Mit einem Grusswort eröffnete Gesundheitsdirektor Christian Arnold die Veranstaltung, die sich einem Thema widmete, das oft gemieden wird – dem Lebensende. Im Zentrum des Abends stand das Buch «Das Lebensende und ich», verfasst von Prof. Dr. med. Steffen Eychmüller und Sibylle Felber.
Buchlesung und viel Erfahrung
Die beiden Autoren verbindet nicht nur ihre langjährige Zusammenarbeit im Bereich der Palliative Care sondern auch das Anliegen, den gesellschaftlichen Umgang mit Sterben und Tod zu enttabuisieren. Ihr Buch versteht sich bewusst nicht als klassische Ratgeber, sondern es soll Impulse geben, sich mit dem Thema Sterben auseinanderzusetzen. Prof. Dr. med. Steffen Eychmüller ist seit 2012 Chefarzt und Co- Leiter des Universitären Zentrums für Palliative Care am Inselspital Bern sowie seit zehn Jahren Professor für Palliativmedizin an der Universität Bern. Sibylle Felber war massgeblich am Aufbau des Palliativzentrums beteiligt und engagierte sich zuvor im Rahmen der nationalen Strategie Palliative Care. Als Kommunikationswissenschaftlerin bringt sie zudem eine wichtige Perspektive in Forschung und Ausbildung ein.
Gemeinsam führten die beiden durch ihr Buch und gewährten dabei sowohl persönliche als auch berufliche Einblicke. Mit viel Einfühlungsvermögen und Erfahrung räumten sie mit verbreiteten Mythen auf – etwa der Annahme, Morphin verkürze das Leben. Sie erläuterten zudem in klar nachvollziehbarer Weise, welche Vorgänge im Gehirn während des Sterbeprozesses ablaufen.
Podiumsgespräch mit persönlichen Einblicken
Im zweiten Teil des Abends gab es ein Gespräch mit den beiden Autoren und weiteren Podiumsgästen. Mit dabei waren Hugo Biasini, der vor rund drei Jahren seine Frau auf ihrem letzten Weg begleitet hat, Karin Reinhardt, erfahrene Langzeitpflegefachfrau im Spannort in Erstfeld, sowie Josef Kuzar, Seelsorger im Kantonsspital Uri und im Urner Oberland. Moderiert wurde das Gespräch von Eveline Lüönd, Projektleiterin Palliative Care.
Die unterschiedlichen Perspektiven bereicherten die Diskussion. Als Angehöriger betonte Hugo Biasini die Bedeutung eines guten Netzwerks aus Familie und Freunden, das bereits lange vorher aufgebaut sein muss. Karin Reinhardt hob hervor, wie zentral ein würdevolles Umfeld in der Langzeitpflege ist, in dem sowohl Bewohnende als auch Angehörige aufmerksam und wertfrei begleitet werden. Josef Kuzar unterstrich die Rolle der Seelsorge, die durch Zuhören und Rituale Räume schafft, um neue Kraft zu schöpfen. Besonders Angehörige ermutigte er, gut für sich selbst zu sorgen und sich bewusst Auszeiten zu nehmen – ohne schlechtes Gewissen.
Zum Abschluss wurde das Podiumsgespräch für Fragen aus dem Publikum geöffnet, was auf reges Interesse stiess und den Austausch weiter vertiefte. Die Veranstaltung, zu der die Steuergruppe Palliative Care Uri einlud, zeigte eindrücklich, wie wichtig es ist, dem Thema Lebensende mit Offenheit, Wissen und Menschlichkeit zu begegnen.
Eine Person aus dem Publikum wollte wissen, wie es um die Sterbehilfe im Kanton Uri steht. Sterbehilfe und Palliative Care verfolgen beide das Ziel, Leiden am Lebensende zu reduzieren, unterscheiden sich jedoch grundlegend. Während die Sterbehilfe – in der Schweiz vor allem in Form des assistierten Suizids – darauf abzielt, das Leben auf Wunsch einer Person bewusst zu beenden, setzt die Palliative Care auf Begleitung, Linderung und Lebensqualität bis zum natürlichen Tod. Im Zentrum der Palliative Care steht die ganzheitliche Betreuung von schwerkranken Menschen. Dazu gehören medizinische Schmerztherapie, pflegerische Unterstützung sowie psychosoziale und seelsorgerische Begleitung – auch für Angehörige. Ziel ist nicht die Lebensverlängerung um jeden Preis, sondern ein würdevolles Leben bis zuletzt.
Medienkontakt:
Landammann Christian Arnold
Telefon 079 487 23 69
E-Mail ch.arnold@ur.ch
Projektleiterin Palliative Care Uri
Eveline Lüönd
Telefon 078 776 38 53
E-Mail info@evelineluond.ch
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