Mit der gestrigen Zustimmung im Bundesrat hat die Republik Österreich den finalen Schritt seines
nationalen Beitrittsprozesses zum Hochseeschutzabkommen abgeschlossen. Nach erfolgter
Kundmachung wird der Beitritt Österreichs bei den Vereinten Nationen offiziell hinterlegt – ein
formeller Akt. Das BBNJ-Abkommen ist das Ergebnis von fast zwei Jahrzehnten intensiver
Verhandlungen und des Engagements von Regierungen, Wissenschaftler:innen und
Umweltorganisationen aus aller Welt. Angesichts der sich verschärfenden dreifachen planetaren
Krise – Klimawandel, Artensterben und Umweltverschmutzung – wird ein gesunder Ozean, der CO2
und Wärme aus der Atmosphäre aufnimmt, die Wettersysteme stabilisiert und den Lebensunterhalt
von Milliarden Menschen sichert, umso entscheidender. Nicolas Entrup, Leiter
Internationale Zusammenarbeit bei OceanCare sagt: «Wir begrüssen es sehr, dass
Österreich den nationalen Beitrittsprozess zum Abkommen abgeschlossen hat – ein starkes Signal
für Multilateralismus und verantwortungsvolle Meerespolitik. Ohne internationale Kooperation auf
hoher See kann kein Land, unabhängig von Küstenlinien, seine Zukunft nachhaltig gestalten. Das
BBNJ-Abkommen ist nicht nur für Küstenstaaten entscheidend. Auch Binnenstaaten haben ein
direktes Interesse. Gesunde und geregelte Ozeane schützen unser Klima, sichern die globale
Ernährung und bewahren die biologische Vielfalt, von der wir alle abhängig sind.»
Fabienne McLellan, Geschäftsführerin OceanCare ergänzt: «Die Hohe See
stabilisiert unser globales Klimasystem. Ein wirksamer Schutz der marinen Biodiversität in
internationalen Gewässern ist daher im Interesse aller Staaten. Jetzt geht es für Österreich darum,
das Abkommen zügig umzusetzen, denn der wahre Erfolg des Abkommens wird anhand seiner
wirksamen Umsetzung der Schutzbekenntnisse in konkrete Massnahmen gemessen. Möge dieses
Voranschreiten auch ein Vorbild für das Nachbarland Schweiz sein, dem Abkommen hoffentlich schon
bald beizutreten.» Bisher hat das Abkommen offiziell 86 Vertragsparteien (145
Unterzeichner). Die weltumspannende Teilnahme ist unerlässlich, um alle Gebiete ausserhalb
nationaler Hoheitsbefugnisse wirksam zu schützen, die marine Biodiversität zu bewahren und die
vereinbarten Regeln in der gesamten Hochsee einheitlich anzuwenden. Viele Formen der
Verschmutzung, darunter Unterwasserlärm und Plastik, kennen keine Staatsgrenzen. Die
Bekämpfung dieser zunehmend verheerenden grenzüberschreitenden Bedrohungen erfordert die
Teilnahme, das Engagement und die Zusammenarbeit aller Nationen. Pressekontakt
Hintergrund Das Hochseeschutzabkommen Das BBNJ-Abkommen
(offiziell „Übereinkommen im Rahmen der Seerechtskonvention der Vereinten Nationen über die
Erhaltung und nachhaltige Nutzung der biologischen Vielfalt der Meere in Gebieten ausserhalb
nationaler Hoheitsgewässer“ oder UNCLOS-BBNJ-Abkommen) wurde 2023 nach einem fast zwei
Jahrzehnte dauernden Prozess abgeschlossen. Die Hohe See macht fast zwei Drittel (64 %) der
Weltmeere aus und bedeckt etwa die Hälfte der Oberfläche unseres Planeten. Aber nur etwa 1 % der
Hochsee steht unter Schutz. Das BBNJ-Abkommen bildet den ersten kohärenten,
umfassenden, internationalen und rechtsverbindlichen Rahmen spezifisch für den Schutz der
biologischen Vielfalt der Hochsee und schliesst damit wichtige Lücken in der Meerespolitik. Nach der
formellen Annahme des Vertragstextes durch die Verhandlungsstaaten bei den Vereinten Nationen
am 19. Juni 2023 waren 60 Ratifizierungen erforderlich, damit er in Kraft treten konnte. Nachdem die
60. Ratifizierung beim Generalsekretär der Vereinten Nationen hinterlegt worden war, begann eine
120-tägige Frist, an deren Ende der Vertrag zu internationalem Recht wird. Damit ist das Abkommen
am 17. Januar 2026 in Kraft getreten. Vorbereitungskommission (PrepCom) In Anbetracht der bevorstehenden Arbeit einigten sich die Staaten darauf, eine Preparatory
Commission (PrepCom) einzurichten, um die institutionellen Grundlagen für das Inkrafttreten des
Abkommens und für die erste Sitzung seines Leitungsgremiums – der Konferenz der
Vertragsparteien (CoP), dem wichtigsten Entscheidungsgremium, das für die Überwachung der
Umsetzung zuständig ist – zu schaffen. Der PrepCom-Prozess ist mehr als nur administrative
Routinearbeit. Er dient als wichtige Brücke zwischen der Verabschiedung des Abkommens und seiner
vollständigen Umsetzung. Nach zwei Sitzungen im Jahr 2025 (April und August) wird die PrepCom im
März 2026 erneut zusammentreten. Dabei wird es u.a. um die Empfehlungen für die CoP1 gehen,
wie die institutionellen Fundamente des Abkommens aussehen sollen und wie es in der Praxis
funktionieren wird. Kurz gesagt geht es darum, das Abkommen vom Text in die Tat umzusetzen. Das Engagement von OceanCare im BBNJ-Prozess OceanCare verfolgt seit
2007 die Beratungen über ein Hochseeschutzabkommen und hat die formellen Verhandlungen im
Rahmen der Regierungskonferenzen (IGC) von 2018 bis 2023 aktiv begleitet. Seit der
Verabschiedung des Abkommens setzte sich OceanCare für die rasche Ratifizierung des
Abkommens und für strenge Umsetzungsmassnahmen zur Bekämpfung grenzüberschreitender
Formen der Verschmutzung ein. OceanCare betont die Bedeutung des Vorbereitungsprozesses
(PrepCom), der Staaten und Interessengruppen zusammenbringt, um die notwendigen Grundlagen –
einschliesslich Regeln, Verfahren und institutionelle Vereinbarungen – für die wirksame Umsetzung
des Abkommens zu schaffen. OceanCare hat an allen bisherigen PrepCom-Sitzungen
teilgenommen, nämlich denen im April und August 2025, und wird auch an der letzten PrepCom-
Sitzung von 23. März bis 2. April 2026 teilnehmen, wo wir uns weiterhin für starke und wirksame
Prozesse und Institutionen einsetzen werden, die für die zielführende Umsetzung des BBNJ-
Abkommens von entscheidender Bedeutung sind. Publikationen OceanCare
OceanCare
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Geschäftsführerin
OceanCare
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