Für Menschen an der Armutsgrenze ist es mitunter schwierig, notwendige Zahnbehandlungen zu
bezahlen. Dies, obwohl Unterstützungsangebote existieren. Aber gerade jene Menschen, die am
dringendsten Hilfe benötigen, wissen am wenigstens um ihre Rechte. Es fehlt also nicht nur Geld,
sondern auch Orientierung: Wer ist zuständig? Welche Unterstützung ist möglich? Und wie arbeiten
Sozialdienste, Hilfswerke und Zahnarztpraxen zusammen? Genau hier setzt die erste
Koordinationstagung zur sozialen Zahnmedizin an, die die Schweizerische Zahnärzte-Gesellschaft
SSO und die Winterhilfe Schweiz heute in Bern durchführen. Die Tagung will zu einer besseren
Zusammenarbeit beitragen, damit armutsgefährdete Menschen schneller und einfacher zur richtigen
Stelle finden und die Unterstützung erhalten, die ihnen zusteht. SSO-Präsident Dr. Jean-
Philippe Haesler sagt: "Wir sind heute hier, weil es in der Schweiz Menschen gibt, die aus finanziellen
Gründen auf Zahnbehandlungen verzichten. Die SSO unterstützt ihre Sektionen und die
Zahnarztpraxen, so dass sie konkrete Unterstützung vor Ort leisten können - im Rahmen unseres
Projekts Mundgesundheit für alle." Prof. Dr. Thierry Carrel, Präsident der Winterhilfe
Schweiz, betont: "Mundgesundheit darf keine Frage des Einkommens sein. Unerwartete Rechnungen
für Zahnbehandlungen bringen Menschen mit wenig Geld an ihre Grenzen. Wer auf notwendige
(zahn-)medizinische Behandlungen verzichtet, riskiert gesundheitliche und soziale Folgen.
Gemeinsam mit der SSO setzen wir uns dafür ein, den Zugang zur Zahnmedizin für alle zu
verbessern." Markus Kaufmann von der Schweizerischen Konferenz für Sozialhilfe (SKOS)
macht deutlich, unter welchen Bedingungen die Sozialhilfe bei hohen, unvorhergesehenen Ausgaben
wie Zahnbehandlungen einmalig oder längerfristig unterstützen kann. Und er erklärt, warum
Gemeinden und Kantone die SKOS-Richtlinien unterschiedlich umsetzen. Peter Suter zeigt seitens
der Vereinigung der Kantonszahnärztinnen und Kantonszahnärzte der Schweiz (VKZS) auf, wie sich
Fälle in der Praxis klarer und einheitlicher prüfen lassen: mit verständlichen Abläufen und einer
fachlichen Beurteilung als Grundlage für Entscheide. Die Tagung richtet sich an Fachleute
und Verantwortliche aus der Zahnmedizin, aus dem Sozialbereich und von Hilfswerken. Sie soll den
Austausch zwischen kantonalen und lokalen Akteuren stärken und weitere Schritte ermöglichen. Über die Veranstalter Die Schweizerische Zahnärzte-Gesellschaft SSO und die
Winterhilfe Schweiz arbeiten zusammen mit der Vereinigung der Kantonszahnärztinnen und
Kantonszahnärzte der Schweiz (VKZS) sowie der Schweizerischen Konferenz für Sozialhilfe (SKOS)
daran, den Zugang für armutsgefährdete Menschen zur Zahnmedizin zu verbessern. Die
SSO informiert auf Pressekontakt: Esther Güdel, Kommunikation Winterhilfe
Schweiz 044 251 20 69, Andrea Renggli, Kommunikation SSO 031 310
20 80,
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