Viel mehr als Wolle: Was Schafe besonders macht


In der Osterzeit rücken Schafe und Lämmer traditionell verstärkt in den Fokus. Sie stehen als Symbol für Neubeginn, Unschuld und Frühling. Doch hinter den sanften Tieren steckt weit mehr. VIER PFOTEN stellt die oft unterschätzten Fähigkeiten und das bemerkenswerte Sozialverhalten der Tiere vor. Gleichzeitig macht die globale Tierschutzorganisation auf eine grausame Praxis aufmerksam, die Millionen Lämmer weltweit betrifft: die Lämmerverstümmelung, auch Mulesing genannt.

Schafe sind weit mehr als wollige Landschaftspfleger. Sie sind hochsoziale, sensible und intelligente Tiere, die unseren Respekt und Schutz verdienen. Zehn überraschende Fakten über die oft unterschätzten Tiere:

  • Sie gehören zu den ersten domestizierten Tieren der Menschheitsgeschichte und gelten als besonders sanft

  • Ein männliches Schaf heisst Bock oder Widder, ein weibliches Mutterschaf, Aue oder Zibbe

  • Sie bauen Freundschaften auf, trauern um verstorbene Herdenmitglieder und kämpfen nur äusserst selten miteinander

  • Schafe sind in der Lage, bewusste Entscheidungen zu treffen. Ihre Gehirngrösse und Struktur gleichen dem einiger Primatenarten

  • Mit ihren waagerechten Pupillen und seitlich angeordneten Augen haben sie ein extrem weites Sichtfeld, ideal für Fluchttiere

  • Sie schlafen nur in kurzen Phasen von etwa 30 Minuten und reagieren sensibel auf Wetterveränderungen

  • Studien zeigen, dass Schafe Emotionen wie Angst, Wut, Verzweiflung, Langeweile, Ekel und Glück empfinden

  • Sie können Gesichter erkennen und merken sich mindestens 50 Schafe und zehn Menschen über Jahre hinweg

  • Lämmer stehen nur wenige Minuten nach der Geburt auf und beginnen zu trinken – ein gutes Zeichen ist das typische Schwanzwedeln

  • Schafe sind reine Pflanzenfresser und ernähren sich von Gras, Kräutern, frischen Ästen, Samen, Heu, Wurzeln und Knollen

Hintergrund:

Lämmerverstümmelung (Mulesing)

80 Prozent der feinen Merinowolle für den globalen Modemarkt stammen aus Australien – dem einzigen Land der Welt, in dem Lämmerverstümmelung legal und weit verbreitet ist. Dabei werden Lämmern im Alter von zwei bis zwölf Wochen ohne angemessene Schmerzbehandlung grosse Hautstücke am Hinterteil entfernt. Dieser Eingriff verursacht massive Schmerzen, Angst und Stress. Mulesing wird als schnelle und kostengünstige Methode eingesetzt, um Fliegenmadenbefall zu verhindern, obwohl längst schmerzfreie Alternativen existieren.

«Hinter Kleidung verbirgt sich leider häufig Tierleid, von dem Konsumentinnen und Konsumenten meist nichts wissen. Es lohnt sich daher, einen Blick auf die Tierwohlrichtlinien eines Modeunternehmens und auf das Label am Kleidungsstück zu werfen», empfiehlt Leony Malthaner, Campaignerin bei VIER PFOTEN Schweiz. Denn es gebe bei vielen Materialien tierischen Ursprungs Zertifizierungslabels, die zumindest ein Mindestmass an Tierwohl relativ verlässlich garantieren. «Wer unbedingt ein Kleidungsstück aus tierischen Fasern kaufen möchte, sollte im Minimum auf ein Tierwohl-Label achten.»

Um die Lämmer in der Wollindustrie zu schützen, hat VIER PFOTEN zudem eine internationale Petition gestartet, die ein Ende der grausamen Praxis der Lämmerverstümmelung fordert.

Medienkontakt:
Oliver Loga
Press Manager Schweiz
VIER PFOTEN – Stiftung für Tierschutz
Altstetterstrasse 124
8048 Zürich
Tel. +41 43 311 80 90
presse@vier-pfoten.ch
www.vier-pfoten.ch




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