1,39 Prozent rund 0,03 Prozentpunkte etwas höher als noch
zu Jahresbeginn mit 1,36 Prozent. Die angebotenen Zinsen bewegten sich Ende März in
folgenden Spannen: Erstrangige Saron-Hypotheken wurden im Durchschnitt zwischen 0,8 und 1,2
Prozent angeboten, 5-jährige Festhypotheken zwischen 1,1 und 1,7 Prozent, 10-jährige
Festhypotheken zwischen 1,4 und 2,0 Prozent. Gegenüber Dezember haben sich die
Handelsspannen etwas erweitert. Vor drei Monaten lagen Saron-Hypotheken im Durchschnitt
zwischen 0,8 und 1,2 Prozent, 5-jährige Festhypotheken zwischen 1,2 und 1,6 Prozent und 10-
jährige Festhypotheken zwischen 1,5 und 1,9 Prozent. «Der Anstieg der Marktzinsen bei
den kurzen Laufzeiten und die Verflachung der Zinskurve deutet darauf hin, dass die
Marktteilnehmenden eher kurzfristige negative Auswirkungen erwarten. Sollten diese jedoch länger
als erwartet anhalten, dürfte sich dies auch auf die mittel- und längerfristigen Laufzeiten auswirken
und die Konditionen verteuern», kommentiert Renkert. Saron-Hypotheken wieder
verstärkt gesucht Bei den Abschlüssen des Comparis-Hypothekenpartners HypoPlus
gab es in den letzten 3 Monaten eine deutliche Verschiebung hin zu kürzeren Laufzeiten. Der Anteil
von Hypotheken mit Laufzeiten bis zu 3 Jahren (einschliesslich Saron-Hypotheken) lag bei rund 27
Prozent – deutlich höher als im Vorquartal (17 Prozent). Der Anteil der Saron-Hypotheken machte
rund 18 Prozent aller Abschlüsse aus und verdoppelte sich gegenüber dem Vorquartal (rund 8
Prozent). «Der hohe Anteil von Saron-Hypotheken zeigt, dass Kosten deutlich im
Vordergrund stehen. Die Schweizer Inflation ist aktuell sehr niedrig und die offiziell prognostizierten
Inflationszahlen noch moderat. Dennoch besteht bei einem länger anhaltenden Iran-Krieg die Gefahr,
dass sich Preise deutlich schneller erhöhen als ursprünglich erwartet. Unter Umständen wäre die
SNB dann gezwungen, die Zinsen anzuheben», warnt Renkert. Der Anteil von
Festhypotheken mit mittleren Laufzeiten (4 bis 7 Jahre) sank von rund 28 Prozent im Vorquartal auf
rund 23 Prozent aller Abschlüsse. Auf langlaufende Festhypotheken mit 10 Jahren entfielen rund 32
Prozent aller Abschlüsse gegenüber rund 41 Prozent im Vorquartal. Bei den Festhypotheken
mit 8- und 9-jähriger Laufzeit erhöhte sich der Anteil deutlich. Lag dieser im ersten Quartal des
Vorjahres noch bei rund 4 Prozent, stieg er 12 Monate später deutlich auf rund 18 Prozent aller
Abschlüsse an. «Festhypotheken mit 8- und 9-jähriger Laufzeit sind ein guter Kompromiss für
Hypothekarnehmende, die hohe Planungssicherheit suchen und sich die Konditionen im Gegensatz
zu 10-jährigen Festhypotheken noch gut leisten können», sagt Renkert. Hohes
Sparpotenzial beim Verhandeln Comparis hat die durchschnittliche Differenz zwischen
dem Richtsatz und dem Top-Zinssatz von HypoPlus für 3-, 5-, 10- und 15-jährige Festhypotheken per
31. März 2026 verglichen und das mögliche Sparpotenzial über die Laufzeit berechnet. Bei
den von Comparis berechneten Richtsätzen handelt es sich um publizierte, aber noch verhandelbare
Durchschnittszinsen von über 30 Hypothekarinstituten. Die von HypoPlus tatsächlich ausgehandelten
Zinssätze liegen deutlich tiefer: Der beste ausgehandelte Zins für eine 10-jährige Festhypothek lag
am 31. März 2026 bei 1,39 Prozent. Der Richtsatz lag zum selben Zeitpunkt bei 1,81 Prozent. Tipps für Hypothekarnehmerinnen und Hypothekarnehmer Marktschwäche
nutzen: Es lohnt sich, den Hypothekarmarkt zu beobachten und günstige Zeitpunkte für
den Abschluss gezielt zu nutzen. Eine Übersicht über den Markt findet sich im täglich aktualisierten
Zinsüberblick von Comparis. Die angemessene Risikostrategie wählen: Tiefere Hypozinsen sollten nicht das alleinige Entscheidungskriterium sein. Wer steigende Zinsen
kaum verkraftet, ist mit Festhypotheken besser bedient, während finanziell flexiblere Kreditnehmende
auch Saron-Hypotheken wählen können. Wichtige Fristen bei der Planung beachten:
Bei der Erneuerung einer Festhypothek sollten Kündigungsfristen von bis zu 6 Monaten
beachtet und die Planung frühzeitig gestartet werden. Auch die Unterlagen sollten rechtzeitig
vorbereitet und genügend Vorlaufzeit eingeplant werden. Tragbarkeit im Alter
berücksichtigen: Die Einkommenssituation im Alter ist entscheidend, da die Tragbarkeit
bei tiefem Einkommen sinken kann. Daher sollte frühzeitig geprüft werden, ob eine Teilamortisation
sinnvoll ist. Nicht das erstbeste Angebot akzeptieren: Der von der Hausbank
offerierte Zinssatz ist verhandelbar. Zwischen den Zinsen, die die Hypothekarinstitute ins
Schaufenster (Richtzinsen) stellen und den bestverhandelten Zinsen klafft meist eine grosse Lücke.
Datengrundlage HypoPlus, der Hypothekenpartner von Comparis, stellt die
Zinssätze des Comparis-Hypothekenbarometers zur Verfügung. Diese basieren auf den Richtsätzen
von über 30 Hypothekarinstituten. Sie werden täglich aktualisiert und im Zinsüberblick publiziert. Die
Erfahrung zeigt, dass die Zinsen der Hypothekarofferten in den meisten Fällen unter den offiziellen
Richtsätzen liegen. Der nächste Hypothekenbarometer erscheint im Juli 2026. Weitere
Informationen: Dirk Renkert
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