MSD Schweiz, ein führendes Biopharmaunternehmen, plädierte an den Trendtagen Gesundheit
Luzern (TGL) dafür, Wirtschaft und medizinische Versorgung konsequent zusammenzudenken – nur
so entsteht eine tragfähige Zukunftsvision. «In unsicheren Zeiten ist es wichtig, den Überblick
zu behalten und nicht in Silos zu denken. Gesundheit und Wirtschaft gehören zusammen und
brauchen eine gemeinsame Vision für die Zukunft. Daran sollten wir auch alle gemeinsam arbeiten,»
sagte Dr. Gila Stump, Leiter External Affairs und Market Access bei MSD Schweiz. Unter
dem diesjährigen TGL Moto «Grenzenlosigkeit: Grenzen ziehen – verschieben – überwinden»
diskutierten im Kultur- und Kongresszentrum Luzern auf dem Panel «Schweizer Gesundheitsindustrie
in turbulenten Zeiten» Dr. Stump, Bernhard Bichsel (Co CEO ISS AG) und Diego Taboada (Avenir
Suisse) pointiert über die Standortattraktivität und den verlässlichen Patientenzugang in der Schweiz.
«Die Trendtage Gesundheit Luzern sind eine wichtige Plattform der Gesundheitspolitik, weil
sie Entscheidungsträgerinnen und -träger aus Medizin, Wissenschaft, Wirtschaft und Politik
zusammenbringen,» sagte Stump. «Genau dieser interdisziplinäre Austausch ist entscheidend, wenn
es um Herausforderungen im Gesundheitswesen, Standortattraktivität, Versorgungssicherheit und
Zugang zu Innovationen geht. Lösungen können nur entstehen, wenn alle relevanten Perspektiven
am Tisch sind und auch verknüpft werden.» MSD engagiert sich seit Jahren als Partner der
Trendtage Gesundheit Luzern und bringt sich unter anderem über das Advisory Board in die
inhaltliche Weiterentwicklung des Anlasses ein. Kurzinterview Nachfolgend
drei Fragen an Dr. Stump, die zentrale Punkte aus dem Panel vertiefen und einordnen:
Frage 1: Dr. Stump, was ist aus Ihrer Sicht der dringendste Hebel, um die Standortattraktivität der
Schweizer Gesundheitsindustrie in «turbulenten Zeiten» zu sichern? Es gibt natürlich
viele Faktoren, die für die Standortattraktivität wichtig sind. Ein starker Hebel ist ein zuverlässiger und
schneller Patientenzugang zu Innovationen, was ein innovationsfreundliches Land auszeichnet und
dessen Bevölkerungsgesundheit stärkt. Die Schweiz fällt beim Zugang zu neuen, innovativen
Arzneimitteln im europäischen Vergleich weiter zurück und hält sich hauptsächlich dank einer
Sonderlösung, Art. 71a ff. in der Krankenversicherungsverordnung (KVV), die einen Zugang zu
innovativen Medikamenten erlauben, ohne dass diese von der Swissmedic zugelassen oder über die
Spezialitätenliste von den Krankenkassen vergütet werden. Trotz dieser Sonderlösung rutschte die
Schweiz in der jährlichen Erhebung des Europäischen Pharmaverbandes EFPIA über die letzten
Jahre bis 2024 auf den siebten Platz ab. Der Indikator zeigt, wie viele zentral zugelassene
Medikamente für Patientinnen und Patienten verfügbar sind und wie lange es vom Zulassungsdatum
bis zur öffentlichen Erstattung und Verfügbarkeit dauert. Besonders alarmierend ist, dass in
der Schweiz nur rund halb so viele neue, innovative Arzneimittel regulär über die Spezialitätenliste
(SL) vergütet, und damit von der Krankenkasse übernommen werden, wie in Deutschland mit
sinkender Tendenz. Wenn wir den Zugang zu den innovativsten Medikamenten in der
Schweiz nachhaltig sichern wollen, braucht es einen klaren Fokus auf Planbarkeit und Tempo in den
Zugangsprozessen und ein klares Bekenntnis zum Nutzen der Innovation. Die Schweiz investiert
heute prozentual deutlich weniger des Bruttoinlandprodukts in innovative Medikamente als viel
andere Länder. Frage 2: Welches sind die Hürden für eine gemeinsame Zukunftsvision
für bessere medizinische Versorgung. Unser oberstes Ziel ist klar. Innovative
Medikamente und Impfstoffe sollen die Patientinnen und Patienten zuverlässig und rasch erreichen.
Dafür sind zwei Schritte entscheidend: regulatorische Zulassung und Vergütung. Bezüglich
des regulatorischen Zulassungsprozesses hat Swissmedic in den letzten Jahren spürbare Fortschritte
erzielt. Die regulatorischen Abläufe sind heute deutlich besser planbar und insgesamt effizienter. Die zweite Hürde ist der Vergütungsprozess beim Bundesamt für Gesundheit. Dieser zieht sich
zunehmend in die Länge. Nicht selten werden innovative Therapien, obwohl in klinischen Leitlinien
empfohlen, nicht vergütet, was den Zugang für Patientinnen und Patienten spürbar einschränkt. Ich verstehe die Notwendigkeit einer Kostensteuerung und die Sicherstellung der
Finanzierbarkeit. Gleichzeitig dürfen solche Massnahmen den Zugang zu neuen Behandlungen aber
nicht unverhältnismässig erschweren, erst recht nicht in einem Land, das historisch für einen
innovationsfreundlichen Gesundheitssektor steht, von welchem es zudem wirtschaftlich
überdurchschnittlich profitiert, und welches auch zukünftig auf Innovation angewiesen ist. Denn die Herausforderungen nehmen zu: Die Demografie verändert sich, Erkrankungen bei
jüngeren Erwachsenen nehmen zu, und die Ressourcen im Gesundheitswesen werden knapper –
Stichwort Fachkräftemangel. Umso wichtiger ist es, dass wir nicht in Silos denken, sondern
Gesundheit, Wirtschaft und Finanzen gemeinsam betrachten. Innovation ist dabei nicht nur
medizinisch relevant, sondern auch ein Wohlstandsfaktor: Sie stärkt den Forschungs- und
Bildungsstandort über klinische Studien, schafft Investitionen, Arbeitsplätze, Löhne und
Steuereinnahmen – und trägt damit zur Stabilität des Gesamtsystems bei. Bei der sich aktuell in der
Vernehmlassung befindlichen KVV-Revision, bleibt dieser Gedanke leider weitgehend auf der
Strecke. Frage 3: Wie kann MSD zur Digitalisierung des Schweizer Gesundheitswesens
beitragen, und warum ist das für die Zukunft des Landes entscheidend? Die
Digitalisierung ist entscheidend, damit die Schweiz die hohe Behandlungsqualität langfristig sichern
und zugleich effizienter werden kann – gerade, weil heute viele Systeme parallel laufen und zu wenig
durchgängig miteinander verbunden sind. Diese Fragmentierung bremst Verbesserungen in der
Versorgung und bindet Ressourcen, die wir angesichts steigender Anforderungen dringend brauchen.
MSD – genauso wie ich – denkt, dass die Pharmaindustrie sich insgesamt hier als Partner
versteht: Wir wollen gemeinsam mit Bund, Kantonen, Leistungserbringern, Versicherern, Industrie
und Technologiepartnern an einem stärker vernetzten und effizienteren Gesundheitswesen
mitarbeiten – damit digitale Lösungen einen messbaren Nutzen für Patientinnen und Patienten stiften,
Prozesse vereinfachen und Ressourcen zielgerichteter eingesetzt werden können. Gleichzeitig hoffen wir, dass das nationale Programm DigiSanté nun zählbare Fortschritte erzielt.
Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) hat die Weichen dafür gestellt. Jetzt braucht es konsequente
nächste Schritte in der Umsetzung. Ein zentraler Baustein dafür ist das elektronische
Gesundheitsdossier inklusive einer vom Bund zentral bereitgestellten technischen Infrastruktur und
dem Abbau von Hürden für Eröffnung und Nutzung. Dies auch weil solche digitalen Plattformen
entscheidend für die klinische Forschung sind und dazu beitragen, dass die Schweiz international
wettbewerbsfähig bleibt und nicht an Attraktivität für klinische Studien verliert. Für weitere
Informationen besuchen Sie uns bitte auf Sie
finden diese und weitere Meldungen auf unserer Website im geschützten Bereich für
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