Besonders brisant für europäische Unternehmen: Selbst wenn chinesische Hersteller Teile ihrer
Wertschöpfungskette - insbesondere Forschung und Entwicklung - nach Europa verlagern, bleiben
mehr als 50 %, in einzelnen Fällen sogar bis zu 80 % ihrer Effizienz erhalten, finden die Experten von
Roland Berger. Und immer mehr chinesische Wettbewerber drängen aktiv in westliche Heimatmärkte.
Kostenvorteil entsteht im Design, nicht nur in der Lohnabrechnung
Entgegen der weit verbreiteten Annahme liegt Chinas Kostenvorsprung nur zu einem Teil an
niedrigeren Löhnen. Die Analyse von Roland Berger zeigt: Rund 60 % des Kostenvorteils entstehen
durch Design- und Systementscheidungen, etwa durch konsequente Standardisierung, reduzierte
Variantenvielfalt und ein "fit-for-purpose"-Engineering, also der Fokus auf marktrelevante Leistung.
Weitere Treiber sind wettbewerbsfähige Lieferantenstrukturen und operative Effizienz, nicht primär
Personalkosten. "China Speed ist kein kulturelles Phänomen, sondern das Ergebnis klarer
Entscheidungen bezüglich Produktdesign, Portfoliokomplexität und der Lieferantenbasis. Und genau
deshalb ist ein Teil davon auch in Europa umsetzbar," sagt Oliver Knapp, Senior Partner bei Roland
Berger. Roland Berger identifiziert Geschwindigkeit in China als Ergebnis eines konsequent
integrierten Entwicklungsansatzes. Chinesische Hersteller verkürzen Entwicklungszeiten vor allem
durch: Ein konkretes Fallbeispiel aus der Automobilindustrie zeigt: Ein chinesischer Hersteller von
Personenfahrzeugen (OEM) konnte seine Entwicklungszeit um 14 Monate im Vergleich zum globalen
Referenzwert reduzieren, hauptsächlich durch organisatorische und prozessuale Anpassungen, ohne
Abstriche bei Marktfähigkeit oder Produktreife. Europa mit Chancen für ein "China Speed
Light" Die Analyse zeigt, dass China Speed auch in Europa möglich ist - wenn auch in
einer abgespeckten Version. Noch verfügen europäische Unternehmen über wichtige Stärken: tiefe
Kundenkenntnis, regulatorische Expertise, starke Marken und hohe Qualitätsreputation. Doch sie
verlieren an Wirkung, wenn Kostenlücken und Entwicklungszeiten nicht deutlich verkleinert bzw.
verkürzt werden. Europäische Unternehmen können aber gezielt Elemente der chinesischen
Produktionsweise übernehmen und an die eigenen Systeme anpassen. Über die
Studie Die Ergebnisse basieren auf detaillierten Kosten- und
Entwicklungszeitvergleichen zwischen chinesischen, europäischen und internationalen Herstellern
sowie umfangreichen Projekt- und Benchmark-Erfahrungen von Roland Berger in der Automobil- und
Industriegüterindustrie. Pressekontakt: Julia Frank Senior Expert Corporate Communications & PR Tel.
+49 160 744 3507 Email:
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