Global vernetzt: geographische und strukturelle Vielfalt kolonialer Spuren im Baselbiet


Über ein Jahr lang hat der Historiker Andreas Zangger in Sachen koloniale Vergangenheit von Baselbieter Persönlichkeiten aufwändige Recherchen durchgeführt. Neben dem Staatsarchiv BL erstreckte sich seine Arbeit über weitere regionale, nationale und internationale Archive. Zudem wertete er Literatur in verschiedenen Sprachen aus. Das Thema fokussiert auf die kolonialen Verflechtungen von Baselbieterinnen und Baselbietern im 18. bis 20. Jahrhundert.

Obwohl weder die Schweiz noch das Baselbiet Kolonien besessen haben, waren Personen aus dem Baselbiet an verschiedenen Orten und in unterschiedlichen Rollen in den Kolonialismus involviert. Ein im Auftrag des Regierungs- und Landrats erstellter Untersuchungsbericht enthält eine grosse Bandbreite an Fallbeispielen und biographischen Spuren. Viele davon waren bislang nicht oder nur unzureichend bekannt. Baselbieterinnen und Baselbieter waren in den europäischen Kolonien als Söldner, Kolonialbeamte, Kaufleute, Plantagenmanager, Minenpersonal, Siedlerinnen und Siedler sowie als Missionarinnen und Missionare, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler oder als Lehrerinnen und Lehrer tätig. Die Intensität der Involvierung unterscheidet sich erheblich. Die meisten Personen waren indirekt beteiligt. Die Bandbreite von Rollen umfasste nicht nur Konsumentinnen und Konsumenten kolonialer Produkte, sondern auch Kaufleute, die sich am Sklavenhandel beteiligt haben. Involviert waren Personen aus allen Schichten.

Koloniale Verflechtungen vielfältig, aber insgesamt nicht besonders stark
Der Bericht, der wissenschaftlich unabhängig erstellt und durch die Begleitkommission verabschiedet wurde, kommt zum Schluss, dass die koloniale Verflechtung des Kantons insgesamt nicht besonders stark ausgeprägt war. Das hängt mit der wirtschaftlichen Ausrichtung der Region zusammen. Die Seidenbandweberei war nicht vornehmlich auf kolonial geprägte Rohstoff- und Absatzmärkte ausgerichtet. Dementsprechend fehlten im Baselbiet Netzwerke weitgehend, die den Einstieg in koloniale Karrieren erleichtert hätten. Eine Ausnahme bildete die Basler Mission, die in der Region fest verankert war.

General Sutter, ein untypisches Beispiel
Johann August Sutter oder General Sutter ist ein prominentes, wenn auch ein untypisches Beispiel für den Kanton. Die lange dominierende heroische Erzählung von Sutters Leben ist seit längerer Zeit hinterfragt worden. Bereits in den späten 1980er Jahren wurde im Baselbiet erste Kritik geäussert. Es wurde bemerkt, dass die amerikanische Geschichte auch ihre Schattenseiten aufweise, wie etwa die Vernichtung der Indigenen und die Sklaverei, die nicht ausgeblendet werden dürften. Typischer für lokale koloniale Verbindungen ist Benedikt Banga (1802-1865). Als Erziehungsrat und Gründer des Kantonsmuseums war er bestrebt, die Museumsbestände mit Objekten aus der kolonialen Welt anzureichern, sofern diese für das Prestige des jungen Kantons und die Ausbildung der Jugend gereichten.

Der nun publizierte Bericht hat Fakten zum Verhältnis des Baselbiets zum Kolonialismus systematisch aufgearbeitet und stellt diese nun für die öffentliche Diskussion, die Vermittlung sowie die künftige Beschäftigung mit dem Thema zur Verfügung.




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