In seiner Strategie schlägt der Bundesrat verschiedene Massnahmen zur Stärkung der
Versorgungssicherheit mit therapeutischen Produkten vor: So sollen Packungsbeilagen durch QR-
Codes ersetzt, Verpackungen verwendet werden können, die nicht speziell für den Schweizer Markt
produziert wurden, und die Zulassungsverfahren weiter vereinfacht werden. Dazu gehört
beispielsweise die Prüfung, ob Medikamente, die in der EU zugelassen und seit Jahren im Einsatz
sind, auch in der Schweiz anerkannt werden könnten, um die Versorgungssicherheit zu verbessern.
Zudem bleibt der Ausbau der internationalen Zusammenarbeit von zentraler Bedeutung. Diese
Massnahmen greifen mehrere Punkte auf, die auch vom Initiativkomitee, dem pharmaSuisse
angehört, hervorgehoben wurden. Die Belastung vor Ort rasch reduzieren Arzneimittelengpässe sind ein globales Phänomen und betreffen alle Kategorien von
Medikamenten – insbesondere häufig verwendete, günstige und wirtschaftlich wenig rentable
Arzneimittel. Auch wenn sie kurzfristig nicht vollständig behoben werden können, lassen sich ihre
Auswirkungen im Versorgungsalltag dennoch rasch abfedern. Heute wenden Apotheken
einen erheblichen Teil ihrer Ressourcen für die Suche nach Alternativen, die Koordination mit
verschreibenden Ärztinnen und Ärzten sowie Lieferanten und die Bearbeitung von Rezepten für nicht
verfügbare Medikamente auf. Gemäss dem jüngsten Bericht* der PGEU hat sich der
durchschnittliche administrative Aufwand im Zusammenhang mit Engpässen seit 2019 verdoppelt –
von 6,6 auf 12 Stunden pro Woche. Für pharmaSuisse hat die rasche Entlastung dieser –
zudem nicht vergüteten – Zusatzbelastung höchste Priorität. Der Dachverband der Apothekerinnen
und Apotheker begrüsst deshalb die Einführung einer Klassifizierung aller Medikamente in
verschiedene Kategorien entsprechend ihrem therapeutischen Nutzen, in Zusammenarbeit mit den
Akteuren des Gesundheitswesens, insbesondere den Apotheken, sowie eine aktive Überwachung der
Versorgungslage in der Schweiz bei Arzneimitteln und Medizinprodukten. So kann der Bund gezielte
Massnahmen ergreifen, etwa wirtschaftliche Anreize, um die Verfügbarkeit bestimmter, für die
Versorgung essenzieller Medikamente zu verbessern. Ein zentraler Punkt bleibt offen
Während der Bund regulatorische Verbesserungen vorsieht – etwa die Erleichterung für
Apotheken bei der Herstellung von Arzneimitteln –, wurde eine umfassende Revision der Liste der
Arzneimittel mit Tarif (ALT) in der Strategie nicht berücksichtigt. Dabei stellt die Herstellung von
Arzneimitteln direkt in der Apotheke, insbesondere in Engpasssituationen, häufig die einzige
verfügbare Alternative dar. Diese Problematik steht zudem in engem Zusammenhang mit den
jüngsten Schliessungen einzelner Produktionsbetriebe. In der Praxis stossen Apothekerinnen
und Apotheker bei der Herstellung solcher Alternativen auf grosse Schwierigkeiten, da die ALT sowohl
inhaltlich als auch tarifarisch veraltet ist. Die darin enthaltenen Tarife, Substanzlisten und Behältnisse
entsprechen weder den heutigen fachlichen Anforderungen noch den wirtschaftlichen Realitäten. Eine
Revision der ALT muss daher prioritär behandelt werden, um die Versorgungssicherheit nachhaltig zu
gewährleisten. Das Initiativkomitee, dem pharmaSuisse angehört, wird den Gegenentwurf
analysieren und entscheiden, ob die Volksinitiative « Ja zur medizinischen Versorgungssicherheit »
aufrechterhalten wird. Es wird sich konstruktiv in den parlamentarischen Prozess einbringen und
dabei besonderes Augenmerk auf die Umsetzung der zentralen Anliegen der Initiative legen. *
Auskunft Schweizerischer Apothekerverband pharmaSuisse Abt. Kommunikation -
Medienstelle
Telefon: +41 31 978 58 27 | E-Mail:
www.kmu-press.ch ist ein Angebot von www.help.ch. Nutzen Sie KMU-Press.ch, die spezialisierte Plattform für Pressemitteilungen von Schweizer KMU.
Als Betreiber von KMU-Press.ch steht HELP.ch für hohe Reichweite, professionelle Veröffentlichung und maximale Sichtbarkeit Ihrer Unternehmensnews.
Mit einer Vielzahl an Ressourcen und Lösungen, die gezielt auf die Bedürfnisse von Schweizer KMU zugeschnitten sind, bietet HELP.ch eine leistungsstarke Plattform für Unternehmenskommunikation und Online-Sichtbarkeit.