Kinder von Eltern mit Suchterkrankung leben oft in sehr belastenden oder gar bedrohlichen
Situationen. Sie tragen zu oft die Last von Angst, Scham, Schuldgefühlen und Unsicherheit ganz
allein, da sie nicht schlecht über ihre Eltern reden wollen. Betroffene Kinder fallen nicht stark auf und
geben nur in seltenen Fällen ihre schwierige Situation preis. Hier muss das Tabu gebrochen werden,
damit Kinder die Hilfe erhalten, die sie brauchen. "Das Kind soll geschützt werden. Vertraut es
sich Ihnen an, betrachten sie dies als Geschenk, nicht als Belastung... Erkennen sie ein kindliches
Leiden, ein Flehen, ein wortloses Signal. Hören Sie hin. Setzen Sie sich damit auseinander, auch auf
die Gefahr hin, dass gar nichts ist." Marc (Pseudonym) ist bei Eltern aufgewachsen, die
eine
Suchterkrankung hatten Während der zum achten Mal durchgeführten "Nationalen
Aktionswoche für Kinder von Eltern mit Suchterkrankung" erhalten diese Kinder eine Stimme, indem
zahlreiche Organisationen öffentlichkeitswirksame Aktivitäten anbieten und auch einige heute
erwachsene Betroffene über ihr Erlebtes berichten. Diese Aktivitäten sollen die Bevölkerung dazu
ermutigen, die Augen offenhalten und dazu beizutragen, dass betroffene Kinder Halt und
Unterstützung finden. Die Broschüre "Was kann das Umfeld tun?" gibt Anleitung, wie mit betroffenen
Eltern und Kindern das Gespräch gesucht werden und wie man für betroffene Kinder da sein kann.
Gleichzeitig wird gezeigt, welche Instanzen im Notfall helfen. Näher hinsehen und die
Hand reichen - auch betroffenen Eltern Neben den zahlreichen Aktivitäten bietet die
Website des nationalen Programms "PAPA TRINKT. MAMA TRINKT." zahlreiche vertiefende
Hintergrundinformationen zur Situation dieser Kinder und ihren Eltern und zu möglichen Hilfen. Hier
findet sich auch Informationsmaterial wie Broschüren für Fachleute, Betroffene und deren Umfeld.
Neu ist in diesem Jahr die Internetseite "Elternschaft und Sucht" für Fachleute. Sie vermittelt
die nötigen Kompetenzen für Fachleute, wenn sie mit Eltern zu tun haben: Wie sieht die
Familiendynamik aus? Welche Herausforderungen bestehen für die Eltern und für die Kinder?
Welche Lösungsmöglichkeiten existieren, damit es der ganzen Familie besser geht? Diese
Internetseite ergänzt die bereits vorhandenen Informationen, wo betroffene Elternteile (und ihre
Partner:innen) Unterstützung bei Fragen und Überlegungen zu ihrer Elternrolle finden. Es ist wichtig,
das betroffene Eltern wissen, wie sie mit dem Kind sprechen und ihm trotz den Schwierigkeiten Halt
geben können. Gleichzeitig wird gezeigt, was sie für sich selbst tun und wie sie Hilfe holen können.
Denn viele suchtkranke Eltern haben die Angst davor, Hilfe zu suchen, weil sie fürchten, dass die
Kinder fremdplatziert werden könnten. Der Entzug der Obhut ist die letzte Massnahme, die Behörden
einsetzen und sie ist selten. Meistens werden Familienhilfen eingesetzt. All diese Informationen
geben auch dem Umfeld wichtige Ansätze für ein Gespräch und die Unterstützung. Davon profitiert
letztendlich die ganze Familie. Auf lokaler, nationaler und internationaler Ebene Die Nationale Aktionswoche ist auch Teil einer internationalen Bewegung: Verschiedene Länder
wie Deutschland, Finnland, Slowenien, USA, Südkorea und Indien führen z.T. seit mehreren Jahren
eine solche Aktionswoche durch. In der Schweiz beteiligen sich zahlreiche Organisationen und führen
in 15 Kantonen und online insgesamt 37 öffentlichkeitswirksame Aktivitäten durch. Eine Liste (Stand
02.03.2026) der Aktivitäten und der Organisatoren findet sich hier. Die lokalen Organisatoren geben
den Medien gerne auch ihre Erfahrungen weiter. Zudem stellen ehemalige Betroffene ihre Berichte
zur Verfügung. Die Aktionswoche wird im Übrigen durch verschiedene Persönlichkeiten wie
den Komiker Renato Kaiser, den Streetartkünstler Bane, den Rapper und Schriftsteller Gian-Marco
"Gimma" Schmid unterstützt. Pressekontakt: Markus Meury (Deutsch) Mediensprecher 021 321 29 63
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