Nigatu Shibiru und seine Frau Dukani Hotesa leben mit ihren drei kleinen Söhnen im Dorf Sike
Bokosa. Die Familie hat nur ein winziges Stück Land, es ist nicht grösser als ein Viertel eines
Fussballfelds. Sie hatten nie genug. Dann erkrankte Nigatu an Tuberkulose. "Ich hatte Angst, dass er
stirbt", sagt Dukani. Die Behandlung war so teuer, dass sie ihren wichtigsten Besitz verkaufen
mussten: zwei Packpferde, einen Ochsen, eine Milchkuh. "Schon im Alltag haben die
Kleinbauern zu kämpfen. Aber wenn eine Krankheit dazukommt, geht es buchstäblich ums
Überleben", sagt Michael Kesselring, Co-Geschäftsführer von Menschen für Menschen. "Wir helfen
ihnen, individuell angepasst an ihre eigenen Möglichkeiten." Kleines Land, grosse
Ernte Wer nur wenig Land hat, so wie Nigatu Shibiru, braucht Pflanzen, die auf kleiner
Fläche viel Ertrag bringen. Seine Familie erhielt Saatkartoffeln, Dünger und Beratung. Die erste Ernte
brachte bereits die Wende. NIgatu Shibiru grub rund 1000 Kilogramm Kartoffeln aus. Ein Teil blieb als
Nahrung für die Familie, ein Teil als Saatgut. Den Rest verkaufte der Kleinbauer. Vom Erlös kaufte er
zwei Schafe. Durch den Verkauf der Lämmer kann die Familie weiter aufbauen und vielleicht bald
wieder einen Ochsen kaufen, hofft der Kleinbauer. "Aber das Allerwichtigste ist, dass wir jetzt unsere
Kinder mit Essen versorgen können", sagt seine Frau Dukani. Hambela Wamena ist ein
ländlicher Distrikt in der Region Oromia im Süden Äthiopiens. Auf rund 871 Quadratkilometern leben
etwa 214'000 Menschen - mit kaum Infrastruktur, fast ohne Industrie und nur schwachem Handel. Die
Landwirtschaft ist die Lebensgrundlage. Die meisten Familien bewirtschaften weniger als ein Hektar
Land, oft mit sehr geringen Erträgen. "In einer Basiserhebung von Menschen für Menschen gaben 96
Prozent der Haushalte an, nicht das ganze Jahr über genug zu essen zu haben", betont Michael
Kesselring. "Ein zentrales Problem ist der fehlende Zugang zu Krediten: Bauernfamilien können
weder in besseres Saatgut noch in Dünger oder Vieh investieren." Überbevölkerung verschärft die
Lage zusätzlich, weil die Felder mit jeder nachkommenden Generation immer kleiner werden. Enge Begleitung Die äthiopischen Fachleute im Projekt von Menschen für
Menschen besuchen die Familien regelmässig. Sie zeigen ihnen standortangepasste
Anbaumethoden und helfen ihnen, ihre Ernten zu steigern und zu diversifizieren, etwa mit
eiweissreichen Hülsenfrüchten. Ausserdem bekommen sie leistungsfähiges Saatgut und Dünger über
Genossenschaften auf Basis fairer Mikrokredite. Gleichzeitig fördert die Schweizer Stiftung den
Aufbau von Viehbeständen als wichtiges Startkapital. Insgesamt unterstützt Menschen für
Menschen 3600 Tagelöhner- und Kleinbauernfamilien mit insgesamt rund 25'000 Menschen dabei,
ihre Ernährung und ihr Einkommen nachhaltig zu verbessern. Ziel ist, dass die Familien sich in ihren
Heimatdörfern eine stabile und menschenwürdige Existenz aufbauen können. Kapital auf
vier Beinen Auch Esatu Dugo und Gadise Hotesa erhielten vier robuste Mutterschafe.
Ein Lamm ist bereits da, die anderen Tiere sind trächtig. Das Ehepaar lebt mit drei Töchtern im Dorf
Dimtu Hambela. Esatu ist Tagelöhner. Er verputzt Lehmwände, schneidet Gras in Kaffeegärten oder
pflückt Kaffeekirschen. Er verdient umgerechnet rund einen Franken pro Tag. Aber oft findet er nur
einmal pro Woche Arbeit. Deshalb lässt die Familie regelmässig Mahlzeiten ausfallen. "Heute gibt es
kein Mittagessen", sagt Esatu. Umso mehr setzt die Familie jetzt die Hoffnung auf ihr Vieh. "Ich
arbeite hart. Ich möchte Land pachten", sagt Esatu. Die Schafe sind dafür der Schlüssel: Lämmer
lassen sich nach vier bis fünf Monaten verkaufen, ältere Tiere erzielen hohe Preise, an Festtagen
noch mehr. "Für viele Tagelöhner ist Vieh eine der wenigen Möglichkeiten, Kapital zu erwirtschaften
und eine Existenz aufzubauen", erklärt Michael Kesselring. "Diesen Weg ermöglichen wir 350
Familien." Kreislauf des Wachstums Mit einem gezielten, überschaubaren
Anschub lasse sich viel erreichen, betont Kesselring. "Wenn Wissen, Saatgut oder ein paar Tiere
dazukommen, können Familien beginnen, sich aus eigener Kraft aus der Armut herauszuarbeiten."
88 Franken finanzieren Gerstensaatgut und Dünger für eine Familie. 112 Franken ermöglichen drei
bis vier Schafe als Start in eine Tierhaltung, die eine Familie ernähren kann. 142 Franken decken
Saatkartoffeln, Dünger und Schulung für eine Familie ab. Entscheidend ist dabei die Nachhaltigkeit:
"Die Unterstützung erfolgt auf Basis fairer Mikrokredite. Die Rückzahlungen fliessen an bäuerliche
Kooperativen zurück und werden dort als neue Kredite an weitere Familien vergeben. So wächst ein
Kreislauf des Wachstums im Dorf, ohne weitere Inputs aus der Schweiz." Menschen für
Menschen setzt sich gegen Armut und Hunger ein. Die Stiftung wurde von dem Schauspieler
Karlheinz Böhm (1928 - 2014) gegründet. Im Geiste des Gründers schafft das Schweizer Hilfswerk
Lebensperspektiven für die ärmsten Familien in Äthiopien. Ziel der Arbeit ist es, dass sie in ihrer
Heimat menschenwürdig leben können. Schwerpunkte der einzelnen Projekte sind Frauenförderung,
Berufsbildung, Mikrokredite, Kinderhilfe, Familienplanung und landwirtschaftliche Entwicklung. Die
Komponenten werden nach den lokalen Bedürfnissen kombiniert und mit sorgfältig ausgewählten
einheimischen Partnern umgesetzt. Spendenkonto: Postkonto 90-700 000-4
IBAN: CH97 0900 0000 9070 0000 4 Online spenden: Pressekontakt: Für zusätzliche
Informationen oder Interviews mit Experten wenden Sie sich bitte an: Michael Kesselring |
www.kmu-press.ch ist ein Angebot von www.help.ch. Nutzen Sie KMU-Press.ch, die spezialisierte Plattform für Pressemitteilungen von Schweizer KMU.
Als Betreiber von KMU-Press.ch steht HELP.ch für hohe Reichweite, professionelle Veröffentlichung und maximale Sichtbarkeit Ihrer Unternehmensnews.
Mit einer Vielzahl an Ressourcen und Lösungen, die gezielt auf die Bedürfnisse von Schweizer KMU zugeschnitten sind, bietet HELP.ch eine leistungsstarke Plattform für Unternehmenskommunikation und Online-Sichtbarkeit.