Bereits im Herbst 2025 hatte der Touring Club Schweiz eine Produktewarnungen zu den Modellen
Chipolino Olympus i-Size und Reecle 360, der auch unter den Bezeichnungen ZA10 i-Size oder 946i
i-Size verkauft wird, abgegeben. Beim aktuellen Test wurden bei den bauähnlichen Modellen
Buf Boof Tweety Plus, Ding Aiden 360, Kidiz 360, KidsZone i-Size 360, Lettas i-Size 360, Miophy i-
Size 360, Xomax 946i gravierende Sicherheitsprobleme festgestellt. Vom Kauf der genannten
Produkte wird deshalb dringend abgeraten. Unter anderem auf der Handelsplattform Alibaba
wird eine grosse Auswahl an Autokindersitzen mit UN Reg. 129 Zulassung angeboten, die sich mit
eigenen Schriftzügen, Verpackungen und Bezugsstoffen versehen oder auch weitergehend
individualisieren lassen. Auch der ursprünglich als Reecle 360 (ZA10 i-Size) getestete Sitz wird mit
diesen Optionen angeboten. Aufgrund der angebotenen Individualisierungsmöglichkeiten ist die
Anzahl der auf verschiedenen Online-Marktplätzen angebotenen Produktvarianten und
Produktbezeichnungen sehr gross und schnelllebig. Kind kann aus dem Sitz geschleudert
werden Die Babyschale Kinderkraft Mink Pro 2 löst sich beim durchgeführten Test von
der zugehörigen Isofix-Basis Base Mink FX2 und schleudert mitsamt Dummy nach vorne. Bei einem
schweren Unfall besteht deshalb ein hohes Verletzungsrisiko fürs Kind. Eltern, die den Sitz bereits
gekauft haben, wird empfohlen, die Babyschale möglichst ohne Base Mink FX2 zu nutzen und sie mit
dem Fahrzeuggurt anzuschnallen. So befestigt, bietet die Babyschale einen guten Schutz bei den
durchgeführten Tests. Beim Einbau ist auf den richtigen Gurtverlauf (Beckengurt über das Beinende,
Diagonalgurt um das Kopfende) und auf ein straffes Anziehen des Gurtes zu achten. Bei den
sieben anderen Sitzmodellen, die jeweils bauähnlich zum im letzten Herbst getesteten Reecle 360
(ZA10 i-Size) sind und auch die gleiche Zulassungsnummer haben, versagt bei den durchgeführten
Versuchen jeweils die untere Befestigung der Kindersitze. Zwar bleiben die Kopfenden der
Sitzschalen mit den Top-Tether-Gurt mit dem Fahrzeug verbunden, aber die Schalen schleudern
aufgrund des fehlenden unteren Lastpfades mitsamt Dummy durchs Fahrzeug. Beim folgenden
Anprall im Fahrzeuginnenraum besteht ebenfalls ein hohes Verletzungsrisiko fürs Kind.
Stellungnahmen der Anbieter Die Anbieter wurden vorab über die Ergebnisse ihrer
Produkte informiert und um Stellungnahme gebeten. Der Hersteller Kinderkraft bietet seinen Kunden
einen Austausch oder eine Rückgabe des "Kinderkraft Mink Pro 2 + Base Mink FX2 an. Eltern,
welche die Babyschale mit Isofix-Basis gekauft haben, sollen können über die E-Mail-Adresse
Kontakt zum Hersteller aufnehmen. Die Hersteller YANGZHOU LETTAS BABY PRODUCT
CO., LTD hat mitgeteilt, dass seit Januar in der laufenden Produktion verschiedene Verbesserungen
eingeflossen sind, die die Stabilität der Sitze verbessern sollen. Die verbesserte Version wird laut
Hersteller an alle Anbieter gleichermassen ausgeliefert. Da auch die hier mit mangelhaft
bewerteten Sitzmodelle die gesetzlichen Anforderungen erfüllen, dürfen sie in Europa verkauft
werden. Ein genereller Anspruch auf Rückgabe, bzw. Umtausch von bereits gekauften Produkten
lässt sich anhand des schlechten Abschneidens beim Verbraucherschutztest nicht zwingend ableiten.
Eltern, die den neuen Kindersitz vor weniger als zwei Jahren gekauft haben, könnten einen
Sachmängelhaftungsanspruch gegen den Verkäufer haben, dies müsste jedoch im Einzelfall geprüft
werden. Der komplette Kindersitztest mit den Ergebnissen aller untersuchten Modelle wird
Ende Mai veröffentlicht. Hinweis zum Test Es ist zu beachten, dass der
Frontalaufpralltest im Verbrauchertestprogramm strenger ist als die Typgenehmigungstests gemäss
der UN-Regelung R129, was zu höheren - aber realistischen - Belastungen des
Kinderrückhaltesystems führt. Die Schwere des Frontalaufpralls in R129 basiert auf
Fahrzeugmerkmalen aus den 1980er Jahren. Da sich Fahrzeuge weiterentwickelt haben und steifer
geworden sind, wird im Test eine höhere Aufprallschwere verwendet, die den heutigen
Fahrzeugeigenschaften entspricht. Der Test ist allgemein anerkannt und wird von
Kindersitzherstellern bei der Entwicklung ihrer Produkte berücksichtigt. Pressekontakt: Vanessa Flack, Mediensprecherin
TCS Tel. 058 827 34 41 | vanessa.flack@tcs.ch pressetcs.ch | flickr.com
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