Beobachten, zuhören, staunen und mitanpacken: Im Freilichtmuseum Ballenberg kommen in
dieser Saison alle auf ihre Kosten, die ein Herz für Tiere haben. Das Jahresthema Biodiversität
«Ballenberg – tierisch vielfältig» nimmt die Gäste mit auf eine Entdeckungsreise durch das
Museumsgelände, wo es zwischen den historischen Gebäuden, in den Gärten und auf den Weiden
herzhaft summt, zwitschert, muht, grunzt und gackert. Wer länger verweilen möchte, macht es sich
auf dem Hochsitz beim Wyssensee gemütlich – mitten im Naturschutzgebiet und direkt an einem
Laichgewässer für Amphibien, wo das feine Zirpen der winzigen Sumpfgrille zu hören ist. Dank
Kameras beobachten Gäste zudem Fledermäuse und andere nachtaktive Tiere. Auf einem
Entdeckerweg warten weitere Aha-Momente und alltagstaugliche Tipps, wie jede und jeder die
Biodiversität vor der eigenen Haustür fördern kann. Am Tag der Artenvielfalt, am 23. Mai 2026, sind
Expertinnen und Fachmänner auf dem Ballenberg, führen Gäste durch das Gelände, nehmen sich
Zeit für persönliche Gespräche und packen gemeinsam mit Gross und Klein beim Bauen eines
Vogelhäuschens an – ein Tag ganz im Zeichen der lebendigen Vielfalt in einer einzigartigen
Kulturlandschaft. Die weibliche Sicht der Landwirtschaft Im Internationalen
UNO-Jahr der Bäuerinnen und Landwirtinnen ist im Bauernhaus aus Ostermundigen eine
Sonderausstellung zu sehen: «Frauen in der Landwirtschaft: gestern – heute – morgen» lädt dazu
ein, die weibliche Perspektive der Schweizer Landwirtschaft zu entdecken. Die Gäste können
spielerisch ihr Wissen in einem Quiz testen: Ist es wahr, dass die Hälfte der Frauen, die in der
Schweizer Landwirtschaft arbeiten, keinen Lohn erhalten? Ja, das ist heute tatsächlich so – und nur
einer von vielen überraschenden Fakten. Pionierinnen erzählen, wie sie während der Kriegsjahre
plötzlich die Höfe leiten mussten und das erste Mal in ihrem Leben eine Hose anzogen. Zu
Wort kommen auch Frauen, die in der Ausbildung zur Landwirtin sind, sowie erfahrene
Betriebsleiterinnen, Landwirtinnen und Bäuerinnen, die sich heute auf ihren Betrieben um
Wasserbüffel und Hühner, das Käsemachen und Brotbacken, Gemüse und Reben kümmern. Wer
sich von dieser geballten Begeisterung für Natur und Tiere anstecken lässt, macht am besten gleich
einen Eignungstest und findet heraus, ob ein Beruf in der Landwirtschaft eine passende Alternative
wäre. Auch die Kleinsten finden hier Grossartiges: Bilderbücher zum Thema Bauernhof, Tier- und
Hofbilder zum Ausmalen, ein Memory und ein spezielles Leiterlispiel. Die multimediale
Sonderausstellung wurde vom Landwirtschaftlichen Informationsdienst LID kuratiert wie auch
konzipiert und in Zusammenarbeit mit dem Schweizerischen Bäuerinnen- und Landfrauenverband
SBLV und dem Freilichtmuseum Ballenberg realisiert. Ersatz der Strohdächer Gäste haben diesen Sommer auf dem Ballenberg die Gelegenheit, ein selten gewordenes
Handwerk hautnah mitzuerleben: Das Bauernhaus aus Oberentfelden erhält nämlich ein neues
Stroh-Schilfdach, und gegenüber beim Taglöhnerhaus aus Leutwil müssen der First erneuert und
schadhafte Stellen repariert werden. In der Schweiz gibt es mit Andreas Bergamini aus Lausen nun
noch einen einzigen Fachmann, der diese traditionelle Dachdeckart beherrscht. Damit Besuchende
seine Arbeiten nicht nur vom Boden aus betrachten können, wird neben den Gebäuden eine kleine
Aussichtsplattform gebaut. Zuschauen, mitmachen, beeinflussen Wie kann
man komplexes und umfangreiches Wissen museal vermitteln? Im Bauernhaus aus Adelboden sind
Gäste in dieser Saison Teil eines Forschungsprojekts des Freilichtmuseums und der Hochschule
Luzern. Verschiedene Mixed-Reality-Anwendungen werden an zwei Tagen pro Woche begleitet
getestet. Der Ofen in der Stube zum Beispiel erzählt den Besuchenden mit Hilfe eines Tabletts etwas
über jene Zeit, als das Haus als Jugendherberge diente. Oder sie unterhalten sich gleich mit dem
ganzen Haus, das dank eines Chatbots individuelle Fragen beantworten kann. Dem spielerischen
Zugang liegen die Inhalte einer Doktorarbeit über die Geschichte der Bewohnenden zugrunde. Die
Gäste können Rückmeldungen zu ihren Erlebnissen geben, die dann direkt in die Entwicklung
einfliessen. Diesen Sommer (1. Juli bis 15. August) führt das Landschaftstheater Ballenberg
unter der Regie von Simon Burkhalter das Stück «Akte Zybach» auf und erzählt darin die Geschichte
des ersten grossen Versicherungsbetrugs der Schweiz. In den Hauptrollen sind die Schauspieler
Daniel Bill und Reto Stalder zu sehen. Selbstverständlich finden auch beliebte
Veranstaltungen wie der Handwerksmarkt (20./21. Juni), die Heilkräutertage (4./5. Juli) und der
Herbstmarkt (12./13. September) wieder statt. Und wer selbst aktiv werden möchte, findet in den
Ballenberg-Kursen ein breites Angebot: von Flechten, Töpfern und Schmieden über Blockhausbauen,
Mähen und Räuchern. Das Wichtigste in Kürze Das Freilichtmuseum
Ballenberg ist ab 9. April bis und mit 1. November 2026 täglich von 10 bis 17 Uhr geöffnet. Der Eintrittspreis beträgt 32 Franken für Erwachsene, Kinder vom 6. bis 16. Geburtstag bezahlen
16 Franken und Kinder unter 6 Jahren dürfen kostenlos ins Museum. Das Freilichtmuseum
Ballenberg ist in den Schweizer Museumspass inkludiert, für Raiffeisen MemberPlus ist der Besuch
ebenfalls kostenlos. Neben dem Jahresthema und den Neuheiten bietet das Freilichtmuseum
Ballenberg auch in der laufenden Saison ein vielfältiges Angebot. Das Herzstück sind und bleiben die
über 100 historischen Gebäude in Kombination mit den Themenausstellungen, die 30 traditionellen
Handwerksberufe, die 200 Bauernhoftiere, die zahlreichen Mitmachaktivitäten, Führungen und
Veranstaltungen wie die Märchen- und Heilkräutersonntage. Pressekontakt: Martin Michel
Geschäftsführer Ballenberg
Freilichtmuseum der
Schweiz
Museumsstrasse 100
CH-3858 Hofstetten bei Brienz
+41 33 952 10 30
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