Hinweise an die Redaktionen, wir organisieren gerne Interviews: Im Sudan leben mindestens 4,6 Millionen Menschen mit Behinderung, was etwa 16 % der
Bevölkerung entspricht. Hinzu kommen unzählige weitere Menschen, die durch den Konflikt schwer
verletzt, traumatisiert oder chronisch krank sind. Dennoch fehlen inklusive Hilfsmassnahmen und
spezialisierte Angebote nahezu vollständig. Die Konsequenzen sind gravierend: In Krisensituationen
ist die Sterblichkeitsrate von Menschen mit Behinderung zwei- bis viermal höher als die von
Menschen ohne Behinderung. Viele von ihnen werden zurückgelassen oder systematisch
ausgeschlossen. "Der Fall von El-Fasher hat zu einem Zustrom von Vertriebenen in die
benachbarte Stadt Tawilah geführt. Immer mehr Menschen mit schweren Verletzungen, wie
Schusswunden, benötigen dringend Reha-Massnahmen und Hilfsmittel. Ohne frühzeitige Versorgung
drohen diesen Menschen dauerhafte Behinderungen und chronische Schmerzen. Derzeit sind wir
eine der wenigen humanitären Organisationen, die diese wichtige Unterstützung im Sudan leisten
können. In Darfur sind wir sogar die einzige", sagt Vincent Dalonneau, Landesdirektor von Handicap
International-Sudan. Die Teams von Handicap International arbeiten in Reha-Zentren und
Kliniken, verteilen Hilfsgüter und helfen unterernährten Kindern sowie den unzähligen Menschen mit
Verletzungen durch Schusswaffen oder Bomben. Zudem unterstützt die Logistiksparte Atlas
verschiedene humanitäre Organisationen mit der Lagerung und dem Transport von Hilfsgütern. Rückkehrer durch Minen und Blindgänger bedroht Der Krieg im Sudan hat die
weltweit grösste Flüchtlingskrise mit fast 14 Millionen Vertriebenen ausgelöst. Trotz des anhaltenden
Konflikts sind bis Ende Januar aber bereits mehr als drei Millionen Menschen in ihre Heimat
zurückgekehrt, darunter 700'000 aus dem Ausland. Die meisten Rückkehrenden kehrten in
Landesteile zurück, in denen die Gewalt weitgehend abgeklungen ist, wie Khartum, Blauer Nil oder Al
Dschasira. Dort bedrohen aber explosive Kriegsreste, darunter Antipersonen-Minen, die
Zivilbevölkerung in Wohnhäusern, Schulen, Krankenhäusern, Moscheen und auf Strassen.
"Andere Konflikte weltweit haben bereits gezeigt, wie sich die Kontamination durch nicht explodierte
Kriegsreste über Jahrzehnte hinweg auf das Leben der Zivilbevölkerung auswirken kann, selbst,
nachdem der Konflikt beendet ist. Sie gefährdet das Leben der sudanesischen Bevölkerung, schränkt
den Zugang zu grundlegenden Dienstleistungen ein und behindert die wirtschaftliche Entwicklung",
unterstreicht Vincent Dalonneau. Pressekontakt: Pauline Wilhelm 022 710 93 36 handicap-international.ch
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